Villmergen

Familienstreit um Urne: «Ich werde meine Frau mit niemandem teilen»

Familienstreit um Urne

Familienstreit um Urne

Wegen einem Konflikt um die Asche der verstorbenen Frau von Franco del Popolo, beschlagnahmte die Gemeinde kurzerhand die Urne.

Wegen eines Konflikts um die Asche der verstorbenen Frau von Franco Del Popolo beschlagnahmte die Gemeinde kurzerhand die Urne. Der Villmerger ist verzweifelt.

Franco Del Popolo kämpft mit den Tränen. Anfang Jahr ist seine Frau an einer Herzkrankheit gestorben. Ihr letzter Wunsch war es, in einem Bach in Villmergen verstreut zu werden. Doch diesen kann Del Popolo ihr nicht erfüllen: Die Urne hält die Gemeinde unter Verschluss, weil die Familie seiner verstorbenen Ehefrau angeblich Anspruch auf die Hälfte der Asche erhebt. 

«Ich teile meine Frau sicher nicht nach 21 Jahren. Kommt gar nicht in Frage», sagt Del Popolo gegenüber «Tele M1». «Ich habe meine Frau immer gepflegt und denke, ich habe das alleinige Recht, sie zu beerdigen, wie sie sich das gewünscht hat.»

Da er den letzten Wunsch seiner Frau jedoch nicht schriftlich belegen kann, hat die Gemeinde die Urne auf Rat des Kantons weggeschlossen. Urs Steimen, Jurist des Departements Gesundheit und Soziales, erklärt: «Wenn man den Willen der Verstorbenen nicht herausfinden kann, dann haben die nächsten Angehörigen zu entscheiden.»

Für Del Popolo steht ausser Frage, dass er als Ehemann seiner Frau am nächsten steht. «Ich möchte gerne den letzten Wunsch meiner Frau umsetzen. Aber das kann ich nicht tun, weil ich keine Asche habe», sagt er mit erstickter Stimme.

Die Familie der verstorbenen Frau will sich auf Anfrage des Regionalsenders nicht zum Streitfall äussern. (sam)

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