Birri
Freiämter Solarkraftwerk sucht Anleger

Auf dem Scheunendach der Bauernfamilie Schmid in Birri sollen jährlich 125'000 Kilowattstunden Solarstrom produziert werden. Die Betreiber wollen schweizweit so viel Solarstrom produzieren, damit in der ganze Schweiz AKW abgestellt werden können.

Eddy Schambron
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Das Scheunendach der Familie Schmid in Birri soll zum Solarkraftwerk werden. zvg

Das Scheunendach der Familie Schmid in Birri soll zum Solarkraftwerk werden. zvg

Eddy Schambron

Jetzt will die OptimaSolar Freiamt ihr erstes Projekt starten: Auf dem Hof der Familie Schmid in Birri soll ein Solarkraftwerk gebaut werden. Mit einer Solarpanelfläche von 813 Quadratmetern will die Genossenschaft eine Jahresstromproduktion von 125 000 kWh realisieren. Um das Projekt bekannt zu machen sowie für die Finanzierung des Kraftwerks mit Genossenschaftsanteilen zu werben, wird am Freitag, 26. Juni, auf dem Hof an der Zürcherstrasse 14 in Birri von 19 bis 21 Uhr eine Informationsveranstaltung durchgeführt.

Strombedarf kompensieren

Die Freiämter Ableger der schweizweit aktiven Genossenschaft Optima-Solar entstand im März letzten Jahres aus der Somu, der Solarenergiegenossenschaft Muri. Ziel ist es, die Bevölkerung dazu zu bewegen, ihr Geld in die Produktion von Solarstrom anzulegen, um den eigenen Strombedarf zu kompensieren und eine angemessene Rendite zu erzielen. Deshalb will Optima-Solar Solarkraftwerke in der ganzen Schweiz erstellen und mittelfristig so viel Solarstrom produzieren, dass Atomkraftwerke und/oder Gaskraftwerke ersetzt werden können. OptimaSolar wurde 2011 in Solothurn gegründet und hat 19 installierte Anlagen in Betrieb.

Mit jedem Anteilsschein wird ein Teil einer Solaranlage finanziert. Die Anteilsscheineigner werden so zum Solarstrom-Produzenten und kompensieren so ihren «Grau-Stromverbrauch» mit Ökostrom. Es handelt sich um ein ähnliches Modell wie «My climate» für die CO2-Kompensation bei Flugreisen.

«Je mehr Strom ökologisch kompensiert wird, desto grösser ist die Chance, dass AKW oder Gaskraftwerke ersetzt oder nicht gebaut werden. Wenn alle Bewohner der Schweiz so viel Ökostrom kompensieren würden wie sie verbrauchen, hätten wir im Netz nur noch Ökostrom», hält die Genossenschaft fest. Mit den aktuellen von ihr erstellten Anlagen werden etwa 300 kWh pro Anteilsschein im Jahr produziert und kompensiert. Der private Stromkonsum liegt in der Schweiz pro Person und Jahr bei etwa 1500 kWh.

Mit fünf Anteilsscheinen der OptimaSolar Genossenschaft ist es möglich, diesen Stromverbrauch zu kompensieren. Ab dem dritten Jahr wird das Kapital mit zwei Prozent fest verzinst. Die zusätzlichen Erträge, welche die Genossenschaft durch die höhere Effizienz als bei privaten Anlagen erwirtschaftet, sollen in der Genossenschaft in neue Anlagen reinvestiert werden. Dadurch entstehe ein Multiplikationseffekt, der zur Folge habe, dass das Genossenschaftskapital mittel- bis langfristig erhalten bleibt und an Wert zulegt: «Wir erwarten eine Gesamtrendite von 3,5 bis 4 Prozent. Dies dürfte neben dem ideellen Wert den Anreiz bilden, in unsere Genossenschaft zu investieren.»

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