Wohlen
Finanzplan: Investitionsbedarf bis 2027 beträgt 135 Mio. Franken

Erstmals präsentiert der Gemeinderat den aktuellen Finanzplan zusammen mit dem Budget. Das soll künftig zur Regel werden.

Toni Widmer
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Roland Vogt, Finanzminister

Roland Vogt, Finanzminister

Toni Widmer

«Wir haben im aktuellen Finanzplan zwar alles aufgelistet, was wir bis 2027 zu realisieren gedenken. Doch der Gemeinderat geht davon aus, dass kaum alle erwähnten Projekte innerhalb der nächsten zehn Jahre umgesetzt werden können», sagte Finanzminister Roland Vogt zum neuen Finanzplan 2018/2027. Das würde, erklärte er weiter, vor allem mit der Finanzierung schwierig und zudem seien auch die personellen Kapazitäten für die Planung und Baubegleitung begrenzt.

Ziel des Gemeinderates sei jedoch, dem Einwohnerrat und der Bevölkerung mit dem neuen Finanzplan ungeschminkt vor Augen zu führen, was in Wohlen in den nächsten Jahren noch alles zu tun sei. Dabei gehe es keineswegs um lediglich wünschbare Luxusprojekte, sondern primär um Nachholbedarf.

Rund die Hälfte für die Schule

Von den 135 Mio. Franken, die für die nächsten zehn Jahre als Investitionsbedarf ausgewiesen werden, betrifft mit rund 70 Mio. Franken knapp die Hälfte den Schulraum – jenen, der zusätzlich geschaffen werden muss und jenen, der einen hohen Sanierungsbedarf ausweist.

«Wir können diese Sanierungen, beispielsweise die auf rund 11,5 Mio. veranschlagte im Junkholz, selbstverständlich noch ein paar Jahre hinausschieben», sagten Roland Vogt und Vizeammann Paul Huwiler unisono. Doch müsse man auch dieses Projekt umsetzen und billiger werde es bis dann wohl kaum.

Grössere Projekte neben den Schulbauten sind (unter anderem) die Sanierungen von Gemeindehaus (4 Mio. Franken) und Bankweg 2 (ehemaliges Strohmuseum, 2,5 Mio.), die Neugestaltung der Zentralstrasse (2 Mio.), der Ausbau der Nutzenbachstrasse (5 Mio.), die Sanierungen der Waltenschwilerstrasse (1 Mio.) und Friedhof-/Freiämterstrasse (2,5 Mio.), ein Kreisel am Knoten Jura-/Anglikerstrasse (2,5 Mio.) und eine Tiefgarage beim Bahnhof Wohlen (3,2 Mio.) im Rahmen der auf rund 10 Mio. Franken veranschlagten Neugestaltung des Bushofs.

«Die aufgelisteten Vorhaben zeigen auf, dass bei den werterhaltenden Investitionen in die bestehende Infrastruktur ein bedeutender Nachholbedarf besteht. Durch das Verschieben und Unterlassen von Investitionen sind kurzfristig Entlastungen erreichbar. Diese kommen aber später meist teurer zu stehen. Diesem Sachverhalt muss bei den bevorstehenden Diskussionen Beachtung geschenkt werden», hält der Gemeinderat auf Seite 5 im Finanzplan unmissverständlich fest.

Steuerfuss maximal 115 %

Die Auflistung im Finanzplan verdeutliche, erklärten Vogt und Huwiler, dass man ab 2019 wohl kaum um eine Steuererhöhung herumkomme. Dabei will sich der Gemeinderat aber nach Möglichkeit auf einen maximalen Steuerfuss von 115 % beschränken. Im letzten Finanzplan wurde noch davon ausgegangen, dass dieser allenfalls auf 120 % und höher anwachsen könnte. Das, hielten Vogt und Huwiler fest, sei unrealistisch. Wenn man jedoch mit dem Steuerfuss so fahre wie jetzt geplant, müsse man sicher verschiedene Projekte hinausschieben und/oder auf andere ganz verzichten.

Verschuldung fast 90 Mio. Franken

Wenig realistisch scheint die Umsetzung aller im Finanzplan aufgelisteten Projekte auch angesichts der Verschuldungsprognose. Über die Planungsperiode könne lediglich von einem Selbstfinanzierungsgrad von 43,8 % ausgegangen werden. Das heisst: nur knapp 60 Mio. Franken könnte man in dieser Zeit selber finanzieren, für den Rest müsste Wohlen Fremdmittel beschaffen. Die Schulden von knapp 10 Mio. Franken (Ende 2016) würden so bis 2027 auf rund 86 Mio. Franken anwachsen. Der Gemeinderat geht allerdings davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren höchstens 80 % der im Finanzplan aufgeführten Projekte realisiert werden.

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