Freiämter Welpen-Blog
Cora und Kira haben bereits ein Plätzchen – dafür hat der Bub einen königlichen neuen Namen

Am 24. Januar durfte AZ-Ressortleiterin Andrea Weibel dabei sein, als ihre Ferienhündin Nayla drei Welpen auf die Welt brachte. Seither quietscht und fiept es aus der Welpenbox. Zum Glück gibt es Homeoffice. Und weil es so herzig ist, teilt sie ihre Erlebnisse mit den AZ-Leserinnen und -Lesern.

Andrea Weibel
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30. März – Zwei haben schon ein Plätzchen, der Abschied wird schwer

Die kleinen Kobolde sind schon richtig gross geworden. Hier teilen sich Silvio (rechts) und Kira ein Plüschhasenohr, während Cora im Hintergrund an der Sonne liegt.

Die kleinen Kobolde sind schon richtig gross geworden. Hier teilen sich Silvio (rechts) und Kira ein Plüschhasenohr, während Cora im Hintergrund an der Sonne liegt.

Sandra Ardizzone

Ich gebe es zu, es gibt jeden Tag Momente, an denen ich mich danach sehne, meine drei Welpen endlich ihren neuen Familien zu übergeben. Zum Beispiel jetzt gerade, wenn Kira, das Kragenbärchen, solchen Radau macht, dass mir fast das Gehör rausfällt. Dabei möchte sie doch nur, dass ich verstehe, wie sehr sie jetzt wirklich unbedingt dringend über diese Absperrung hinüber möchte. Die einzige mir verbliebene Absperrung, die Küche, Bad und Schlafzimmer zu meinem und nicht ihrem Revier macht. Das findet sie nicht richtig so.

Kira hört bereits ein bisschen auf ihren neuen Namen. Manchmal habe ich jedoch das Gefühl, sie könnte es auch als «Nein!» interpretieren. Dann kramt sie jeweils ihren niedlichsten Hundeblick heraus. Denn sie möchte ja eigentlich keinen Blödsinn anstellen. Sie möchte doch nur raus oder umdekorieren oder mir helfen, dass die Esswaren, die eigentlich in der Küche ausserhalb ihrer Reichweite gelagert werden, mir nicht mehr so viel Platz wegnehmen. Indem sie sie aufisst. Ja, so lieb ist die kleine Kira.

Ich darf vorstellen: Kira (früher bekannt als das Kragenbärchen).

Ich darf vorstellen: Kira (früher bekannt als das Kragenbärchen).

Sandra Ardizzone

Ihren Namen hat sie übrigens vor einer Woche erhalten, als ihre neue Familie sie zum ersten Mal besuchen gekommen ist. Sie haben auf meinen Aufruf in den sozialen Medien reagiert und sich sofort verliebt. Sie hätten Kira auch genommen, wenn sie sie vorher nicht persönlich getroffen hätten. Aber darauf habe ich bestanden, denn mir war wichtig, zu sehen, wie die Familie und mein wildestes Bärchen miteinander klarkommen.

In einem Satz: Sie verstanden sich sehr gut.

Die hübsche Cora trug früher den zu ihrem Fell passenden Namen Brunsli.

Die hübsche Cora trug früher den zu ihrem Fell passenden Namen Brunsli.

Sandra Ardizzone

Kiras kleine Schwester Cora hat ihren Namen schon etwas länger. Das junge Paar, das sie bald schon zu sich nehmen wird, spricht Rumantsch, und dort bedeutet Cor Herz. Und weil sie sich so in das kleine Brunsli verliebt haben, gab es für sie keinen Zweifel, dass sie Cora heissen sollte, obwohl sie vor dem dritten Besuch bei uns noch mehr Namen auf der Liste gehabt hätten.

Nur der kleine Bub hat noch kein Plätzchen. Er ist der Ruhigste, Verträumteste der drei. Ich hätte gedacht, der fände als erstes ein neues Daheim. Ein Jagdhund wird aber vermutlich keiner aus ihm: Er kann Elch und Hirsch nicht unterscheiden. Statt am Hirschgeweih, das ich den zahnenden Kobolden zum Nagen mitgebracht habe, knabbert er manchmal an meinem steinernen Elch herum, der als Beschwerer vor der Absperrung zur Küche steht. Aber das bring ich ihm schon noch bei.

Dieser junge Herr hat zwar noch keine Familie gefunden, die ihn aufnehmen möchte, dafür hat er einen klingenden Namen bekommen. Ich darf präsentieren: Silvio Rosmarin von Knuddelstein.

Dieser junge Herr hat zwar noch keine Familie gefunden, die ihn aufnehmen möchte, dafür hat er einen klingenden Namen bekommen. Ich darf präsentieren: Silvio Rosmarin von Knuddelstein.

Sandra Ardizzone

Er büxt grundsätzlich auch am wenigsten oft aus. Meistens ist er gar nicht so sehr daran interessiert, über die Barrieren zu hüpfen, wie seine Schwestern. Aber kürzlich habe ich die Scheisser einmal notfallmässig ein paar Stunden mit Mama Nayla allein daheim gelassen.

Man stelle sich vor: Drei Welpen, ein relativ grosser, relativ voller Sack Trockenfutter, eine ganze Wohnung plus mehrere Stunden, in denen sich das viel zu viele Trockenfutter im Magen zu Durchfall entwickeln kann. Doch, wenn ich drei kleine Scheisser sage, dann meine ich das genau so.

So sieht es aus, wenn die drei Knilche auf der Wiese spielen und mit Mama Nayla herumtollen.

Sandra Ardizzone

Das Tolle ist aber, dass die drei seit einiger Zeit nun auch raus auf meine kleine Wiese dürfen. Cora und der kleine Bub mussten erst alles erschnüffeln und hatten ein wenig Angst, ihre Pfötchen auf das unbekannte Grün zu setzen. Kira nicht. Sie galoppierte mit Anlauf hinaus, hetzte in jede Ecke, überschlug sich in der Kurve und rannte in vollem Karacho ihren Bruder um.

Es ist unglaublich herzig, mit den Wichten draussen zu spielen. Und neben Onkel Khamuz haben sie jetzt auch noch Joyce, die kleine Nachbarshündin, zur Freundin. Auch an sie mussten sie sich erst gewöhnen. Aber zu dritt ist die Bande stark und jagt Joyce über den Rasen. Zum Glück ist die Jack-Russel-Dame viel schneller als sie. Sie bringt ihnen auch tolle neue Spiele bei. Beispielsweise das Buddeln von Löchern überall auf der Wiese. Oder das Suchen von Ausbruchmöglichkeiten. Danke, Joyce.

Gerade jetzt ist es ruhig um mich herum. Links im Katzenbettchen, das sie den Katzen meiner Mutter geklaut hat, liegt Cora und träumt. Rechts vor dem verbarrikadierten Eingang Kira. Und hinter ihr in Naylas Bett der kleine Bub. Wenn sie so friedlich schlafen, kann ich manchmal kaum anders, als aufzustehen und sie zu streicheln.

Sie sind einfach Zucker, die drei kleinen Bärchen.
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Kira und Cora haben Spass auf der Wiese.
Kira und Cora – wer ist stärker?
Ohne Worte.
Mama Nayla ist etwas ausser Atem.
Kira (links) und ihr Bruder beim Spielen.
Der Bube ist paniert mit dörrem Gras.
Einfach mal dern Bruder beissen – das ist Liebe.
Ein galoppierender kleiner Junge.
Was Cora wohl entdeckt hat?
Cora ist müde.
Der Kindergarten unter sich.
Silvio hat Spass im Garten.
Kira und Cora spielen mit Mama Nayla im Garten.
Er ist müde, aber er hat den Stecken erobert.

Sie sind einfach Zucker, die drei kleinen Bärchen.

Sandra Ardizzone

Auch wenn ich manchmal froh bin, dass sie bald gehen, kann ich mir den Rest des Tages kaum vorstellen, wie es sein wird, sie nicht mehr hier zu haben. Es war und ist eine sehr aufreibende, aber auch spannende, lehrreiche und schöne Erfahrung.

Kira bringe ich diesen Sonntag in den Kanton Glarus zu ihren neuen Mitbewohnenden, Cora am Samstag drauf in den Kanton Zürich. Ich bin überzeugt, das kommt gut. Dann bleibt nur noch der kleine Mann. Heute Nachmittag gehen wir übrigens zum Chippen und Impfen.

Kira (links) und ihr Bruder spielen draussen mit einem Stecken.

Kira (links) und ihr Bruder spielen draussen mit einem Stecken.

Sandra Ardizzone

Und weil alle Hunde einen Namen haben müssen, der dann im Chip festgehalten wird, habe ich mir auch einen für den kleinen Bub ausgedacht. Mit Stolz darf ich präsentieren: Silvio Rosmarin von Knuddelstein. Wer ihn adoptieren möchte, darf ihn aber natürlich auch umbenennen – wenns sein muss. Ich verstehe das: Nicht jedem passt schliesslich so ein königlicher Name.

3. März – nichts ist mehr sicher vor der Bärenbande

Immer ist es das Kragenbärchen, das sich zuerst in neue Abenteuer stürzt. Jetzt hat es sich mit Khamuz angefreundet – dabei haben den die Welpen anfangs eher genervt.

Immer ist es das Kragenbärchen, das sich zuerst in neue Abenteuer stürzt. Jetzt hat es sich mit Khamuz angefreundet – dabei haben den die Welpen anfangs eher genervt.

Andrea Weibel

Was tut man bloss mit einem Hund, der einen immer wieder anknurrt oder gar anbellt, um einem zu zeigen, dass er keine Lust zum Spielen hat? Das Kragenbärchen hat da seine ganz eigene Taktik gewählt: Zermürbung. Es attackierte Khamuz, den sechsjährigen Mischlingsrüden, unablässig über Tage hinweg, und zwar so ungestüm, dass ihm am Ende gar nichts anderes übrig blieb, als zu kapitulieren. Statt sich zu nerven, spielt er jetzt mit ihr, der Onkel Khamuz.

Dem Braunbärchen und vor allem dem kleinen Buben ist das noch nicht ganz geheuer. Sie haben noch einigen Respekt vor dem grossen Artgenossen, der sehr oft zu Besuch ist. Aber auch sie lernen immer besser, sich nicht nur miteinander und Mama Nayla, sondern auch mit Khamuz zu verständigen. Sie rennen nicht mehr laut winselnd davon, wenn er ihnen mit einem gezielten Bellen klar macht, dass er jetzt gerade nicht spielen mag. Sie verstehen das unterdessen als Nein.

Das Kragenbärchen hat es geschafft: Onkel Khamuz spielt mit ihr.

Andrea Weibel

Man muss allerdings wissen: Nein bedeutet für sie nicht unbedingt, dass sie mit ihrem Tun aufhören. Aber die Theorie scheinen sie verstanden zu haben, die kleinen Ratten.

Ausserdem sind sie schon so gross, dass nichts mehr vor ihnen sicher ist. Die Papierrollen stehen jetzt auf dem Pult, nicht mehr auf dem Stubentisch, denn dort kommen sie schon hinauf und zerren sie runter. Was für ein Spass, die Rolle abzuwickeln und darin herumzutoben! Auch Gläser sollten nicht mehr zu nah am Tischchenrand stehen. Ganz zu schweigen von Füssen, die man gemütlich aufs Tischchen legt. Ob Zehen oder Fersen, sie beissen genüsslich rein. Und ihre Zähne sind schon schmerzhaft lang und spitz.

Alles in allem sind die kleinen Wichte aber einfach jeden Tag für eine neue Überraschung gut. Oder mehrere. Sie haben sich selbst schon eine Ecke ausgesucht, in der sie ihr Geschäft am liebsten verrichten. Das Büblein geht fast nur noch dort hin. Ob es daran liegt, dass dort Khamuz' Lieblingsdecke liegt, lasse ich an dieser Stelle offen. Ich probiere nun aus, ob es sich lohnt, genau dort statt der Decke Welpenpinkelmatten hinzulegen und die Babys, wenn ich sie gerade beim Pinkeln erwische, draufzusetzen. Mal sehen. Einer hat sich zumindest schon dort erleichtert, wie ich am gelben Fleck erkenne.

Nichts ist mehr sicher vor den Bärchen - auch Khamuz nicht.
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Nichts ist mehr sicher vor den Bärchen - auch Khamuz nicht.
Das kleine Büblein hat noch etwas Angst vor Khamuz.
Nichts ist mehr sicher vor den Bärchen - auch Khamuz nicht.
Nichts ist mehr sicher vor den Bärchen - auch Khamuz nicht.
Das Brunsli schläft gemütlich ausgestreckt.
Der kleine Bub ist schon richtig gross geworden.
Müde kleine Bärenbande.
Hallo?!
Wie auf dem Laufsteg: Das Kragenbärchen präsentiert die Frühlingskollektion.
Nichts ist mehr sicher vor den Bärchen.
Ja, Füsse mögen sie.
Kragenbär und Mama Nayla - fürs Familienalbum.
Was sie wohl aushecken?
Nichts ist mehr sicher vor den Bärchen.
Nichts ist mehr sicher vor den Bärchen.

Nichts ist mehr sicher vor den Bärchen - auch Khamuz nicht.

Andrea Weibel

Ah ja, neben den Sachen auf dem Tisch sind besonders auch Kabel nicht mehr sicher, vor allem der kleine Bub interessiert sich für die Technik. Was sie aber alle gemeinsam haben: Wenn sie müde sind, hechten sie immer noch kopfvoran unters Sofa. Dann haben Mama Nayla, Onkel Khamuz und ich einen Moment Pause. Aber keine Sorge, langweilig wird uns nicht. Denn schon bald kommt die nächste Attacke auf Füsse, Ohren, Kabel, Tischchen und wedelnde Schwänze, so viel steht fest.

24. Februar – die Welpen sind genau einen Monat alt

Happy Monatsgeburtstag, kleines Brunsli.

Happy Monatsgeburtstag, kleines Brunsli.

Andrea Weibel

Es kommt mir vor, als hätten die kleinen Scheisserchen schon immer zu meinem Leben gehört. Jede Minute hüpfen sie irgendwo um mich herum oder lassen seelig schlummernd irgendwelche Körperteile unter dem Sofa hervorlugen. Mir fällt auch kaum auf, wie sehr die Racker ständig wachsen.

Erst, wenn ich die «alten» Fotos betrachte, die ältesten sind genau einen Monat alt, fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Oder die Zahlen: Bei der Geburt waren sie rund 300 Gramm schwer, einzig das Kragenbärchen wog damals schon 50 Gramm mehr als seine Geschwister. Heute wiegt das schwarze Büblein 2,05 Kilogramm, der Kragenbär 2,25 und das Brunsli 1,97. Unglaublich.

Links der Kragenbär mit Mama Nayla, rechts der Bub. Schon einen Monat sind sie alt.

Sie rennen umher, beissen mir beim Arbeiten in die Zehen oder Mama Nayla in den wedelnden Schwanz, schleppen Spielsachen durch die Gegend, pieseln, wo sie eben gerade stehen, und kuscheln anschliessend miteinander, als könnten sie kein Wässerchen trüben. Wie wäre ein Alltag bloss ohne sie? Happy Monatsgeburtstag, ihr Bärenbande.

23. Februar – jetzt ist es mit der Ruhe endgültig vorbei

Keine Chance mehr, dass die Gnömchen in der Babybox schlafen wollen. Sie sind jetzt gross. Aber mit Mama kuscheln darf man schliesslich immer noch...

Keine Chance mehr, dass die Gnömchen in der Babybox schlafen wollen. Sie sind jetzt gross. Aber mit Mama kuscheln darf man schliesslich immer noch...

Andrea Weibel

Sie sind wirklich gewachsen. Sie klingen zwar immer noch ab und zu wie Meerschweinchen oder auch mal wie Enten, aber so langsam haben sie begriffen, dass sie mal richtige Hunde werden, wenn sie gross sind. Denn jetzt bellen die drei kleinen Gnömchen schon viel häufiger – nicht mehr nur im Traum – und kommen angerannt, sobald man die Haustür aufmacht.

Heisst das, dass sie bereits über die Schaltafeln der Babybox klettern können? Nein. Aber sie haben andere Möglichkeiten gefunden, wie sie sich die Freiheit erkämpfen können. Und zwar lautstark. Das Kragenbärchen hat schon vor Wochen begonnen, die Wände der Babybox anzuknurren und abzumarschieren wie ein kleiner flauschiger General. Seit dieser Woche ist es ihr nun zu bunt. Sie will raus, die Welt entdecken. Also griff sie zur einzig erreichbaren Waffe: ihrer Stimme.

Die Kleinen balgen sich jetzt besonders gern und schleppen Spielsachen durch die Gegend.

Andrea Weibel

Eigentlich ist es immer noch ein Stimmchen. Aber penetrant eingesetzt zwingt das kleine Ding damit den stärksten Mann in die Knie. Die ganze Nacht lang jaulte das Kragenbärchen und jaulte und jaulte. Selbst wenn sie so lange ausserhalb der Babybox spielen durfte, bis sie müde war und einschlief, wurde sie sofort wieder munter und laut, sobald ich sie dann zurück ins Nest legte. Nein, sie ist jetzt gross – und Grosse schlafen nicht in einer Babybox.

Ihre Geschwister waren zur gleichen Zeit noch total zufrieden mit ihrem weichen, warmen Nest. das waren noch Zeiten... Mittlerweile fühlen auch sie sich zu gross für die blöde Box. Also habe ich stattdessen den ganzen Boden mit Decken ausgelegt und viele Spielsachen verteilt, die ich gekauft oder bekommen habe. Jetzt spielen und balgen die Kleinen auf den Decken, rennen Mama hinterher, nuckeln immer mal wieder glücklich an deren Zitzen und schlafen auch bald schon irgendwo im Raum ein. Oft und gerne unter dem Sofa, wobei der Kopf oder das Hinterteil manchmal noch darunter hervorschauen und anzeigen, wo sie zu finden sind.

Man muss gut aufpassen: Nicht nur liegen überall kleine Tretminen herum, sondern auch Bärchen, die es vor dem Einschlafen nicht mehr ganz unters Sofa oder das Tischchen geschafft haben.

Man muss gut aufpassen: Nicht nur liegen überall kleine Tretminen herum, sondern auch Bärchen, die es vor dem Einschlafen nicht mehr ganz unters Sofa oder das Tischchen geschafft haben.

Andrea Weibel

Anfangs hatte ich Angst, dass überall Gefahren auf sie lauern, dass sie etwas Falsches fressen, sich irgendwo den Kopf stossen oder sich sonstwie wehtun könnten. Darum habe ich sie nach dem Spielen immer wieder in die Babybox gelegt. Mittlerweile aber glaube ich, dass sie ganz gut zurechtkommen. Ich hab sie ja von meinem Homeoffice-Pult aus meistens recht gut im Blick. Und Mama Nayla ist ja auch noch da, die auf sie Acht gibt.

Zufriedene, aufgeweckte oder eben auch oft träumende Winzlinge liegen herum.
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Zum Glück sind es nur drei, da kann man sich relativ rasch die Übersicht verschaffen, wo welches Bärchen gerade ein Nickerchen hält.
Es ist einfach schön, mit Mama Nayla zu kuscheln.
Entweder guckt ein Popo unter dem Sofa hervor oder auch mal ein Köpfchen.
Schöne Aussichten unter meinem Bürostuhl.
Der knisternde Teddy mit dem rot-schwarzen Jäckchen ist sein liebstes Spielzeug.
In eine Hand passt das Brunsli längst nicht mehr.
An dem Tag haben die Winzlinge ihre ersten eigenen Spielsachen erhalten – und sie gleich gar nicht mehr losgelassen.

Zufriedene, aufgeweckte oder eben auch oft träumende Winzlinge liegen herum.

Andrea Weibel

Toll ist, dass man schon richtig mit den Winzlingen spielen kann. Sie balgen gern, knurren und kauen an Hosenbeinen. Vor allem knisternde Spielsachen mögen sie. «Man kann sie so langsam richtig brauchen», wie ein guter Freund es nennt. Die Rückseite der Medaille: Sie pinkeln und koten jetzt wirklich einfach überall hin, sodass ich stets auf Tretminen gefasst sein muss. Heute Morgen habe ich lachend festgestellt, dass mittlerweile an sämtlichen neuralgischen Stellen in der Wohnung Papierrollen verteilt sind.

Man gewöhnt sich halt an alles. Und ich bin sehr gespannt, vor welche Aufgaben die kleinen Racker mich als nächstes stellen werden. Oh, ich muss gehen, da glitzert schon die nächste kleine Pfütze auf dem Holzboden.

10. Februar – zum ersten Mal reagieren sie auf meine Stimme

Jetzt sehen die kleinen Welpen nicht nur in die Welt hinaus, sondern hören sie auch. Jetzt hält sie nichts mehr. Die süssen Babytage scheinen vorbei.

Jetzt sehen die kleinen Welpen nicht nur in die Welt hinaus, sondern hören sie auch. Jetzt hält sie nichts mehr. Die süssen Babytage scheinen vorbei.

Andrea Weibel

Heute Morgen wollte ich lediglich hallo sagen. Doch wie wurde ich von meinen Knirpsen überrascht! Zum allerersten Mal erwachten sie sofort, als ich sie begrüsste, stellten sich wackelig aber blitzschnell auf und begannen sogar zu bellen und zu knurren, ich konnte es kaum glauben. Jetzt sind wohl alle ihre Sinne aktiv. Und das macht sie in ihren Augen scheinbar schon zu Erwachsenen.

Zum ersten Mal reagieren die Welpen auf meine Stimme.

Andrea Weibel

Denn jetzt müssen sie ihr Revier verteidigen, bellen, knurren – natürlich immer noch in Tonlage supersüss, die niemand ernst nehmen kann. Auf dem Video sind sie noch etwas tapsig. Das war heute Morgen. Aber schon heute Abend sind sie bedeutend frecher. Und ja, auch angepinkelt wurde ich heute zum ersten Mal. Frechdachs. Ich bin ja gespannt, wie das weiter geht.

9. Februar – die Babys haben offene Augen und drei neue Hobbys

Das allererste Foto mit offenen Augen: Der kleine Mann sieht jetzt raus.

Das allererste Foto mit offenen Augen: Der kleine Mann sieht jetzt raus.

Andrea Weibel

So schnell werden die Winzlinge erwachsen. Naja, fast. Sie lernen jeden Tag Neues, es ist unglaublich. Ich will schon gar nicht mehr aus der Babybox raus, um bloss ja nichts zu verpassen. Seit einigen Tagen haben sie tatsächlich ihre Augen offen. Die beiden Schwarzen haben angefangen, das Braune brauchte ein bisschen länger. Aber jetzt können sie rausschauen.

Wenn sie etwas Neues sehen oder jemand zu ihnen in die Box steigt, rennen sie oft Vollgas darauf zu. Wobei man sagen muss, dass sie auch mit Vollgas noch nicht so richtig schnell vom Fleck kommen. Sie sehen eher noch ein wenig betrunken aus und bewegen sich auch so. Wie können Betrunkene bloss so niedlich sein?

Man könnte den kleinen Gnömli stundenlang zuschauen.

Andrea Weibel

Ein Freund nennt sie voller Zuneigung «kleine dicke Säuli». Naja, Würmchen sind sie zumindest nicht mehr, sie sind mit ihren etwa 1200 Gramm schon viermal so schwer wie bei der Geburt vor gut zwei Wochen. Und sie haben neben dem Schlafen und dem Trinken an Mama Naylas Zitzen jetzt drei neue Hobbys.

Das erste ist das Aufstehen. Das geht erst auf jeweils zwei Beinchen aufs Mal, entweder den hinteren oder den vorderen. Und es sieht wirklich furchtbar betrunken aus. Aber sie scheinen jedes Mal so stolz zu sein, dass sie das jetzt schon können, man muss einfach mit ihnen lachen.

Kuscheln und ab und zu an der Nase des Geschwisterchens lecken...
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Die Schlafposen der Knirpse sind allerliebst.
Gähnen ist spektakulär.
Sie lieben es im Moment, auf dem Rücken zu liegen.
Wer guckt denn da?
Sich auf zwei Beine aufstellen: Das braucht noch ganz schön viel Kraft und Konzentration.
Ist das Yoga? Die Schlafposen sind goldig.
Mama Nayla und ihr Brunsli.
Und noch eine Schlafpose...
Und nochmals gähnen...
Ohne Worte.
Direkt nach dem Trinken vor Ort einschlafen – das Beste, was es gibt.

Kuscheln und ab und zu an der Nase des Geschwisterchens lecken...

Andrea Weibel

Das zweite ist das Abschlecken. Alles muss jetzt in den Mund. Ob das die Ohren oder Nasen der Geschwister sind, die Kleider oder Finger ihrer menschlichen Besuchenden oder auch Mamas Knie oder Zehen, sie müssen alles abschlecken.

Da denkt man manchmal, herziger könne es gar nicht mehr werden... Falsch gedacht. Ihr drittes neues Hobby ist wohl das süsseste von allen: Sie lieben es neuerdings, auf dem Rücken herumzuliegen. Dabei machen sie nach wie vor die wildesten Renn- oder Schwimmbewegungen im Traum, fiepen, knurren oder bellen. Aber mit ihren Stimmchen kann man die Stinker einfach noch nicht ernst nehmen. Auch auf den Knien ihrer Besuchenden legen sie sich gern auf den Rücken und strecken den Bauch zum Kraulen hin. Wenn sie dann erwachen, rollen sie oft von den Beinen runter, so ungestüm müssen sie sich dann strecken und gähnen.

Im Moment lieben es die kleinen Bärchen, auf dem Rücken herumzuliegen. Am liebsten auf den Beinen ihrer Besuchenden. Dabei darf das Bäuchleinkraulen natürlich nicht fehlen.

Im Moment lieben es die kleinen Bärchen, auf dem Rücken herumzuliegen. Am liebsten auf den Beinen ihrer Besuchenden. Dabei darf das Bäuchleinkraulen natürlich nicht fehlen.

Andrea Weibel

Jetzt gerade hängen sie wieder an Mamas Brust. Das Kragenbärchen ist mit der Zitze im Mund eingeschlafen, während das Brunsli noch so leidenschaftlich nuckelt, als gäbe es bald nichts mehr. Das kleine Schwarze hat sich wieder wie zum Trocknen über Naylas Bein gehängt. Was soll man da noch sagen?

3. Februar – Erinnerungen an die Geburt

Der kleine fast ganz schwarze Bub war der erste der drei Welpen, der es auf die Welt geschafft hat.

Der kleine fast ganz schwarze Bub war der erste der drei Welpen, der es auf die Welt geschafft hat.

Andrea Weibel

Es ist Donnerstag, der 3. Februar 2022. Ich sitze in der Welpenbox, die ich vor etwa einem Monat aus vier 1,2 Meter langen Schaltafeln gezimmert habe, und kann nicht aufhören, dumm zu grinsen. Das kann ich nie, wenn ich hier drin sitze. Und das hat übrigens auch noch niemand anderes geschafft. Dafür sind die drei kleinen Stinker einfach zu herzig. Sie liegen wie aufgehängte Wäschestücke über Naylas Beinen. Es sieht nicht unbedingt bequem aus, aber sie scheinen es so zu mögen. Immer wieder zucken sie im Traum, quietschen oder geben Laute von sich, die vermutlich irgendwann ein Bellen werden sollen.

Es quietscht und fiept: So herzig sind die drei Welpen

Andrea Weibel

Die Rede ist von den drei Welpen, die meine Ferienhündin Nayla in der Nacht auf Montag, den 24. Januar, bei mir zu Hause zur Welt gebracht hat. Nayla arbeitet im Sommer als Kuhhirtin auf der Alp. Ihre Wintersaison verbringt sie schon zum zweiten Mal bei mir im Flachland. Sie ist eine mittelgrosse Mischlingsdame, hat aber viel Border-Collie-Blut in sich, sodass sie sehr sozial, schlau und noch im Alter von 8 Jahren sehr lernwillig ist. Die drei Winzlinge, die jetzt über ihren Beinen hängend schlafen, sind ihr vierter Wurf.

Scheint bequemer, als es aussieht: Wie Wäschestücke hängen die Bärchen über Naylas Pfoten.

Scheint bequemer, als es aussieht: Wie Wäschestücke hängen die Bärchen über Naylas Pfoten.

Andrea Weibel

Doch auch wenn Nayla schon Erfahrung hat in Sachen Geburt, war es für mich das erste Mal, dass ich sehen durfte, wie Welpen zur Welt kommen. Es war ein unglaublicher Moment. Bei Kälbchen war ich schon mehrfach dabei, auch da war es sehr entspannt, die Kuh wusste, was sie tat, ich musste kaum was tun. So war es auch bei Nayla. Und doch ganz anders.

Am Sonntagabend um 22 Uhr wollte sie nochmals raus, doch so richtig konnte sie sich nicht erleichtern. Um 24 Uhr kam sie mich dann wecken. Auf ihre ganz eigene Art. Denn Nayla bellt nur im Notfall und möchte auch nie jemandem zur Last fallen. Sie kam die Treppe hoch und legte sich vor meine Schlafzimmertür. Zum Glück ist mein Daheim so alt, dass die Treppe knarzte und mich aufweckte. Erneut gingen wir hinaus, wieder brachte das wenig. Drinnen sprang Nayla aber sofort über die Schaltafelwand ins Babynest. Sie schien genau verstanden zu haben, wofür das gedacht ist, obwohl sie ihre Jungen normalerweise im Stall zur Welt gebracht hat.

Unglaublich, so ein Röntgenbild habe ich zuvor noch nie gesehen. Das war zwei Tage vor der Geburt der drei Kleinen.

Unglaublich, so ein Röntgenbild habe ich zuvor noch nie gesehen. Das war zwei Tage vor der Geburt der drei Kleinen.

Andrea Weibel

Ich setzte mich neben sie, hielt ihren Kopf und streichelte ihren Bauch, weil sie so zitterte. Ich war mir natürlich nicht sicher, ob die Babys wirklich kommen würden. Der Tierarzt hatte zwei Tage zuvor noch gesagt, es würde wohl noch eine bis zwei Wochen dauern. Und doch war ich mir eigentlich schon sicher.

Um 1 Uhr passierte es: Nayla hatte sich seit Minuten ständig zwischen den Beinen geschleckt, nun rutschte ein kleines, in eine Hautblase eingepacktes Bündel auf die Wolldecke. Völlig unaufgeregt leckte Nayla daran, biss die Hautblase auf, frass sie auf und zauberte ein winziges, fertiges schwarzes Minihündchen daraus hervor. Dieses brauchte keinen Moment, um sich auf die neue Umgebung einzustellen. Sofort krabbelte es in Richtung Zitzen und hängte sich schnaufend daran. Unglaublich, welche Instinkte die Natur diesen Winzlingen bereits mitgegeben hat.

Auch bei den zwei anderen Babys ging es weder blutiger noch aufgeregter zu. Innert gut zwei Stunden waren sie da und hingen alle zufrieden an Mamas Zitzen. Nayla leckte sie alle paar Minuten von Kopf bis Fuss ab und schaute mich sichtlich erschöpft und doch froh an.

Die drei Welpen: Bald wiegen sie ein Kilo Zucker auf - genauso süss sind sie schon lange.
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Die drei Welpen: Bald wiegen sie ein Kilo Zucker auf - genauso süss sind sie schon lange.
Die drei Welpen: Bald wiegen sie ein Kilo Zucker auf - genauso süss sind sie schon lange.
Die drei Welpen: Bald wiegen sie ein Kilo Zucker auf - genauso süss sind sie schon lange.
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Die drei Welpen: Bald wiegen sie ein Kilo Zucker auf - genauso süss sind sie schon lange.
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Die drei Welpen: Bald wiegen sie ein Kilo Zucker auf - genauso süss sind sie schon lange.
Die drei Welpen: Bald wiegen sie ein Kilo Zucker auf - genauso süss sind sie schon lange.

Die drei Welpen: Bald wiegen sie ein Kilo Zucker auf - genauso süss sind sie schon lange.

Andrea Weibel

Das erste Baby war ein kleiner Bub, fast ganz schwarz mit braunen punkten über den Augen wie Mama Nayla. Das zweite war ebenfalls schwarz mit einem weissen Band um den Hals. Ein Freund meinte, sie sei sehr benutzerfreundlich, diese vorgezeichnete Halsband-Markierung. Ich nenne das kleine Mädchen Kragenbär, denn ich möchte ihnen noch keine richtigen Namen geben, die sollen sie von ihren künftigen menschlichen Mitbewohnenden erhalten. Das dritte ist braun und ebenfalls ein Mädchen. Sie heisst Brunsli oder Braunbär. So habe ich jetzt eine richtige kleine Bärenbande daheim.

Das erste Familienfoto mit den kleinen Würmchen.

Das erste Familienfoto mit den kleinen Würmchen.

Andrea Weibel

Seither wird mein Zuhause von Quietschen und Fiepen erfüllt, das eher nach Meerschweinchen denn nach Hunden klingt. Sie waren gut 300 Gramm schwer, als sie zur Welt kamen, doch täglich nehmen sie um mindestens 50 Gramm zu, sodass sie schon bald ein Kilo Zucker aufwiegen können. Genauso süss sind sie schon lange.

Ich hatte noch nie Hundewelpen bei mir. Und ich glaube, das könnte noch jede Menge Überraschungen für mich bereithalten. Nicht nur positive. Ich befürchte angepieselte Möbel, angenagte Sachen und vieles, woran ich noch nicht mal denken kann. Aber ehrlich gesagt freue ich mich riesig auf dieses Abenteuer. Nach zehn Wochen sollten die Babys ein neues Daheim finden. Was wir bis dahin zusammen erleben, möchte ich sporadisch in diesem Blog teilen. Heute oder morgen sollte meine kleine Bärenbande ihre Äuglein öffnen. Für mich ein passender Moment, sie der Welt vorzustellen.

Von Mama behütet: Ja, auch das scheint bequem zu sein...

Von Mama behütet: Ja, auch das scheint bequem zu sein...

Andrea Weibel