Wohlen

GLP-Mitglied Philipp Bürgi ist ein Senkrechtstarter – nun kandidiert der 19-Jährige für die Grossratswahlen

Philipp Bürgi ist nicht nur politisch aktiv, sondern auch sportlich und musikalisch.

Philipp Bürgi ist nicht nur politisch aktiv, sondern auch sportlich und musikalisch.

Mit 19 Jahren gehört der Wohler Philipp Bürgi (GLP) zu den jüngsten Grossratskandidaten. Trotzdem weiss der Student der Rechtswissenschaften zu überzeugen. Primär setzt er sich für die Bereiche Umwelt und Bildung ein.

Wohin man derzeit in Wohlen auch geht, Philipp Bürgi begleitet einen. Das Plakat des jungen Kandidaten der GLP lacht von praktisch jeder zweiten Strassenlampe. Wer ist der junge Mann, der zugleich auch für den Bezirksschulrat kandidiert?

Beim Treffen wird schnell klar, er ist einer, der druckreif formuliert, fokussiert ist und der es versteht, sein Gegenüber mit einem verschmitzten Lächeln für sich einzunehmen. Dass er mit 19 Jahren sehr jung ist für diese Kandidatur, wurde ihm in den vergangenen Monaten oft attestiert. «Darauf war ich vorbereitet», kommentiert er. Überhaupt ist der Student der Rechtswissenschaften der Uni Bern bestens vorbereitet und organisiert. Das ist auch notwendig, um seine zahlreichen Hobbys unter einen Hut zu bringen und fast täglich von Bern nach Wohlen zu pendeln.

Nebst Studium und Politik ist er als Bandleader der Dottiker Bigband «Crazy Hoppers» zweimal wöchentlich an den Proben anwesend und organisiert und begleitet die Kinder zu den zahlreichen Auftritten. Und als wäre dies nicht schon genug, leitet er auch noch die Trainings des Wohler Badmintonklubs. Wie geht das alles zusammen? Auch diese Frage musste er sich schon oft stellen lassen. «Was ich tue, mache ich gerne. Zudem liebe ich die Herausforderung und Neues», antwortet er.

Interessiert ihn etwas, hängt er sich voll rein

Sein Interesse für die Politik und die Zusammenhänge sei im Elternhaus gefördert worden, erzählt der begeisterte Velofahrer. «Meine Eltern sind beide Lehrer.» Doch nicht nur die Prägung von daheim, auch sein Interesse am Weltgeschehen brachten ihn zur Erkenntnis, dass «die Bildung ein zentrales Gut ist». Ist der 19-Jährige an einem Thema interessiert, hängt er sich richtig rein. So etwa mit seiner Maturaarbeit über die Konfitüre der Hero in Lenzburg, die von Schweizer Jugend forscht ausgezeichnet wurde.

Bürgi ist denn auch überzeugt, dass eine fundierte Ausbildung die Grundlage für alles ist. Das Thema ist zentral in seinem Wahlkampf, den er vom Listenplatz neun aus bestreitet. «Mir ist bewusst, dass die Chancen gering sind, dass ich gewählt werde. Mir geht es darum, Erfahrungen zu sammeln», gesteht er ein. Nicht zuletzt ist der Wahlkampf eine wichtige Unterstützung für seine Partei.

Dieser gehört er erst seit Januar 2020 an. Er habe sich im Vorfeld mit der Parteilandschaft und deren Ausrichtungen und Exponenten beschäftigt. Der Entscheid für die GLP fiel, weil die Partei noch jung sei und seine Interessen vertrete.

«Das Volk soll eine breite Auswahl haben»

Umwelt und Bildung, vor allem diese Themen möchte der aktive junge Wohler im Grossen Rat vertreten. Er trete für eine pragmatische Umweltpolitik ein, welche die Bevölkerung nicht bevormunde, sondern mit Anreizen zum Umdenken bewege. Und natürlich möchte er frischen Wind einbringen.

Darum kandidiert er auch für den Bezirksschulrat, «das Volk soll eine breite Auswahl haben», nennt er seine Motivation für seine Kandidatur. In dieser Funktion könnte er nicht nur sein Wissen aus dem Jusstudium einbringen, sondern auch seine Erfahrungen aus der Schulzeit, die ja wahrlich noch nicht lange her ist.

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