Tatsächlich ist der Beschluss der Gemeindeversammlung vom 15. November jetzt umgekrempelt worden. Damals hatten sich die Stimmberechtigten mit 129:50 Stimmen für die flächendeckende Einführung von Tempo 30 auf den Gemeindestrassen ausgesprochen. Am Sonntag an der Urne waren 315 Stimmberechtigte dafür und 482 dagegen. Das bei einer überraschend hohen Stimmbeteiligung von 62,6 %. An der gleichentags stattfindenden Gemeinderatsersatzwahl hatten sich «nur» 53,3 % der Stimmberechtigten beteiligt, obwohl sich dort für einen Sitz gleich drei Kandidatinnen und Kandidaten beworben hatten.

Für Heggli ist damit das Ziel in zweierlei Hinsicht erreicht: «Es ging uns nicht primär nur darum, dass Tempo 30 in Arni nicht eingeführt wird. Es ging uns vor allem auch darum, einen allfälligen Entscheid breiter abzustützen. So haben wir im Abstimmungskampf auch geworben», erklärt er.

Der Sprecher des Referendumskomitees sagt weiter: «Ich nehme seit Jahrzehnten an jeder Gemeindeversammlung teil und weiss, wer da regelmässig kommt. Als es um die Einführung von Tempo 30 ging, war sofort klar, dass da mächtig mobilisiert worden ist. Es waren viele Leute im Versammlungslokal, die man sonst an einer Gemeindeversammlung nicht sieht.» Schon deshalb, sagt Heggli, habe ein Referendum Sinn gemacht. Jetzt hätten auch jene darüber befinden können, die nicht speziell mobilisiert worden seien. Die hohe Stimmbeteiligung sei dabei ein klares Indiz dafür, dass das Thema allgemein interessiert habe.

Für das Referendumskomitee, sagt Heggli weiter, sei Tempo 30 jetzt definitiv vom Tisch. Auch mit Temporeduktionen in einzelnen Quartieren könnte er sich nicht abfinden: «Wir sind für mehr Eigenverantwortung und Freiwilligkeit, auf dieser Schiene muss man jetzt in Arni fahren beziehungsweise dort langsamer fahren, wo es nötig ist.»

Ein deutlicher Entscheid

Das sieht der für die Tempo-30-Vorlage zuständige Gemeinderat David Frei ähnlich: «Ich hätte es zwar lieber anders gesehen, aber der Entscheid ist deutlich und so zu akzeptieren», erklärt er. Der Gemeinderat müsse das Abstimmungsergebnis jetzt zwar vorerst analysieren, aber er gehe davon aus, dass man das Thema kaum in absehbarer Zeit mit einer neuen Vorlage aufgreife und – beispielsweise – versuche, das Tempo lediglich in einzelnen, besonders gefährdeten Quartieren zu reduzieren: «Ich hoffe, dass die Diskussion im Vorfeld der Referendumsabstimmung die Bevölkerung sensibilisiert hat und allein schon das dazu beiträgt, dass künftig in den Quartieren etwas überlegter und langsamer gefahren wird», sagt Frei.

Er sieht diesbezüglich nach wie vor Handlungsbedarf, setzt aber jetzt ebenfalls auf Freiwilligkeit und Appelle: «Ich denke, wir müssen da in nächster Zeit halt versuchen, mit Aufrufen an die Bevölkerung etwas zu erreichen, wenn es nicht sonst klappt.»

Die Vorlage für die Einführung von Tempo 30 auf allen Gemeindestrassen kam letztes Jahr auf eine Initiative aus der Bevölkerung zustande. Beim Gemeinderat wurde ein entsprechendes Begehren mit 260 Unterschriften eingereicht und dann an der Gemeindeversammlung im November darüber abgestimmt. Gegen diesen Beschluss wurde in der Folge erfolgreich das Referendum ergriffen.