Hilfikon
«Wir backen genauso, wie es früher gemacht wurde»: Historisches Handwerk und traditionelles Mosten lockten an den diesjährigen Herbstmarkt

Der Feuerwehrverein Rietenberg hat beim «Geschechte Huus» in Hilfikon während zweier Tage am Herbstmarkt zum Mosten eingeladen. Nebst dieser Aktion haben auch historische Geräte und herbstliche Köstlichkeiten die Neugier vieler Besuchenden geweckt.

Verena Schmidtke
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Am diesjährigen Herbstmarkt weckte die historische Mostpresse aus dem Jahr 1925 die Neugier der Besuchenden. Philipp Stücheli steigt auf die Leiter, um die Maschine mit neuem Obst zu füllen.

Am diesjährigen Herbstmarkt weckte die historische Mostpresse aus dem Jahr 1925 die Neugier der Besuchenden. Philipp Stücheli steigt auf die Leiter, um die Maschine mit neuem Obst zu füllen.

Verena Schmidtke

Gespannt schauen einige Besucher Lars Meier über die Schulter. Er achtet bei der Mostpresse darauf, dass die maschinell gehäckselten Apfelstücke ungehindert in den Bottich vor ihm hineinfallen können. Für Nachschub sorgen die Männer neben der Presse, sie reichen dem auf einer Leiter stehenden Philipp Stücheli nach und nach Körbe mit dem Obst hinauf. Dieses füllt er in den Trichter der Presse. Ein Traktor treibt die grosse Mostpresse aus dem Jahr 1925 mittels eines Lederriemens an. Nach dem Häckseln wird aus den Apfelstückchen im Bottich der frische Most gepresst und sogleich in Flaschen abgefüllt.

Kaum stehen die ersten Flaschen auf dem Tisch, sind sie auch schon verkauft, die Nachfrage ist gross. «Wir machen jetzt erst einmal eine Pause», erklärt einer der Mitglieder des Feuerwehrvereins mit einem Schmunzeln, «sonst sind nachher alle Äpfel weg und am Sonntag soll es doch noch weitergehen.» Denn der Feuerwehrverein Rietenberg hat am Wochenende gleich an beiden Tagen am Herbstmarkt beim Hilfiker «Gschechte Huus» zum Mosten eingeladen.

Besuchende dürfen beim Mosten selbst Hand anlegen

Doch nicht nur die maschinell angetriebene Saftpresse zieht die Besucher an: Es gibt ebenfalls die Möglichkeit, mit deutlich kleineren Pressen, selbst zu mosten. Das probieren besonders die jüngeren Besucher mit grosser Begeisterung aus.

Die 12-jährige Jaycee und ihre Schwester Shyleen (10) gehen dabei schon recht fachmännisch ans Werk. «Ihr kennt euch ja gut aus», stellte ihre Mutter amüsiert fest. «Ja, wir machen das jetzt schon zum zweiten Mal», erklärt Jaycee während sie Obst für die Presse nachfüllt. Bald darauf können sich einige Zuschauer über einen grossen Becher Most freuen.

Jaycee (rechts) und ihre Schwester Shyleen pressen die Äpfel mit der Hilfe von Marcel Brunner zu Most.

Jaycee (rechts) und ihre Schwester Shyleen pressen die Äpfel mit der Hilfe von Marcel Brunner zu Most.

Verena Schmidtke

Äpfel gibt es nicht nur in flüssiger Form, sehr verlockend duften die Apfelchüchli, die Bettina Müller und Susanne Meyer an ihrem Stand backen. Ein wahrer Hingucker ist dabei der alte mit Holz angefeuerte Herd. «Wir backen genauso wie es früher gemacht wurde», teilt Bettina Müller mit. Auch hier ist die Nachfrage gross. Susanne Meyer streut Zucker auf die fertigen Chüchli und stellt fest: «Der erste Korb Äpfel ist schon leer».

Grosse Neugier bei der historischen Dosenverschliessmaschine

Daneben gibt es noch einen Stand der Jäger mit Wild sowie einen kleinen Hofladen und noch mehr Sehenswertes aus früherer Zeit. Theo Hagenbuch aus dem Vorstand des Vereins zeigt die Stände an denen die Besucher die Funktionsweise einer Dosenverschliessmaschine, sowie die einer Schnur- und Bürstenmaschine kennen lernen können. Besonders bei den Dosen ist die Neugier immens, Philipp Hagenbuch räumt am Nachmittag lachend ein: «Uns sind die Dosen ausgegangen, wir besorgen gerade Nachschub.»

Theo Hagenbuch zeigt zwei interessierten Zuschauern, wie eine historische Schnurmaschine funktioniert.

Theo Hagenbuch zeigt zwei interessierten Zuschauern, wie eine historische Schnurmaschine funktioniert.

Verena Schmidtke

Nachdem das Mosten im letzten Jahr aufgrund der Coronasituation ausfiel, falle der Anlass in diesem Jahr ein bisschen grösser aus. «Es ist einfach ein schöner Treffpunkt für die Leute», erläutert Theo Hagenbuch.

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