BBZ by Bike

Gegenwind als Spielverderber: Klick-Pedalen helfen Pässe zu überwinden

Freiämter Berufsschülerinnen und -schüler fahren mit dem Velo nach Venedig – Tag 5.

Traumhaftes Velowetter, eine schöne Strecke mit überwiegend negativen Höhenmetern und lediglich eine kurze steile Rampe -- es hätte alles gepasst gestern, auf der 134 Kilometer langen Fahrt von Auer / Ora nach Bussolengo. Doch der teilweise böige Gegenwind hat den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der der bbz bike-Tour den Tag zeitweise arg vermiest. «Die zwei grossen Pässe waren ja fast leichter zu fahren als das, was wir heute erlebt haben», sagte eine junge Frau nach der Ankunft im Hotel.

Der guten Laune hat der Gegenwind nicht geschadet. Im Gegenteil: Die Stimmung wird von Tag zu Tag besser und der Teamgeist auch. Mit 119 Kilometern und einer einzigen scharfen Steigung folgt heute die letzte grosse Etappe nach Padova. Am Freitag wird dann das letzte Teilstück bis ans Meer im Sprint über 57 Kilometer genommen.

BBZ by Bike: der fünfte Tag im Video

BBZ by Bike: der fünfte Tag im Video

Wie haben sich die 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die doch recht anspruchsvolle Tour vorbereitet? «Überhaupt nicht», gibt Michelle unumwunden zu. Sie habe den obligatorischen Einfahrtag über 105 Kilometer mitgemacht und weiter nicht auf dem Velo trainiert. Den bisherigen Weg hat sie dennoch gut überstanden. Das deshalb, weil sie als aktive Leichtathletin über eine sehr gute Grundkondition verfügt.

Und vielleicht auch wegen den Klick-Pedalen, die sie sich auf den Rat von Bekannten vor der Tour hat an ihr Bike montieren lassen: «Mit den Klick-Pedalen kann man nicht nur stossen, sondern auch ziehen. Das macht es am Berg etwas einfacher», sagt sie. Ebenfalls mit Klick-Pedalen unterwegs und davon überzeugt ist Patrick. Auch er hat sie vor der Tour montiert, auf Anraten seines Vaters, der viel mit dem Rennvelo unterwegs ist.

Im Gegensatz zu Michelle ist Patrick ein paar längere Trainingsrunden gefahren. Obwohl auch er als Fussballer über eine sehr gute Kondition verfügt. Weiter hat er sich bisher auch strikt und erfolgreich an den Rat seines erfahrenen Vaters gehalten: «Geh die Touren nicht zu schnell an, fahr dein Tempo und versuche, einen konstanten Rhythmus zu finden.»

Tag 4:  Der Schulpräsident als Pannenhelfer

Es ist keineswegs so, dass sich die jungen Radfahrer nicht zu helfen wissen, wenn ihr Rad einen Platten einfängt. So wie es heute nach ungefähr der Hälfte der 133 Kilometer langen Tagesstrecke von Nauders am Reschenpass nach Auer/Ora unterhalb von Bozen in Südtirol passiert ist.

Allerdings hat bbz-Schulpräsident Paul Huwiler etwas, das die Jungs nicht haben: Eine Pumpe, die mit einer Gaspatrone funktioniert. Logisch, dass Paul anhielt und den bbz-Stiften beim Reifenflicken geholfen hat.

BBZ by Bike: Freiämter Berufsschülerinnen und -schüler fahren mit dem Velo nach Venedig – Teil 4

Video-Eindrücke vom vierten Tag

Es war die bisher längste Strecke der bbz-bike-Tour, vom Profil her allerdings die einfachste. Am Anfang waren noch einmal 200 Höhenmeter bis auf den Reschenpass zu überwinden, dann ging es mehr oder weniger bergab oder zumindest flach.

Einfach war es dennoch nicht, wie Rebecca und Janine, die nach 2017 zum zweiten Mal bei der bbz-Tour dabei sind, am Ziel erklärten: «Es war herrlich, so lange bergab zu fahren», sagte Rebecca, «aber es war dennoch sehr, sehr anstrengend.» Ihre Kollegin Janine sah es ähnlich: «Vom Reschenpass ins Tal zu sausen, war herrlich. Auch die Gegend dort ist sehr schön. Doch auf der Ebene kam der Gegenwind und das war echt hart.» Mit der Strecke sind die beiden erfahrenen jungen Frauen bisher zufrieden. «Es ist zwar anstrengender als vor zwei Jahren in Frankreich, aber die Pässe haben mir gepasst», sagt Rebbeca. Und fügt an: «Das Essen ist bis jetzt deutlich besser als vor zwei Jahren.» Doch da hält Janine energisch dagegen: «Ich mag Ente. Die hats in Frankreich mehrmals gegeben und hier gibts die nicht», schmunzelt sie.

Rebecca und Janine haben es, trotz der vom Höhenprofil her gegenüber 2017 deutlich anspruchsvolleren Tour, bisher nicht bereut, ein zweites Mal mitzufahren: «Es war ein Super-Entscheid. Es ist wieder toll und die Unterkünfte waren bisher auch besser als in Frankreich.» Logisch – schon vorgestern in Nauders gab es ein Hallenbad und gestern in Duro/Ora sogar einen kühlen Aussenpool.

Auch Paul Huwiler, der die bbz-bike-Tour mit Gattin Gisela traditionell mitfährt, ist mit dem bisherigen Verlauf zufrieden: «Es ist wie immer: Die jungen Leute nehmen Rücksicht aufeinander und sind hochanständig. Sie sind der Gegenentwurf zu all dem, was man heute oft über junge Leute liest.

Tag 3: Als der strömende Regen zu Ende war, ging es kräftig zur Sache

Auch am dritten Tag hat die bbz Bike-Gruppe grosses Wetterglück gehabt. Wie schon am Sonntag in Mols regnete es am Montag auch in Studen am Arlberg noch beim Frühstück in Strömen. Und wie am Tag zuvor war es exakt zur Abfahrt trocken.

Mit lediglich 91 Streckenkilometern stand am Montag eine relativ kurze Etappe auf dem Programm. Doch sie hatte es in sich: Gleich vor dem Hotel warteten die letzten Kehren hinauf auf den 1800 Meter über Meer gelegenen Arlbergpass. 400 Höhenmeter waren auf den ersten 6,5 Tageskilometern zu bewältigen. Und am Schluss gings noch mal kräftig zur Sache: Von Martina an der Engadiner Grenze zu Österreich bis nach Nauders warteten im Schlussanstieg weitere 400 Höhenmeter. Insgesamt haben die 21 bbz-Bikerinnen und Biker am Montag 1871 Höhenmeter bewältigt. Entsprechend stolz waren alle auf ihre Leistung.

Heute Dienstag wartet auf der Etappe nach Auer / Ora im Südtirol lediglich noch der vergleichsweise harmlose Schlussanstieg (200 Höhenmeter) auf den Reschenpass. Dann gehts die nächsten Tage mehr oder weniger nur noch talwärts.

Bis jetzt ist, abgesehen von kleineren Zwischenfällen, alles nach Plan verlaufen. Zu verdanken ist das der tadellosen Organisation vom Ehepaar Monika Hafner und Martin Erne. Hafner lehrt am bbz Italienisch und Französisch, Erne Sport und Deutsch. Beide investieren einen Riesenaufwand in die Vorbereitung und opfern für die Tour jeweils zwei Wochen Ferien. Warum sie für dieses Projekt so viel Zeit investieren, erzählen die Beiden im Video-Interview.

Monika Hafner und Martin Erne: «Das werden sie nie mehr vergessen»

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Tag 2: Das war hart, knallhart

Nicht wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bike-Tour des Berufsbildungszentrums Freiamt (bbz by bike) sind am Sonntag an ihre Grenzen gekommen.

Von den 21 Lernenden (11 junge Männer und 10 junge Frauen) haben die wenigsten bisher über 100 Kilometer an einem Tag auf dem Velo zurückgelegt. Von einer Passfahrt ganz zu schweigen.

Am zweiten Tag der bbz by bike-Tour gings über 105 Kilometer von Mols am Walensee nach Stuben Arlberg. Insgesamt waren auf dieser Tour 1493 Höhenmeter zu überwinden.

Video bbz Tag 2

Das Video von unserem Reporter Toni Widmer:

 

Locker hat das niemand geschafft, doch kurz vor 19 Uhr hatten das Ziel auf 1411 Metern über Meer alle erreicht. Total geschafft, aber glücklich und stolz auf die starke Leistung.

Bike-Tour findet bereits zum siebten Mal statt

Die Radtour ist ein Projekt von bbz-Sportlehrer Martin Erne und seiner Gattin Monika Hafner. Sie findet alle zwei Jahre statt.

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Seit Samstag läuft das Unternehmen zum siebten Mal, erstmals wird aber an die Adria gefahren, insgesamt 742 Kilometer vom Freiamt bis Sottomarina di Chioggia bei Venedig. Bisher war das Ziel jeweils Les Saintes Maries-de-la-Mer am Mittelmeer gewesen.

Die Tour ist für die Lernenden erschwinglich, weil Martin Erne und Monika Hafner auch dieses Jahr grosszügige Sponsoren gewinnen konnten.

Unterstützt wird das Projekt von den Freiämter Raiffeisenbanken, der IB Wohlen AG und der Berufsschule selber. Die sechs Begleiter, die mitfahren – unter anderem hat sich auch bbz-Schulpräsident Paul Huwiler mit Gattin Gisela erneut auf das Rad geschwungen – zahlen ihre Kosten vollumfänglich selber. Huwiler und seine Frau haben die Tour übrigens vor zwei Monaten schon einmal per Velo abgefahren und sind von Sottomarina di Chioggia sogar bis nach Rom weiterpedalt.

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Sieben Tage lang ist die Gruppe unterwegs, die Tagestouren sind von Erne und Hafner mit viel Zeitaufwand top vorbereitet worden. Heute Montag warten auf die Bikerinnen und Biker der restliche Anstieg auf den Arlbergpass und dann ein Teil des Reschenpasses bis nach Nauders auf 1336 Meter über Meer. Insgesamt warten 91 Streckenkilometer und ein Gesamtanstieg von 1871 Metern auf die Lernenden. Der tiefste Punkt liegt auf 783, der höchste auf 1801 Meter über Meer.

 Rückblick erster Tag in Bildern: 

Rückblick erster Tag in Video: 

Video bbz bike Tag 1

Impressionen vom ersten Tag

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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