Bezirk Muri

Grünen-Präsidentin nach Wahlschlappe selbstkritisch – «Es war vielleicht ein Fehler»

Lea Küng ist die Präsidentin der Grünen Bezirk Muri.

Lea Küng ist die Präsidentin der Grünen Bezirk Muri.

Im Bezirk Muri verlor die Grüne-Partei bei den Grossratswahlen als einzige Bezirkspartei im Kanton Wähleranteile. Entgegen dem Trend. Präsidentin Lea Küng blickt selbstkritisch zurück.

Die Erwartungen der Grünen im Bezirk Muri wurden bei den Grossratswahlen vor zehn Tagen deutlich verfehlt. Statt ihren Wähleranteil von 2016 (7,7 Prozent) zu steigern, musste die Partei einen Rückschlag einstecken. Sie verlor mehr als ein Prozent und kam noch auf 6,5 Prozent. Statt den Schwung der grünen Welle von den nationalen Wahlen 2019 mitnehmen zu können, wurden die Grünen im Oberfreiamt zurückgestuft.

Der Bezirk Muri tanzt dabei im kantonalen Vergleich aus der Reihe. Er ist der einzige der elf Bezirke, in denen die Grünen einbüssten. Kantonalpräsident und Grossrat Daniel Hölzle (Zofingen) meinte zum Murianer Abschneiden vergangene Woche: «Dort wäre auch noch mehr gegangen.» Muri sei der einzige Bezirk gewesen, in dem die Grünen keine Plakatwerbung gemacht hätten. Diese Strategie müsse man überdenken.

Lea Küng, Präsidentin der Grünen-Bezirkspartei Muri, korrigiert Hölzles Aussage gegenüber der AZ. Die Beinwilerin sagt: «Das ist nicht ganz korrekt. Ich habe es bereits mit Daniel Hölzle besprochen, er hatte eine falsche Information. Wir machten Plakatwerbung, allerdings nur mit mir, die auf Listenplatz eins kandidierte und in geringerem Ausmass als sonst in früheren Jahren üblich war.»

Nur eine Kandidatin machte Plakatwerbung

Diese Beschränkung sei intern auch diskutiert worden. Zur Debatte stand, ob auch die Kandidaten auf den Plätzen zwei und drei als Plakat ausgehängt werden sollten. Dies wurde von den Grünen aber verworfen. Nebst Lea Küngs Bild zeigte die Partei auch mit Regierungsratskandidatin Christiane Guyer Flagge.

Weshalb die Strategie nicht aufging und wider Erwarten sogar Wähleranteile eingebüsst wurden, kann Lea Küng nicht präzis analysieren. Selbstkritisch meint sie aber zur reduzierten Plakatkampagne: «Es war vielleicht ein Fehler im Nachhinein. Wir müssen sicher anschauen, was falsch lief.»

Im Vorfeld der Grossratswahlen setzten sich die Grünen des Bezirks Muri zwei hohe Ziele. Sie wollten den vor acht Jahren verlorenen Sitz zurückerobern und mehr Stimmen holen als vor vier Jahren (3678). Beides wurde verfehlt.

Heuer konnten die Grünen nur noch 3268 Stimmen sammeln. «Das tut mega weh. Es lief nicht so wie erhofft», blickt Lea Küng zurück. Man sei ähnlich wie 2016 auch auf der Strasse im Wahlkampf aktiv gewesen oder habe Wahlwerbung am Bahnhof betrieben. Skeptisch betrachtet sie im Rückblick den gemeinsam organisierten Aktionstag mit den Grünen des Bezirks Bremgarten in Wohlen. «Vielleicht sind wir so zu wenig in Erscheinung getreten in unserem eigenen Bezirk», erklärt die Präsidentin.

GLP graste Stimmen ab

Als mögliche Ursachen ortet sie aber auch den Aufschwung der GLP im Bezirk, die mit Muris Gemeindepräsident Hampi Budmiger ein Zugpferd hatte und einen Sitz gewinnen konnte. «Es gab sicher einige grüne Wähler, die ihn auch auf den Zettel schrieben», sagt Küng. Die GLP sei stark aufgestellt gewesen, doch auch die Grünen hätten eine gute Mischung an Kandidaten gehabt.

Für sie stelle sich die Frage, ob die grünen Anliegen und Themen im Freiamt zu wenig zogen. «Wir bleiben aber dran und schauen vorwärts», meint sie.

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