Benzenschwil

Es soll keinen festen Platz für Fahrende auf Industriebrachen geben

Gegner des Durchgangsplatzes für Fahrende in Benzenschwil machen ihren Widerstand mit einem Plakat kund. ES

Gegner des Durchgangsplatzes für Fahrende in Benzenschwil machen ihren Widerstand mit einem Plakat kund. ES

Der Platz in Benzenschwil ist der geeignetste Standort im Freiamt für einen Durchgangsplatz für Fahrende, sagt die Regierung. Industriebrachen wären keine gute Wahl.

Industriebrachen sollen besser nicht für einen Durchgangsplatz für Fahrende, sondern für Aktivitäten mit hoher Wertschöpfung genutzt werden. Das liege im Interesse einer attraktiven und wettbewerbsfähigen Region und Gemeinde. Zu diesem Schluss kommt der Regierungsrat. Allerdings könnten sich Industriebrachen als Zwischennutzung für Spontanhalte der Fahrenden eignen. In einer Interpellation fragten die Grossratsmitglieder Benjamin Brander und Milly Stöckli, (beide SVP, Muri), ob es der Regierungsrat nicht bevorzugen würde, anstatt wertvollestes Kulturland Industriebrachen für Durchgangsplätze für Fahrende zu nutzen. Der geplante Durchgangsplatz im Freiamt würde in Benzenschwil auf dem Kanton gehörenden, jetzt in der Landwirtschaftszone liegenden Parzellen realisiert.

Durchgangsplatz wird 400 000 Franken kosten

Nur rund 12 Kilometer von Benzenschwil entfernt liegt der Durchgangsplatz in Cham/Oberwil, der durch den Kanton Zug 2010 eröffnet wurde. Dies stelle im gesamtschweizerisch erforderlichen Netz von Durchgangsplätzen eine normale Distanz dar. Auf dem Durchgangsplatz Benzenschwil müsste mit 15 Wohneinheiten gerechnet werden, die mit zwei bis vier Personen belegt wären. Die Benützungsgebühren belaufen sich zwischen 8 und 12 Franken pro Tag und Wohneinheit. Ein Betriebsdefizit entstehe in der Regel nur, wenn Sozialhilfekosten anfallen - was jedoch nur auf Stand- und nicht auf Durchgangsplätzen der Fall sein kann. Diese Sozialhilfekosten werden vom Kanton als Bestandteil eines «Betriebsdefizits» übernommen. Die Kosten für die Erstellung des Durchgangsplatzes in Benzenschwil schätzt der Regierungsrat auf 400 000 Franken.

Ursprünglich waren die Parzellen in Benzenschwil für einen kantonalen Werkhof ins Auge gefasst worden. Der Regierungsrat hat sich aber 1996 für den Standort Muri entschieden. «Es besteht zum jetzigen Zeitpunkt keine Absicht, den heutigen Standort Muri aufzugeben.» Sofern aus Sicht der Gemeinde Muri langfristig der Standort des Werkhofs aus raumplanerischen Interessen zu verlegen wäre, sei dann im Raum Muri eine neue Lösung anzustreben, hält er weiter fest.

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