Pilotprojekt

Information und Koordination: Muri macht bei «Demenz begegnen» mit

Salvatore Doki, Spitex Muri, Pia-Cristina Zimmermann, Spital Muri, Pia Lauper, Drehscheibe Gesundes Freiamt, Roland Guntern, Pro Senectute Aargau, und Yvonne Leuppi, Gemeinde Muri (von links), engagieren sich im kantonalen Projekt «Demenz begegnen».

Salvatore Doki, Spitex Muri, Pia-Cristina Zimmermann, Spital Muri, Pia Lauper, Drehscheibe Gesundes Freiamt, Roland Guntern, Pro Senectute Aargau, und Yvonne Leuppi, Gemeinde Muri (von links), engagieren sich im kantonalen Projekt «Demenz begegnen».

Der Bezirkshauptort ist eine von zwei Gemeinden, die am Pilotprojekt des Kantons Aargau teilnehmen.

Oft sind es kleine Dinge, die Demenzkranken und ihren Angehörigen helfen. Aber man muss wissen, wie Hilfe möglich und wo sie zu finden ist. Mit dem Pilotprojekt «Demenz begegnen» wird in Muri im Auftrag des Kantons genau diese Zielsetzung verfolgt. «Wir wollen im Bereich Demenz informieren und koordinieren», sagt Projektleiter Roland Guntern von der Pro Senectute Aargau.

Muri eignet sich für dieses Pilotprojekt, das Erkenntnisse auch für andere Gemeinden bringen soll, besonders. Das, weil mit der Drehscheibe Gesundes Freiamt und den verschiedenen Institutionen – Spital, Pflegi, Altersheim, Spitex – eine gute Grundlage besteht, wie Gemeinderätin Yvonne Leuppi unterstreicht. Die zweite Gemeinde mit einem entsprechenden Projekt ist Windisch.

Im Aargau leben rund 12'000 Demenzkranke

«Demenz geht alle etwas an», sagt Ärztin Pia-Cristina Zimmermann. Im Aargau leben rund 12'000 Demenzkranke, dazu kommen viel mehr betroffene Angehörige. Die Zahl Demenzkranker wird demografisch bedingt weiter zunehmen. «Wir müssen für dieses Thema sehr offen werden», betont Zimmermann.

Sie erlebt in ihrem Beruf, wie Betroffene mit dem Tempo nicht mehr mithalten können, sich zurückziehen, vereinsamen. Angehörige geraten in die Erschöpfung. Mit dem Projekt wird geklärt, wie viele Angebote es heute schon gibt und was möglich ist, wenn man sie nützt und koordiniert.

Aber es geht auch um die Sensibilisierung der Gesellschaft, wie Guntern betont. Dafür wären beispielsweise öffentliche Demenztage oder die Durchführung von Schulungen für Mitarbeitende von öffentlichen Diensten und öffentlichen Angeboten möglich, Projektwochen in der Schule oder der Aufbau und die Stärkung von Angehörigengruppen.

Der Drehscheibe Gesundes Freiamt steht mit dem Projekt, das Ende 2020 abgeschlossen wird, ein erweitertes Arbeitsinstrument zur Verfügung, wie Pia Lauper ausführt. Es passe sehr gut zum Slogan «Richtige Unterstützung am richtigen Ort».

Konkret mit Demenz konfrontiert ist die Spitex. «Für uns ist nicht nur die Pflege wichtig», erklärt Geschäftsleiter Salvatore Doki. «Wir beobachten auch, wie sich die Demenz entwickelt, und entlasten Angehörige.»

Das Projekt wird von der Fachstelle Alter und Familie des Kantons begleitet und durch die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz finanziert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 150'000 Franken. Die Gemeinde leistet einen Beitrag von jährlich maximal 3000 Franken.

Mit der «Drehscheibe» schon weit vorangeschritten

«Wir haben uns für dieses Projekt beworben, weil Muri im Gesundheitsbereich ein wichtiger Standort in der Region ist», führt Leuppi aus. Die Drehscheibe Gesundes Freiamt wiederum ist in dieser Form im Aargau einzigartig.

Hier finden Rat- und hilfesuchende Menschen aller Generationen bereits heute Antwort auf Fragen zur Begleitung im häuslichen Umfeld und zur Pflege im Alter. Die Beratung erfolgt in der Regel am Telefon (056 670 00 07). Auf der Website www.gesundes-freiamt.ch wird bald auch eine Liste mit Hilfsangeboten im Bereich Demenz aufgeführt. (az)

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