Das Zentrum von Rudolfstetten-Friedlisberg soll attraktiver werden: Acht Stockwerke hoch ist der geplante Solitärbau beim Bahnhof, der 24 Mietwohnungen aufweist und im Erdgeschoss Gewerberäume anbietet. Die Baukosten betragen (ohne Land) rund 7,8 Mio. Franken.

Für das freistehende Wohn- und Geschäftshaus in der Zone Areal Bahnhof am Mühlebach hat die Bauherrschaft, das Architekturbüro Monn und Pfander in Bellikon, das Baugesuch eingereicht. Mit diesem Bau soll das Areal Bahnhof baulich entwickelt werden. Im Dezember 2017 hat die Gemeindeversammlung dafür den entsprechenden Gestaltungsplan sowie eine Teiländerung der Nutzungsplanung für das Gebiet Bahnhof verabschiedet.

Bahnhof bleibt räumlich offen

Die Projektverfasser, Urs Müller Architekten, Wohlen, beschreiben das geplante Gebäude direkt neben dem Bahnhof als markanten Punktbau, der die Wichtigkeit der örtlichen Gegebenheit beim Bahnhof als Zentrum der Gemeinde unterstreicht und hervorhebt.

Der Bau könnte künftig gar den Endpunkt einer möglichen baulichen Entwicklung der Nachbarsparzelle bilden. Durch die kompakte Bauweise und die Lage des Gebäudes entsteht «keine räumliche Zäsur zwischen einer südöstlichen und einer nordwestlichen Zone», heisst es im Projekt. Das bedeutet, dass der Bahnhof dadurch vor einer Abriegelung bewahrt wird.

Das 25 Meter hohe Gebäude mit eher dunkel gehaltener Fassade und mit einer Grundfläche von 19 auf 19 Meter soll ein transparentes, vollverglastes Erdgeschoss von öffentlicher Bedeutung erhalten. Für Dienstleistungen/Gewerbe stehen 276 Quadratmeter zur Verfügung und rund 140 Quadratmeter als reine Verkaufsfläche.

Möglich wären unter anderem ein Café/Restaurant und ein Kiosk, heisst es im Projekt, doch die gewerbliche Nutzung ist noch nicht festgeschrieben. Durch die Vollglasfassade im Parterre vermittelt das Gebäude als Ganzes den Eindruck beziehungsweise die «Optik eines über dem Boden schwebenden Würfels», was nach Ansicht von Urs Müller Architekten «der städtebaulichen Position noch zusätzliche Wirkung verleiht».

Vier Zonen werden durch die Stellung des Gebäudes gebildet: Fussgänger- und Aufenthaltszone, Erschliessung mit Stichstrasse, oberirdische Parkplätze und eine Wendeschlaufe für den Busverkehr, möglicherweise mit einer künftigen Verbindung in den Ortsteil Friedlisberg.

Die KIP Siedlungsplan AG, Wohlen, hat ein Mobilitätskonzept erarbeitet und dabei folgende Ansätze verfolgt: Mobilität als Themenfeld für die Liegenschaftsverwaltung, Förderung des Fuss- und Radverkehrs sowie die siedlungs- und quartierverträgliche Abwicklung des motorisierten Individualverkehrs. Der Fokus ist dabei auf den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr gerichtet worden.

Auch Alterswohnungen möglich

Über dem Erdgeschoss werden sieben Wohngeschosse realisiert mit einer Fläche von rund 2200 Quadratmetern. Die 24 darin untergebrachten Wohnungen gliedern sich auf in Grössen von 11/2 bis 41/2 Zimmer und sind auch für altersgerechtes Wohnen gedacht.

Der umbaute Raum im Hochhaus wird in den Unterlagen mit rund 13 350 Kubikmetern angegeben, die Bruttogeschossfläche mit 2470 Quadratmetern. In der Tiefgarage sind 38 Autoabstellplätze vorgesehen, 24 davon für die Bewohnerinnen und Bewohner der Liegenschaft. Dazu sind 42 Velo-Abstellplätze beim Hochhaus geplant.

Die Wärmeerzeugung im Gebäude erfolgt mittels Erdsonden-Wärmepumpe. Vorgesehen ist ferner die Montage einer Photovoltaikanlage zur Erzeugung von Solarstrom. Das Baugesuch kann noch bis zum 9. April im Gemeindehaus eingesehen werden.