Wohlen
Für die Jazz Night öffnete der «Chäber» ein letztes Mal seine Tore

«ibw persönlich» präsentierte pionierhafte Energiepläne und leitete zur Jazz Night der besonderen Klasse über. Neben dem erfrischenden Klangbad der verschiedenen Konzerte war vor allem der berühmte «Chäber» das Highlight. Er hatte ein letztes Mal geöffnet – und war rappelvoll.

Brigitte Santmann Rubin
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Stefan Keller & Friends im Reservoir Hochwacht.
7 Bilder
Die grosse Bühne an der Jazz Night Wohlen.
Der Chäber Wohlen ist bis auf den letzten Platz besetzt.
Jazz Night Wohlen Stefan Keller & Friends im Reservoir Hochwacht.
Dixie On Air im Chäber Wohlen.
Auch im Eingang zum Chäber Wohlen ist es eng.
Impressionen von der Jazz Night Wohlen

Stefan Keller & Friends im Reservoir Hochwacht.

Mario Heller

Im voll besetzten Casino berichtete Verwaltungsratspräsident Hanspeter Weisshaupt an der Jahresinformation «ibw persönlich» vom erfolgreichen Geschäftsjahr 2015: Trotz der Weitergabe von tieferen Einkaufspreisen an die Kundschaft konnte der Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 4,3% gesteigert werden. Die Gemeinde Wohlen erhält wie im Vorjahr eine Dividende von 1,1 Millionen Franken, worüber sich Gemeinderat Ruedi Donat hoch erfreut zeigte. Mit Stolz verwies er auf die stetig gestiegene Dividende seit Etablierung der ibw als eigenständige Aktiengesellschaft vor 15 Jahren, mahnte aber, dass es nun im Sinne der Nachhaltigkeit Zeit für eine Phase der Investitionen sei, statt weiteren Gewinnzuwachs zu forcieren.

Nachhaltigkeit war denn auch in Bezug auf die Produkte der ibw das Thema der diesjährigen «ibw persönlich». Bezüglich der Energiestrategie 2050 sei man bestens unterwegs, berichtete Weisshaupt. So habe der Anteil des naturemade-Star-zertifizierten Ökostroms am gesamten letztjährigen Stromverkauf 9,9% ausgemacht, wobei der schweizweite Durchschnitt gerade mal halb so hoch sei (4,7%). Weisshaupt verkündete das ehrgeizige Ziel, den Anteil bis 2020 auf 20% anzuheben. Gleichzeitig stellte er deutliche Forderungen an die Politik. So sei zunächst der Atomausstieg an der Urne zu legitimieren und danach die Energiestrategie 2050 hinsichtlich der Frage auszugestalten, wie die 40% Atomenergie bei konstanter Versorgungssicherheit zu ersetzen seien. Weiter forderte Weisshaupt, dass der Staat nur die Rahmenbedingungen festlegen, deren Umsetzung aber der Energiebranche überantworten solle.

Entscheidungshilfen für Kunden

Peter Lehmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung und Delegierter des Verwaltungsrats, berichtete über die Strategie der Nachhaltigkeit in Bezug auf die Kundschaft. Schon heute können Kunden zu Hause am Computer den eigenen Stromverbrauch auf dem Portal der ibw in einer Visualisierung ansehen. So kann der im Alltag unsichtbare Verbrauch von Geräten im Standby-Modus aufgedeckt werden.

Das Zauberwort für jede Entscheidung in Sachen Energie und Umwelt sei die sogenannte «Ökobilanz». «Eine Ökobilanz betrachtet die Umweltwirkung von Produkten von der Herstellung über die Lebensdauer bis zur Entsorgung», führte Lehmann aus. Damit habe man nicht nur einen Aspekt – etwa den CO2-Ausstoss – im Blick, sondern die gesamte Belastung. Und hier setzt das neu entwickelte Projekt «Q» an. Wie sieht der Kunde im Voraus, welche Änderung in seinem Verhalten der Umwelt auch wirklich etwas nützt? Die Ökobilanz liefert einen Wert in sogenannten Umweltbelastungspunkten (UBP). Dieser Wert kann künftig auf ibw.ag individuell eruiert werden, bevor man sich entscheidet: Solaranlage bauen oder Fassade isolieren? Neuen Kühlschrank oder mehr Ökostrom kaufen? Diese Online-Dienstleistung sowie persönliche Energieberatungen bietet ibw in Zusammenarbeit mit dem Partner werz (Institut für Wissen, Energie und Rohstoffe Zug).

Und es kommt noch besser: Mit dem Bonusprogramm «Quadro» wird man dabei erst noch belohnt. Wer ein umweltfreundliches Heizsystem installiert, Ökostrom bezieht oder effiziente Geräte kauft, bekommt Quadro-Punkte, die man an die Energierechnung anrechnen lassen oder zur Zahlung im «Rote Huus» verwenden kann. Das ist pionierhaft, und Peter Lehmann erhofft sich eine Signalwirkung «bis uf Bern ufe».

Reservoir extra für Konzert geleert

Drums2Streets gab im Anschluss an die vielfältigen Informationen ihre Darbietung auf Recycling-Instrumenten wie Regentonnen, Farbkübeln, Plastikröhren und Gartenschaufeln zum Besten, bevor die Leute zu den verschiedenen Jazzkonzerten ausströmten. Ein Highlight war dabei das Konzert mit diversen gigantischen Flöten, Bass und Schlagzeug im Reservoir Hochwacht, das durch Umleitungen extra für dieses Konzert geleert wurde. Gross wie Teleskope standen Subkontrabassflöte und andere monumentale Geräte in der grossen, weissen Landschaft des Reservoirs verteilt, denen Flötist Stefan Keller abwechselnd die geheimnisvollsten Töne entlockte. Ein ‹erfrischendes Klangbad› war versprochen worden – in der Tat war die Atmosphäre speziell, die Musik immer leicht. Man dachte an Kolibris, an Schmetterlinge, und selbst wenn es zwischendurch mal laut und schnell wurde: Es blieb behutsam, sphärisch, perlend, sodass man tatsächlich das Gefühl eines erfrischenden Bads bekam, bevor man wieder an die Oberfläche der profanen Realität aufstieg.

Ein anderes offensichtliches Highlight war der letztmals geöffnete «Chäber» – er war so voll, dass ein letzter Besuch im Lokal für die meisten vor der Tür endete und ein Blick von aussen durch die Fenster auf die Stepptänzerin Shyrleen Mueller und das Septett Dixie On air genügen musste.

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