Schiessanlage vor Stilllegung

Hermetschwil-Staffeln: Ende Feuer für die Schützen nach 99 Jahren

Im Schiessstandgebäude (rechts) wird nicht mehr geschossen, die angebaute Schützenstube (links) indes wird auch künftig genutzt. sl

Im Schiessstandgebäude (rechts) wird nicht mehr geschossen, die angebaute Schützenstube (links) indes wird auch künftig genutzt. sl

Der Schiessbetrieb oberhalb des Flachsees in Hermeetschwil-Staffeln wird Ende 2013 eingestellt – nota bene 99 Jahre nach der Gründung der Militärschützengesellschaft Hermetschwil.

Auf der 300-Meter-Schiessanlage in Hermetschwil-Staffeln wird nur noch bis Ende Jahr geschossen.

Diesen Entscheid hat die Militärschützengesellschaft an einer ausserordentlichen Generalversammlung gefällt.

«Der aufwendige Schiessbetrieb ist für den kleinen Verein zu gross geworden», sagte Gemeindeammann und Schütze Roger Heiss, der ehemalige Vereinspräsident. Die Zahl der Aktivschützen betrage bloss noch knapp zehn, zudem befänden sich die meisten im fortgeschrittenen Alter.

Die wenigen jüngeren Vereinsschützen können, wenn sie möchten, ihr Hobby fortan in der Nachbarschaft bei der Schützengesellschaft Bremgarten ausüben.

Ein Ende mit Neustart

Für die Militärschützengesellschaft Hermetschwil-Staffeln geht zwar die Ära mit eigenem Schützenstand zu Ende.

Komplett aufgelöst wird die 1914 gegründete Militärschützengesellschaft aber nicht. Vielmehr ist ein Neubeginn unter einem neuen Namen, mit neuem Vereinszweck und neuen Statuten geplant.

So soll im Frühjahr 2014 aus der Schützengesellschaft ein Ortsverein hervorgehen, der in erster Linie auf Freizeitaktivitäten und Geselligkeit setzt.

Die heimelige Schützenstube mit den rund 70 Plätzen, die sich in einem geräumigen Anbau beim Schützenstand oberhalb des Flachsees befindet, wird als Vereinslokal weitergeführt. Auch in Zukunft soll die Schützenstube mietweise Gesellschaften, Vereine und Gruppierungen zur Verfügung gestellt werden.

Den grössten sportlichen Erfolg feierte der kleine Verein vor einem Jahr mit einem überraschenden zweiten Rang am Kantonalschützenfest 2012. Bis zur Versammlung mit dem Neustart leitet Geri Stöckli den Hermetschwiler Verein als Präsident und Materialverwalter; Aktuarin ist Sylvie Heiss, Kassier Peter Glaus; Michael Gale amtet als Fähnrich und Schützenstuben-Vermieter.

Sanierung kostet 160 000 Franken

Die bald ausgemusterte Hermetschwiler Anlage mit Scheibenstand und Kugelfang soll abgebrochen werden, der mit Blei und anderen Schwermetallen belastete Standort komplett saniert werden.

Wann genau die Altlastentsorgung vorgenommen wird, steht noch nicht fest. Klar hingegen ist, dass die aufwendige Sanierung vor dem Jahr 2020 ausgeführt sein muss. Danach unterstützen Bund und Kanton die Stilllegung von Schiessständen finanziell nicht mehr.

Die Kosten für die Komplettsanierung des Schützenstandes Hermetschwil werden auf 160 000 Franken geschätzt. Bund und Kanton Aargau übernehmen rund drei Viertel der Kosten. So kommt die Einwohnergemeinde Bremgarten – Hermetschwil ist nächstes Jahr bekanntlich ein Ortsteil von Bremgarten – mit Kosten in der Grössenordnung von 40 000 Franken weg.

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