Jonen
Fanny The Foodie erobert soziale Medien mit veganen Gerichten

Das kulinarische Experimentieren ist Hobby und Leidenschaft für Fanny The Foodie, eine 20-jährige Englischstudentin aus Jonen. Mittlerweile gehört sie zu den bekanntesten Food-Bloggerinnen der Schweiz.

Patrick Züst
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Fanny the Foodie
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Fanny the Foodie

Patrick Züst

Sie garantiere für nichts, sagt Fanny, und drückt den Knopf. Schmunzelnd und barfuss steht sie in ihrer Küche, Tofustückchen, Mandarinensaft, Reissirup und Kokosöl werden gerade zu einer homogenen Masse püriert. Es ist die Glasur für den vorbereiteten Kuchen aus Nüssen, Süsskartoffeln, Mehl und Datteln.

Rotes Cranberry-Pulver und orange Ringelblumen werden dem veganen Dessert die optische Würze verleihen. Ob das Ganze auch geniessbar sein wird, das weiss Fanny derzeit noch nicht. Von Kochbüchern und Rezepten hat sich die 20-jährige Englischstudentin nämlich bereits vor langer Zeit verabschiedet. Was sie gerade zubereitet, ist eine Eigenkreation – ausprobiert hat auch sie es noch nie.

Wenn Fanny in der Küche steht, arbeitet sie nicht nach Logik, sondern nach Geschmack und Gefühl. Es ist ihr Hobby, ihre Leidenschaft. Früher kochte sie nur für sich, dann für ihre Familie, unterdessen für die ganze Welt. Die kulinarischen Experimente stellt sie nämlich in Form von Rezepten und Fotos ins Internet. Obwohl sie dabei komplett auf tierische Produkte verzichtet, als Veganerin sieht sie sich selbst nicht: «Mich nervt dieses Schubladendenken. Ich richte mich nach meinem Geschmack, nicht nach meinem Prinzip. Ich koche, was ich lecker finde, und momentan benötige ich dafür keine tierischen Produkte.»

Wenn Kuchen viral gehen

Fanny ist ein Foodie, also eine Person mit besonderem Interesse für Gourmet und Genuss. Vor etwas mehr als einem Jahr begann sie damit, ihre kulinarischen Kreationen auf einem eigenen Blog und auf der Foto-Plattform Instagram zu veröffentlichen. Damit ist sie eine unter vielen. Die Foodie-Szene ist weltweit auf dem Vormarsch, in sozialen Netzwerken werden kulinarische Kanäle immer beliebter. Fanny gehört unterdessen zu den schweizweit bekanntesten Food-Bloggerinnen. Vor zwei Wochen hat sie auf Instagram die magische Grenze von 10 000 Abonnenten durchbrochen, sich damit selbst auf den Social-Media-Olymp gehievt. Ihre Bilder verbreiten sich viral, ihre Popularität wächst exponenziell. Jeden Tag gesellen sich mehrere hundert Personen zu ihren Followern.

Trotz diesen Erfolgen verdient Fanny mit ihrer Kochkunst derzeit noch kein Geld. Ab und zu komme es aber vor, dass sie einzelne Produkte gratis beziehen könne. Dabei soll es vorerst bleiben: «Momentan ist das Ganze für mich vor allem ein Hobby, etwas, das mir Freude macht. Falls sich daraus mehr entwickeln sollte, wäre das toll, erzwingen will ich es aber nicht.»

Geschmackliche Innovation

Sie garantiere also wirklich für überhaupt nichts, wiederholt Fanny, und stellt dann den Teller auf den Esstisch. Er sieht schön aus, der vegane Kuchen mit der Tofu-Glasur. Fanny hatte ihn zuvor während fast zehn Minuten aus allen möglichen Perspektiven fotografiert. Nach der ersten Geschmacksprobe wird sie eines dieser Fotos auswählen, es am Computer leicht nachbearbeiten und dann über die sozialen Netzwerke mit ihren Abonnenten teilen. Das Rezept wird in Küchen auf der ganzen Welt nachgekocht werden. Und Menschen aller Kontinente dürften das gleiche Fazit ziehen wie der hungrige und gespannte Journalist das an einem Sonntag in Jonen tat: Ein Dessert muss nicht übermässig süss sein, um erfrischend und lecker zu schmecken. Und wenn Fanny The Foodie dahintersteht, dann muss es noch nicht mal nach Rezept zubereitet werden.

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