Marazzotta verlangt von Gallati, seine kritischen Aussagen «schriftlich bei der Redaktion des Kassensturzes und bei den anderen Redaktionen, welche über diesen Fall berichtet haben (insbesondere die Aargauer Zeitung) zu widerrufen».

Gallati, der Malm heftig angegriffen hatte (siehe Box rechts), entgegnet ebenso deutlich: «Ich sehe keinen Grund, etwas zu widerrufen.» Der Anwalt, der eine ehemalige Angestellte von Malm vertritt, will aber derzeit nicht näher auf die Forderungen von Marazzotta eingehen.

Frist für Widerruf verstrichen

Marazzotta hatte Gallati die Aufforderung zum Widerruf am vergangenen Freitag, 10. Februar, per Fax zugestellt. Er setzte dem Anwalt, der auch als SVP-Grossrat schon einen politischen Vorstoss zum Fall Malm eingereicht hatte, eine Frist bis vergangenen Montag, 18 Uhr, um den Widerruf zu veranlassen.

Gallati liess diese Frist ohne Reaktion verstreichen, er stellte der az Aargauer Zeitung lediglich Marazzottas Schreiben zu. Darin kündigt Malms Anwalt an, er sei für diesen Fall «beauftragt, die nötigen
zivil-, standes- und strafrechtlichen Schritte» gegen Gallati einzuleiten.

«Behauptung ist verleumderisch»

In seinem vierseitigen Schreiben geht Marazzotta auf die einzelnen Kritikpunkte ein, die Gallati gegen Malm vorbringt. Insbesondere der Vorwurf, «dass ein Patient sterben müsse, bis der Kanton eingreifen würde», ist laut Marazzotta stark persönlichkeitsverletzend und verleumderisch.

Er hält fest, nach jahrelanger Tätigkeit auf dem Mutschellen liege «kein einziger Fall vor, in dem meinem Klienten die Falschbehandlung eines Patienten vorgeworfen werden könnte».