Die beiden ehemaligen Wohler SVP-Einwohnerrate Marco Palmieri und Christian Lanz haben beim Aargauer Regierungsrat eine Aufsichtsanzeige gegen den Gemeinderat eingereicht. Darin verlangen sie, die Regierung habe den Gemeinderat Wohlen anzuweisen, ihre Anfrage vom 14. September 2016 innerhalb von zwei Monaten nach dem Entscheid über die Aufsichtsanzeige zu beantworten.

Palmieri und Lanz werfen der Wohler Behörde Verschleppung ihrer Anfrage vor, die sie vor zweieinhalb Jahren zum Thema Standortmarketing eingereicht haben. Der Gemeinderat Wohlen, behaupten Palmieri und Lanz, schubladisiere unliebsame Vorstösse von Mitgliedern des Einwohnerrats seit 1998 regelmässig: «Wird ein dem Gemeinderat nicht genehmer Vorstoss überwiesen, verschleppt er dessen Behandlung um viele Jahre (Rekord: 24 Jahre) mit der Absicht, dass das Anliegen des Vorstosses über die Zeit hinfällig wird. Andererseits behandelt der Gemeinderat gewisse Vorstösse im Rekordtempo, wenn er sich daraus einen eigenen Nutzen verspricht.» Mit diesem Verhalten wolle der Gemeinderat missliebigen Einwohnerräten und Fraktionen die politische Arbeit erschweren und sie zum Rückzug aus der Politik bewegen, schreiben die beiden Ex-Politiker weiter.

Sie würden es bedauern, dass der Gemeinderat bisher eine knappe halbe Million für das Standortmarketing ausgegeben und dazu keine Kosten-Nutzenanalyse erstellt. Mit ihrer Anfrage vor bald drei Jahren hätten sie diesem Umstand Rechnung tragen und verbindliche Auskunft zum Thema verlangen wollen. (AZ/to)