Bremgarten

Höhere Steuereinnahmen und weniger Nettoaufwand: Erfolgsrechnung schliesst besser ab als erwartet

Hans Peter Bäni, Leiter Finanzen und Controlling (links), und Stadtammann Raymond Tellenbach präsentieren die Jahresrechnung.

Hans Peter Bäni, Leiter Finanzen und Controlling (links), und Stadtammann Raymond Tellenbach präsentieren die Jahresrechnung.

Die Verluste der Stadt Bremgarten fallen für das vergangene Jahr nicht so hoch aus wie erwartet. Wie kommt es zu diesem Ergebnis?

Die Stadt Bremgarten hatte 2017 Aufwendungen von rund 33,3 Mio. Franken zu verzeichnen, dem gegenüber standen Erträge von 32,8 Mio. Franken.

Das Minus von einer halben Million ist dennoch erfreulich, budgetiert war ein Verlust von 1,6 Millionen. «Wir bewegen uns in einem erfreulichen Bereich, auch wenn wir nicht ganz so gut abschneiden wie im letzten Jahr», sagt Stadtammann Raymond Tellenbach bei der Präsentation der Jahresrechnung. «Wir sind erleichtert, dass es keine Trendwende gab.»

Rechnet man die budgetierte Entnahme aus der Aufwertungsreserve von 1,2 Mio. Franken hinzu, resultiert ein Gesamtergebnis von 700 000 Franken. Dieser Gewinn fliesst ins Eigenkapital. Budgetiert war ein Minus von 400 000 Franken.

Wie kommt es zu dieser Verbesserung um 1,1 Millionen? «Einerseits hatten wir höhere Steuereinnahmen, andererseits konnten wir den Nettoaufwand etwas geringer halten», erklärt Hans Peter Bäni, Leiter Finanzen und Controlling. Diese Differenzen seien aber im Bereich der Budgetungenauigkeit und kaum planbar.

Viele Sondersteuern

Die Steuereingänge bei den natürlichen Personen lagen bei 17,6 Mio. Franken und damit 2 Prozent über dem Budget. Dagegen wurden bei den juristischen Personen die budgetierten 1,8 Millionen nicht erreicht, die Unternehmen zahlten «nur» 1,57 Mio. Franken Steuern.

Die Quellensteuern bewegten sich mit knapp einer halben Million im Bereich des Budgets. Klar übertroffen wurden die Erwartungen bei den Sondersteuern (Grundstückgewinn-, Nach- und Strafsteuern), die 950 000 Franken betrugen, fast doppelt so viel wie budgetiert. «Vermutlich hatte hier der automatische Datenaustausch einen Einfluss, aber das lässt sich nur vermuten», erklärt Bäni.

Bremgarten verzeichnete im letzten Jahr 7 Millionen Investitionsausgaben, 2 Millionen mehr als budgetiert. «Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass einige Rechnungen, die wir 2016 erwartet hatten, erst im letzten Jahr aktuell wurden», erklärt Tellenbach.

Die Ausgaben sind also nicht unerwartet in die Höhe geschnellt, sondern haben sich zeitlich verschoben. 4 Millionen waren für die Fertigstellung des Isenlauf- und des St.-Josef-Schulhauses sowie der Sportanlage Isenlauf nötig. Die Badeanlage wurde fast fertiggestellt, die Bruttokosten betragen 1,9 Mio. Franken. Weitere Ausgaben fielen im Bereich Verkehr, Hochwasserschutz, Nutzungsplanung und Asylunterkunft an.

Mit dem erwirtschafteten Cashflow von 2,2 Millionen konnten die Investitionen zu 35 Prozent selbst finanziert werden. Damit wächst die Nettoschuld der Stadt und beträgt neu 11 Millionen oder 1407 Franken pro Einwohner.

Die Eigenwirtschaftsbetriebe waren alle defizitär, was aber auch so budgetiert worden war. Die Abfallgebühren wurden per Anfang Jahr erhöht, da keine Reserven mehr vorhanden waren. Glücklicherweise sieht dies im Bereich Wasser und Abwasser anders aus: Hier sind noch je rund 8 Millionen in den Kassen.

Dies ist entscheidend, weil in der Unterstadt ein Grossteil der Leitungen ersetzt werden muss, die bereits ein beträchtliches Alter aufweisen. «Dafür wird aber keine Gebührenerhöhung notwendig sein, dies können wir für die nächsten fünf Jahre sicher ausschliessen», verspricht Tellenbach.

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