Bänke und Tische, Sofas und Stühle, Musik, eine Bar und ein Kühlschrank mit Getränken. So liest sich die Inventarliste der «Spielbar» an der Kantonsschule Wohlen. Ein gemieteter Wagen, den man sonst eher vom alljährlichen Fasnachtsumzug kennt, ziert den Pausenplatz vor dem Hauptgebäude der Schule.

Es handelt sich dabei um ein Projekt der Schülerorganisation, welches einmal wöchentlich (meist donnerstags) nach Schulschluss ein wenig Farbe in die sonst eintönige Alltagsroutine bringt.

Der Startschuss für das Vorhaben fiel bereits vor einem halben Jahr. Jeremy Chavez, Präsident der Schülerorganisation, erinnert sich: «Martin Steiner, Lehrer an der Kanti, hat von einem ähnlichen Projekt gehört und trat mit dieser Idee an uns heran.» Die SO trifft sich in den Folgemonaten regelmässig, bespricht sich bezüglich der Organisation und stellt ein Programm zusammen.

Das Resultat ist bemerkenswert: Der Wagen ist stilvoll eingerichtet und dekoriert, der Kühlschrank gefüllt, die Musik läuft und das Unterhaltungsangebot bietet für jeden Geschmack etwas. «Wenn man sieht, wie die Leute Spass haben, dann hat man selber natürlich auch Freude und ist stolz auf das Geleistete», erläutert Chavez.

Poetry Slam, Live-Musik

Der Hauptzweck des Projektes war es, all den verborgenen Talenten an dieser Schule eine Bühne zu bieten. Und von diesen gibt es zahlreiche, sodass sich das vielfältige Programm aufgrund der Eigeninitiative vieler Schüler praktisch selber zusammenstellte. Poetry Slams, Lesungen, Live-Musik und Tanzauftritte stellen eine Variation an unterschiedlichen Auftritten dar.

Neben den Schülern finden sich auch viele Lehrpersonen sowie der Schulleiter in der Bar ein. Am «Teachers-day» sorgten sie mit Vorträgen, Texten und Musik sogar selber für den Unterhaltungsrahmen. Die «Spielbar» der Kantischüler bietet eine neuartige Kontaktstelle zwischen allen Parteien ausserhalb des sterilen Unterrichtsklimas. Es entsteht eine ungezwungene, einzigartige Atmosphäre, in der sich jeder wohlfühlen kann. Für einen Moment kann man die Sorgen des Schulstresses vergessen und entspannen – nur wenige Meter von den Klassenzimmern entfernt, als gäbe es nichts Einfacheres. Spielend leicht eben.

«Auch als wir beim Eröffnungsevent am 9. Mai wegen des schlechten Wetters die Sitzmöglichkeiten draussen nicht nutzen konnten, sind sehr viele Leute gekommen und haben sich dann halt alle in den Wagen gezwängt, der Musik gelauscht und gemeinsam den Abend genossen. Es war wirklich eine unvergleichliche Stimmung», erzählt Chavez von seinem bisherigen Highlight.

Höhepunkt Bierpong-Turnier

Ganz vorbei ist das Projekt allerdings noch nicht: Heute Donnerstag, 6. Juni, steht der Abschluss und gleichzeitige Höhepunkt an: ein Bierpong-Turnier. «Die ganze Schule freut sich wohl auf diesen Wettkampf», erklärt Chavez mit freudigem Blick. Die limitierten Teilnehmerplätze waren bereits nach kurzer Zeit besetzt. Es scheint, als wollten die Schüler noch ein letztes Mal von dieser einzigartigen Atmosphäre profitieren und dem Projekt zu einem gebührenden Ende verhelfen.