Zufikon

Gemeinderat korrigiert: «Strompreise schlagen 2016 nicht auf»

In Zufikon sind die Stromtarife ein heiss diskutiertes Thema. AZ-Archiv

In Zufikon sind die Stromtarife ein heiss diskutiertes Thema. AZ-Archiv

Der Gemeinderat korrigiert teilweise fehlerhafte Formulierungen der Elektra. Er versichert: «Die Strompreise schlagen nächstes Jahr nicht auf. Alle Kunden bezahlen auch im Jahr 2016 den bisherigen Preis».

Vor drei Monaten informierte die Elektra Zufikon ihre Stromkunden per Brief. Das Schreiben und das Preisblatt vom 26. August lassen den Schluss zu, dass die Strompreise in Zufikon steigen. «Das trifft aber nicht zu», hält der Gemeinderat in einer Stellungnahme fest, «die Strompreise schlagen nächstes Jahr nicht auf. Alle Kunden bezahlen auch im Jahr 2016 den bisherigen Preis». Weiter teilt der Gemeinderat mit, er bedauere die unklaren, teilweise falschen Formulierungen im Schreiben der Elektra und die dadurch in der Bevölkerung entstandene Verunsicherung.

Strompreis seit 2005 gleich

2009 fällt die Zufiker Gemeindeversammlung einen wegweisenden Entscheid. Damals beschloss man, die aus dem Jahr 2005 stemmenden Strompreise erst anzuheben, wenn das Vermögen der Elektra nur noch eine Million Franken beträgt. Das damalige Vermögen von rund 3 Mio. Franken ist geschmolzen, es beläuft sich jetzt auf
1,8 Mio. Franken.

In der Preisbildung ist die Elektra nicht frei. Die bundesrechtliche Stromgesetzgebung gibt dafür die Vorgaben und verpflichtet alle Stromlieferanten dazu, die Preise jährlich anhand der Veränderungen im Energiemarkt und anhand der Betriebsergebnisse neu zu berechnen.

Bis jetzt und auch fürs Jahr 2016 berechnete die Elektra die preisbildenden Komponenten nach den gesetzlichen Vorgaben. Auch nutzte sie die Gestaltungsräume, um die aus verschiedenen Teilbeträgen zusammengesetzten Endpreise auf dem Stand von 2005 zu halten.

Elektra berappt SDL selber

Normalerweise müssen Stromkunden die Systemdienstleistungen (SDL) an die nationale Netzgesellschaft Swissgrid bezahlen; die SDL sind Bestandteil des Strompreises. Fürs Jahr 2016 berappt die Elektra Zufikon die SDL im Betrag von 0,45 Rappen pro Kilowattstunde ausnahmsweise aus der eigenen Tasche. Durch diese Massnahme kann der Strompreis auf dem Niveau von 2005 gehalten werden.

Wie schon in den Vorjahren enthalten die Endpreise für 2016 keine Bundesabgaben. Die Abgaben an den Bund waren erst nach dem Jahr 2005 eingeführt worden. Die Bundesabgabe zur Förderung der erneuerbaren Energien (kostendeckende Einspeisevergütung KEV) sowie zum Schutz der Gewässer und der Fische wird somit zusätzlich erhoben.

In einer neu zusammengestellten Liste der Elektra sind die neuen Preise für die verschiedenen Produkte übersichtlicher und verständlicher als bisher aufgelistet.

Abschliessend heisst es in der Stellungnahme, der Gemeinderat und die Stromlieferanten Elektra seien «an einer transparenten, stabilen Preispolitik interessiert». Nebst günstigen Stromtarifen müssten aber auch die Gelder für anstehende Investitionen beschafft werden können. Ob man in der Lage sei, den Kunden in Zufikon auch ab dem Jahr 2017 verbilligte Tarife anzubieten, werde die Entwicklung des Elektra-Vermögens zeigen.

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