Wohlen

Hier gab es Blaulicht, Action und viele Infos am nationalen Zukunftstag

Rettungssanitäter Markus Woppmann zeigt den Kindern, wie man einen Verletzten fachgerecht abtransportiert.

Rettungssanitäter Markus Woppmann zeigt den Kindern, wie man einen Verletzten fachgerecht abtransportiert.

Statt Papi oder Mami ins Büro begleitet, haben Wohler Kinder am Zukunftstag Feuerwehrleuten, Polizisten und Sanitäter über die Schultern geschaut.

Wohlen erfindet den Nationalen Zukunftstag neu. Gestern Vormittag durften 13 Kinder die Arbeit des Rettungsdienstes Neeser, der Regionalpolizei und der Feuerwehr Wohlen näher kennen lernen.

Auf eine Anfrage der Schule Halde erklärten sich Polizisten, Rettungssanitäter und Feuerwehrleute sofort bereit, als Lehrer und Tourguides zu amten. Aufmerksam hörten die Kinder zu und stellten viele Fragen.

Unter den jungen Besuchern waren einige Aspiranten: «Ich will Polizist werden!», zeigt sich Jan (12) überzeugt. Nicht ganz so enthusiastisch ist die 12-jährige Amira: «Eigentlich will ich Innenarchitektin werden. Wenn das nicht klappt, werde ich Polizistin.»

Matthias Schatzmann, stellvertretender Repol-Chef, zeigt seiner Gruppe die Ausrüstung eines Polizisten. Nach ein wenig Theorie stürmen die Kinder nach vorne, probieren Handschellen, Schutzwesten und Helm an und nehmen die verschiedenen Einsatzfahrzeuge genauestens unter die Lupe.

In der Pause werden die jungen Gäste mit einem Grittibänz zur Stärkung überrascht. Der nachfolgende Postenwechsel ist ganz im Sinne des 13-jährigen Yannis. Er ist der Sohn von Matthias Schatzmann, eifert ihm aber (noch?) nicht nach: «Ich will Feuerwehrmann werden. Das finde ich cooler, denn Polizist ist Vater schon.»

Bei Kurt Joho lernen die Schüler die Feuerwehr Wohlen kennen. Berufsfeuerwehrleute gäbe es in Wohlen nicht. «Unsere Organisation besteht aus Freiwilligen, die bei Einsätzen von ihrem Arbeitsort oder von zu Hause aus an den Einsatzort ausrücken – dem sagt man Milizfeuerwehr», erklärt Joho.

Besonders beeindruckt sind die jungen Zuhörer von den riesigen Feuerwehrautos. Nur wenige Meter weiter stehen die Rettungsfahrzeuge. Rettungssanitäter Markus Woppmann demonstriert seinen Beruf gleich an den Kindern selbst.

«Ich war das Versuchskaninchen, wir haben meinen Blutdruck gemessen.», schmunzelt Flavio (12). «Was ich werden will, weiss ich noch nicht, aber spannend ist der Rettungsdienst auf jeden Fall.»

Weitere «Versuchskaninchen» wurden auf Tragen gebunden und getragen. Zusätzlich durften die Kinder Atemmasken und weitere Utensilien ausprobieren. Nur der Defibrillator und die Infusionsspritzen blieben unberührt.

Für Matthias Schatzmann hat der Tag seinen Zweck erfüllt. «Es ist uns gelungen, den Kindern unsere Tätigkeit näherzubringen.» Er selber ist nach wie vor fasziniert von seinem Beruf. «Ich wusste schon mit 15 Jahren, dass ich Polizist werden will.» Weil jeder der drei Berufe nur als Zweitausbildung erlernbar ist, haben die jungen Leute für ihre Entscheidung noch etwas Zeit.

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