Benzenschwil

Freiämterin will Rollstuhlfahrern den Ausgang erleichtern

Sabrina Vollenweider will zusammen mit Leandra Senn und Maywa Weber eine Website für Rollstuhlfahrer im Ausgang schaffen. ES

Sabrina Vollenweider will zusammen mit Leandra Senn und Maywa Weber eine Website für Rollstuhlfahrer im Ausgang schaffen. ES

Sabrina Vollenweider steht heute zusammen mit zwei Kolleginnen im Finale eines Ideenwettbewerbs in Konstanz. Mit einer Webseite wollen die drei Frauen den Rollstuhlfahrern den Ausgang zu erleichtern.

Heute entscheidet sich, ob Sabrina Vollenweider aus Benzenschwil zusammen mit ihren Kolleginnen Leandra Senn aus Dussnang und Maywa Weber aus Zürich aufs Podest steigen wird: Die drei jungen Frauen sind für die Endausmarchung eines Ideenwettbewerbes der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) nominiert. Ihre Idee: Mit einer Webseite den Rollstuhlfahrern den Ausgang zu erleichtern. Insgesamt waren 19 Projekte eingereicht worden.

Website mit Informationen

Die 19-jährige Sabrina Vollenweider ist in Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit an der Berufsmaturitätsschule Zürich. Einer ihrer Lehrer, Florian Schmid, konnte sie und ihre Kolleginnen begeistern, am Ideenwettbewerb der Internationalen Bodenseekonferenz mitzumachen. Dieser Wettbewerb für Jugendbegegnungsprojekte möchte Jugendliche über die Grenzen der Bodenseeregion hinweg zusammenbringen und deren Kreativität und Engagement unterstützen. «Feiern ohne Hindernisse für Rollstuhlfahrer» war das Thema, das die drei jungen Frauen wählten. Behinderte finden oft keine Informationen über die Rollstuhltauglichkeit von öffentlichen Anlässen; eine Webseite soll Abhilfe schaffen und ihnen damit erleichtern, ebenso unbeschwert zu feiern wie die Gesunden.

Kollegen helfen

«Wir waren überrascht, wie man sich als Rollstuhlfahrer doch recht gut an einem grossen, öffentlichen Fest beteiligen kann», sagt Vollenweider. «Aber es gibt immer Dinge, die zu verbessern wären.» Die drei Frauen haben das Knabenschiessen in Zürich und das Oktoberfest in Konstanz ausgewählt, um zu prüfen, wie Rollstuhlfahrer an solchen Anlässen zurechtkommen. Dafür haben sie sich auch selber in den Rollstuhl gesetzt. «Manchmal ist es anstrengend, mit dem Rollstuhl eine Steigung zu bewältigen. Man achtet plötzlich auf Kabel, die im Weg sind. Oder man findet keine Gelegenheit, auf dem WC die Hände zu waschen.» Interviews mit Rollstuhlfahrer brachten zudem an den Tag, dass sie im Ausgang oft Hilfe von Fussgängern benötigen. «Kollegen, ein gutes soziales Umfeld sind dabei sehr wichtig», stellt Vollenweider fest.

Jetzt schauen Sabrina Vollenweider, Leandra Senn und Maywa Weber auch aus einem anderen Blickwinkel auf Festveranstaltungen. «Uns fallen Dinge auf, an die ein gesunder Mensch nicht einmal denkt», sagt die Benzenschwilerin, die schon von Berufs wegen für das Thema sensibilisiert ist. Vollenweider arbeitet in Affoltern am Albis im Reha-Zentrum des Kinderspitals Zürich oft mit behinderten Kindern zusammen und hat sich an die Fachhochschule für Pflege angemeldet.

Mit dem Ideenwettbewerb ist – mit oder ohne Podest – das Thema nicht abgehakt. «Unsere Arbeit soll eine Fortsetzung haben, eben in der Form der Informations-Website für Rollstuhlfahrer», unterstreicht Vollenweider. Sie ist zuversichtlich, dass das Geld für die Umsetzung aufzutreiben ist und die Seite über Jahre betrieben werden kann.

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