Sarmenstorf
Freiämter Arbeiter sorgen für warme Stuben in Glarus

Die Josef Muff AG baut eine 5,2 Kilometer lange Erdgaspipeline auf dem Grund des Zürichsees. Sie soll dafür sorgen, dass es auch in den hintersten Ecken des Kantons Glarus zu keinen Engpässen mehr kommt.

Andrea Weibel
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Spektakulär: Das Schweissschiff auf dem Zürichsee verbindet die Teilstücke und lässt sie mit Schwimmkörpern ins Wasser.

Spektakulär: Das Schweissschiff auf dem Zürichsee verbindet die Teilstücke und lässt sie mit Schwimmkörpern ins Wasser.

zvg

Im Januar war es in 1800 Haushalten des Kantons Glarus bitterkalt. Grund: Nach den Sportferien mussten diverse Schulhäuser über Nacht auf Zimmertemperatur geheizt werden – das führte zu Engpässen im Gasnetz. In hinteren Teilen des Glarnerlands kam schlicht nichts mehr an, wie der «Tages Anzeiger» berichtete. Nochmals soll das nicht passieren, jetzt sind die Freiämter am Werk.

Die Sarmenstorfer greifen ein

Die Sarmenstorfer Josef Muff AG steht kurz vor dem Abschluss der Arbeiten für eine neue, 5,2 Kilometer lange und 450 Tonnen schwere Gasleitung auf dem Grund des Zürichsees. Die Pipeline soll von Feldbach am rechten Zürichseeufer unter dem Rapperswiler Seedamm hindurch bis nach Altendorf am linken Ufer des Obersees reichen. Das Stahlrohr, das einen Durchmesser von 27 Zentimetern aufweist, wird bald Erdgas mit einem Druck von 5 Bar aus dem Zürcher Oberland ins Netz am Obersee und in der Linthebene liefern, sodass Engpässe wie jener im Januar in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr vorkommen sollen. Die Kosten für das Bauwerk: 3,5 Millionen Franken.

Im Grunde hätte der Engpass im Januar aber verhindert werden können, wenn die Gasleitung – wie ursprünglich geplant – schon seit letztem Jahr in Betrieb wäre. Doch weil sich die Ämter im Kanton Zürich mehr Zeit als erwartet gelassen haben, konnte erst im vergangenen November mit den Arbeiten begonnen werden. «In etwa zwei Wochen können wir die Arbeiten nun aber abschliessen und die Leitung dem Kunden übergeben», sagt Urban Ittig, der sich die Geschäftsführung der Josef Muff AG seit zwei Jahren mit Markus Bleiker teilt.

Spektakuläre Arbeiten

Es handelt sich zwar nicht um die erste Leitung, welche die Josef Muff AG auf dem Grund des Zürichsees verlegt. «Ich habe vor 34 Jahren als Lehrling bei der Firma begonnen, und schon damals war eines unserer Projekte eine Leitung auf dem Seeboden», erinnert sich Bleiker. Doch die Arbeiten sind jedes Mal wieder spektakulär: Die 16 Meter langen Rohre werden bei Pfäffikon am Ufer zu 288 Meter langen Strängen zusammengeschweisst. «Jede Schweissnaht wird einer Durchstrahlungsprüfung unterzogen, um sicherzustellen, dass sie absolut dicht ist», ist Bleiker wichtig zu erwähnen. Dann werden sie mit Schwimmkörpern versehen und aufs Wasser gezogen. «Direkt auf dem See werden die Teilstücke mittels Schweissschiffen zusammengesetzt. Auch diese Schweissnähte werden wieder geprüft, bevor die Leitung auf den Grund abgesenkt wird.»

Die Rohre, die eine Wandstärke von einem Zentimeter aufweisen, wären für die 5 Bar Betriebsdruck eigentlich viel zu dick. «Aber die dicken Wandstärken sind notwendig, damit die Rohre durch das Eigengewicht ins Sediment des Seegrundes einsinken», führt Ittig aus. Im nächsten Winter sollten die Glarner Haushalte also nicht mehr kalt bleiben.