Waltenschwil

Geschichten aus früheren Zeiten in Waltenschwil

Waltenschwil: Lesung von Willi Burkart – Er berichtet über seine Jugendzeit

Waltenschwil: Lesung von Willi Burkart – Er berichtet über seine Jugendzeit

Der 81-jährige Willi Burkart las in Waltenschwil Geschichten aus früheren Zeiten vor – zur grossen Unterhaltung der gespannten Zuhörerinnnen und Zuhörer. Lautes Lachen und begeisterter Applaus begleiteten fast jedes Ende seiner Berichte.

«Die erste Erinnerung, die ich mit Waltenschwil verbinde, ist die Geschichte mit den Schuhbändeln», erzählte der 81-jährige Willi Burkart. «Damals spazierten die Wohler Geistlichen nach Waltenschwil. Auch ein Domherr war dabei.»

Dieser entdeckte den kleinen Willi, dessen Schuhbändel offen waren, und fragte ihn, ob er sich die Schuhe nicht selber zubinden könne. «Das konnte ich wirklich nicht. Also kniete der Domherr nieder und band mir die Schuhe», berichtet er noch immer mit Stolz. «Als ich den Domherrn das nächste Mal sah, konnte ich die Schuhe binden. Da sagte er, jetzt sei ich ein Grosser.»

Meteoriten und Walliser Weggen

Die Geschichte mit den Schuhbändeln ist nur eine von unzähligen lustigen Anekdoten, die der pensionierte Töpfer, Grafiker und Lehrer seinen gespannten Zuhörerinnen und Zuhörern im Ortsmuseum in Waltenschwil erzählte – oder direkt aus einem seiner drei Bücher vorlas.

Lautes Lachen und begeisterter Applaus begleiteten fast jedes Ende seiner Berichte. Diese untermalte er zusätzlich mit der Projektion eigener Illustrationen, mit kurzen «Schnöregiigeli»-Einlagen oder gar mit dem Stück eines Meteoriten, dessen Absturz er miterlebt hatte.

Burkart brachte seinem Publikum ein paar Brocken Jenisch bei, erinnerte sich an seine Veloreise nach Rom, auf der ein Walliser Weggen für Bombenalarm sorgte, und fragte immer wieder beinahe ungläubig: «Ist es euch noch nicht verleidet?»

Geschichten aufschreiben, bitte

Am Ende konnte er kaum fassen, dass er eine ganze Stunde erzählt hatte. Doch das Publikum war begeistert – und Willi Burkart sichtbar gerührt.

José Meier, Präsident der Ortsmuseumskommission, die die Lesung organisiert hatte, rief zur Nachahmung auf: «Ich bin sicher, dass auch andere Leute im Dorf viele spannende Geschichten aus ihrem Leben zu erzählen haben. Schreiben Sie diese auf. Es gibt so viele Menschen, die sich darüber freuen würden.»

Burkart ergänzte: «Und malen Sie Bilder dazu, ganz egal, ob Sie zeichnen können oder nicht.» Denn dass solche Erinnerungen gerne gehört werden, hat der volle Raum im Ortsmuseum am Sonntagmorgen bewiesen. (aw)

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