Wohlen
Hotel Schönau wird in eine Asylunterkunft umfunktioniert

Wo bisher Hotelgäste übernachteten, logieren bald Asylbewerber. Der Kanton nimmt das Hotel Schönau in Wohlen ab Herbst als Flüchtlingsunterkunft in Betrieb. Gleichzeitig wird die Zivilschutzanlage der Kantonsschule weiterhin als Notunterkunft betrieben.

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Der Kanton Aargau und die Gemeinde Wohlen nahmen eine Auslegeordnung über die aktuelle und künftige Unterbringungssituation von Asylsuchenden und Flüchtlingen vor. Dabei kamen sie zum Schluss, dass die Barackensiedlung am Sorenbühlweg im nächsten Jahr geschlossen werde. Anstelle der Siedlung soll in diesem Herbst das Hotel Schönau zur neuen Asylunterkunft werden, wie der Kanton Aargau heute Montag mitteilt.

Platz für 90 Personen

Der Kanton habe das Gasthaus Schönau für eine Dauer von fünf Jahren angemietet. Im Laufe des Herbsts soll die Unterkunft Platz für maximal 90 Personen bieten. Es sollen vor allem «allein reisende Männer» untergebracht werden. Mit anderen Worten: Es werden keine Flüchtlingsfamilien untergebracht.

Bald logieren Asylbewerber im Hotel Schönau in Wohlen.
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Die Zivilschutzanlage der Kantonsschule Wohlen soll weiterhin eine Notunterkunft bleiben.
Die Barackensiedlung am Sorenbühlweg soll im nächsten Jahr geschlossen werden.
Die Barackensiedlung am Sorenbühlweg soll im nächsten Jahr geschlossen werden.

Bald logieren Asylbewerber im Hotel Schönau in Wohlen.

Toni Widmer

Für die Umnutzung ist kein Gesuch notwendig. Eine Nutzung weiterer Räumlichkeiten erfordere hingegen ein Baubewilligungsverfahren. So könne die Kapazität sogar auf rund 100 Plätze erweitert werden.

Der Mietvertrag für die Barackensiedlung am Sorenbühlweg werde von der Gemeinde gekündigt. Die Siedlung könne derzeit 50 Personen unterbringen. Diese Plätze werden dem Kantonalen Sozialdienst künftig nicht mehr zur verfügung stehen.

Zivilschutzanlage bleibt Notunterkunft

Die Zivilschutzanlage der Kantonsschule Wohlen soll auch nach Vorliegen der Baubewilligung weiterhin als Notunterkunft für maximal 70 Personen genutzt werden. Sie diene der Unterbringung in akuten Notsituationen, wie beispielsweise ein Brandfall in einer anderen Unterkunft.

Der Kantonale Sozialdienst führt in der Gemeinde Wohlen zurzeit drei Asylunterkünfte. Dort werden seit Anfang Juli 2016 insgesamt 77 Personen, vor allem Asylsuchende, untergebracht.

Die Gemeinde erfülle ihre Aufnahmepflicht von derzeit 50 Personen nicht ganz. Der Kanton anerkennt jedoch, dass Wohlen als Zentrumsgemeinde erhebliche Belastungen im Asyl- und Flüchtlingswesen mittrage. Dies, weil Wohlen die in Kantonalen Unterkünften untergebrachten Personen der Aufnahmequote angerechnet werden. Somit erfülle die Gemeinde das Soll deutlich.

Angesichts des hohen Ausländeranteils und der grossen Anzahl Asylsuchender in Wohlen sei sich der Kanton im Klaren darüber, sich von neuem mit der Gemeinde zu besprechen, falls weitere Mietangebote an den Kanton getragen werden sollen, um eine verträgliche Lösung zu finden.

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