Fischbach-Göslikon
Freiämter Wassermelonen gibts auch im nächsten Sommer

Auch nächstes Jahr gibts Freiämter Wassermelonen. Zusammen mit weiteren Bauern aus der Region hat die Unicorn (Suisse) SA diesen Sommer die allerersten Schweizer Wassermelonen, die Swiss Melody, auf den Markt gebracht.

Andrea Weibel
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Freiämter Wassermelonen: Frisch vom Feld in das Verkaufsregal
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 Aussen grün, innen rot und saftig.
 Arbeit auf dem Feld.
 Ab mit dem Traktor..
 ..zur Verkostung. Stefanie Lehmann bei der Wassermelonendegustation.
 Die Freiämter Melonen landen im Verkaufsregal der Detailhändler.

Freiämter Wassermelonen: Frisch vom Feld in das Verkaufsregal

«Natürlich probieren wir es nächstes Jahr nochmals mit den Melonen», bestätigt Kurt Heimberg, Inhaber der Unicorn (Suisse) SA in Fischbach-Göslikon. Melonenbauer Christoph Meier fügt an: «Jetzt haben wir so viel lernen müssen, da wäre es schade, gleich wieder aufzuhören.»

Zusammen mit weiteren Bauern aus der Region haben sie diesen Sommer die allerersten Schweizer Wassermelonen, die Swiss Melody, auf den Markt gebracht. «Die Leute haben gestaunt, denn sie hätten es nicht für möglich gehalten, dass hier in der Region so saftige, geschmackvolle Melonen reifen können», ist Heimberg stolz.

Aus Fehlern gelernt

Dennoch haben die fünf Geschäftspartner viel Lehrgeld zahlen müssen. «Wir haben sehr vieles falsch gemacht beim ersten Mal», weiss Heimberg. «Das fing schon bei den Setzlingen an.» Diese seien vom Lieferanten im Gewächshaus gezüchtet und nicht gegen Kälte abgehärtet worden. «So sind sie gleich eingegangen, als es draussen auf dem Feld kalt geworden ist», erinnert sich Meier. «Das werden wir nächstes Jahr auf jeden Fall besser machen.»

«Der zweite Fehler war, dass wir viel zu spät zu ernten begonnen haben», so Heimberg. Die Firma Syngenta, die die Melonen entwickelt hat, riet den Bauern, noch zwei Wochen mit der Ernte zu warten, nachdem die erste Melone reif war. «Die Melonen waren dann zum Teil schon überreif, als wir sie endlich geerntet haben», berichten die beiden.

Auch wussten die Melonenbauern nicht genau, wann die Melonen reif sind. «Wir hatten noch keine Erfahrung», sagt Christoph Meier schulterzuckend. Doch jetzt wissen sie, wie genau sie durch Klopfen erkennen können, wann die Früchte reif sind.

Melonen nur wenns heiss ist

Den grössten Strich durch die Rechnung hat den fünf Melonenpionieren aber das Wetter gemacht. «Weil es im April so lange kalt war, konnten die Melonen nicht recht wachsen. Wir hätten Ende Juli ernten wollen, konnten aber erst am 20. August damit beginnen», erinnert sich Heimberg. Das wiederum hat den Absatz erschwert. «Wir mussten erkennen, dass die Leute nur Melonen kaufen, wenn es draussen sommerlich heiss ist. Gegen Ende August will niemand mehr Wassermelonen.»

Das kann auch Stefanie Lehmann, Projektleiterin Melonenverkauf bei der Unicorn (Suisse) SA, bestätigen: «Ich habe Anfang September eine Degustation veranstaltet, da wollten viele Leute nicht einmal mehr probieren», erzählt sie.

Kein Feld mehr in Beinwil

«Jetzt wissen wir, was wir falsch gemacht haben, und versuchen, die Fehler nächstes Jahr nicht mehr zu machen», sagt Heimberg. Neben Christoph Meier sind Heinz Haas und Christian Weber weiterhin dabei. «Das Feld in Beinwil mussten wir aufgeben. Anscheinend ist es zu hoch gelegen. Die Pflanzen waren schön grün, aber sie haben kaum Früchte gebildet», erklärt Kurt Heimberg.

Wie viele Melonenfelder sie nächstes Jahr anlegen, wissen sie noch nicht. «Sicher weniger als heuer», so Heimberg. Sie hätten mit 60000 bis 80000 Melonen gerechnet. «Verkauft haben wir am Ende lediglich etwa 20000 Stück.» Aber sie sind zuversichtlich: «Die Melonen schmecken den Leuten. Jetzt müssen wir sie nur früher ernten können und besser vermarkten», sind sie sich einig.

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