Die Türen des Postautos öffnen sich und der freundliche Buschauffeur deutet hinaus. «Einfach hier nach der Kurve der Strasse entlang hoch, dann kommen sie zum Berghotel Sartons», weist er mir den Weg, bevor ich in Valbella, Lenzerheide, aussteige. So mache ich mich auf den Weg, die steile, kurvige Strasse hoch zum Lagerhaus, in dem 23 Primarschülerinnen und -schüler aus Sins und ihre sechs Leiter während ihrer Schneesportwoche untergebracht sind.

Als ich oben angekommen bin, fehlt von den Freiämtern jede Spur. Sie sind alle noch unterwegs auf der Piste – alle ausser einem Schüler. Er war am Montag krank und konnte deshalb erst heute Dienstag auf die Lenzerheide nachreisen. Gemeinsam mit seinem Vater warten wir, bis die ersten Kinder um die Ecke geflitzt kommen und ihre Bretter von den Füssen schnallen.

«Zum Glück durften wir den Rest frei fahren, einige sind mir viel zu langsam», erzählt eine Schülerin aufgeregt. Gemeinsam mit ihren Kollegen aus der Gruppe zwei macht sich die Fünftklässlerin auf den Weg in den Speisesaal. Heute müssen sie den Tisch decken. Unter der Aufsicht von Christoph Birrer verteilen sie Besteck, grosse Kannen, gefüllt mit heissem Tee oder Wasser, und Körbe mit Brotscheiben auf den Tischen. Das Essen wird direkt vom Restaurant, das im oberen Stock geführt wird, geliefert und an einem Buffet eingerichtet. «Das ist ein schöner Luxus, den wir hier haben», freut sich Birrer.

So ist die Nachtruhe garantiert

Nach einer kurzen Anweisung von Raphael Lohri wegen «zugeschletzter Türen» dürfen sich die Kinder, die mittlerweile alle hungrig um die Tische sitzen, der Reihe nach vom Buffet bedienen. Suppe, Pizzafleischkäse, Kartoffeln und Gemüse sind schnell verspeist, und so geht es nach ein paar Instruktionen der Lehrpersonen in die wohlverdiente Mittagspause.

In der Zwischenzeit sitzen die Lehrer auf der Terrasse des Restaurants und besprechen bei einem Kaffee das weitere Tagesprogramm. «Das ist das Spannende an Skilagern: Es gibt jeden Tag kleine Änderungen und Überraschungen», erklärt Raphael Lohri. Die Leiter beschliessen, dass die Fackelwanderung von heute verschoben wird und sich der Spieleabend morgen nach dem Hallenbad am besten eignet. «Dann sind sie alle müde, und es klappt sicher mit der Bettruhe», sind sie sich lachend einig.

Um 13.30 Uhr treffen sich Schüler und Lehrer wieder in voller Montur zum Einwärmen. Dann heisst es: Bretter an die Füsse. Nach einem kurzen Durcheinander teilen sich die Gruppen auf und sind bald nur noch bunte Punkte am Pistenhorizont.

Gute zwei Stunden später sind alle wieder zurück, aber noch lange nicht müde. Das ist gut, denn jetzt brauchen sie all ihre Konzentration für den Bobbahn-Bau-Wettbewerb. Jede Gruppe erhält eine Schaufel, einen kleinen Spielzeugbob und eine Stunde Zeit. Diejenigen mit der schönsten, aufwendigsten und am besten funktionierenden Bahn gewinnen. Gespannt schauen die Erwachsenen dem bunten Treiben zu. Ihren Gesprächen ist anzumerken, dass ihnen die Arbeit im Lager Spass macht. «Wir sind ein gutes Team und können uns aufeinander verlassen», betont Lohri dankbar. Dass während der ganzen Woche ehemalige Lehrer und Leiter vorbeischauen, bestätigt seine Aussage.