Wohlen
Hilfskonvoi in die Ukraine: Projekt des Vereins Help-Point Sumy scheitert an Corona

Das Coronavirus verunmöglicht die im September geplante Fahrt des Hilfskonvoi in die Ukraine. Nun hat der Verein Help-Point Sumy provisorisch einen Termin im April des kommenden Jahres angesetzt. Hilfsgüter werden derzeit keine entgegengenommen.

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Marianne Piffaretti, Präsidentin des Vereins Help-Point Sumy, mit Stühlen für Schulen in der Ukraine. (Bild: 17.03.2020)

Marianne Piffaretti, Präsidentin des Vereins Help-Point Sumy, mit Stühlen für Schulen in der Ukraine. (Bild: 17.03.2020)

Fabian Hägler

Der Verein Help-Point Sumy verschiebt den für September geplanten Hilfskonvoi nach Sumy – die Coronapandemie macht den Transport unmöglich. Weil unklar ist, wann die bereits gelagerten Hilfsgüter in die Ukraine transportiert werden können, nimmt der Verein kein weiteres Material mehr entgegen. Der Vereinsvorstand hat an einer Sitzung einstimmig entschieden, den Transport zu verschieben und provisorisch einen Termin im April kommenden Jahres anzusetzen.

Vereinspräsidentin Marianne Piffaretti, die regelmässig mit den Behörden in Sumy im Austausch steht, sagt zur Absage: «Es gibt diverse Krankheitsfälle in der Stadt und der Region, das ohnehin schwache Gesundheitssystem ist dadurch stark gefordert.» Zudem sei eine seriöse Planung nicht möglich, weil sich die Coronasituation in der ­Ukraine zuletzt rasch verändert habe. So war das Land zwischenzeitlich sogar auf der Liste der Risikoländer des Bundesamtes für Gesundheit, ob dies im September erneut der Fall sein wird, lässt sich heute nicht abschätzen.

«Es besteht zudem die Gefahr, dass die Ukraine oder andere Länder kurzfristig ihre Grenzen schliessen und der Konvoi dann blockiert wäre», sagt Piffaretti. Vor diesem Hintergrund sei es sinnvoller, den Konvoi zu verschieben. Bereits der erste Konvoi dieses Jahres, der im April vorgesehen war, musste wegen der geschlossenen Grenzen abgesagt werden. Ob der Hilfstransport im Frühling 2021 durchgeführt werden kann, ist derzeit noch offen – «wir hoffen aber sehr darauf», sagt die Präsidentin.

Im Lager stapeln sich rund ein Dutzend volle Container

Derzeit befinden sich im Lager des Vereins Help-Point Sumy in Rekingen rund ein Dutzend volle Container mit Hilfsgütern, in erster Linie sind dies Spitalbetten, Mobiliar für Schulen, Kindergärten und Heime sowie Ausrüstung für Ambulanz und Feuerwehr. «Weil wir nicht wissen, wann wir das Material nach Sumy transportieren können, nehmen wir keine weiteren Spenden von Hilfsgütern mehr an», sagt Piffaretti.

Der Verein Help-Point Sumy danke den bisherigen Spendern wie etwa Spitälern, Schulen, Kindergärten und anderen Institutionen und hofft auf deren Verständnis, dass in der aktuellen Situation kein Material mehr entgegengenommen werden kann. (az)

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