Jugend Circus Biber
Bevor die Jugend-Artisten weiter aus ihren Kostümen wachsen: Höchste Zeit für die Biber-Premiere

Während eines Zeltlagers haben die Kinder und Jugendlichen des Jugend Circus Biber ein letztes Mal an ihren Nummern gefeilt. Am Samstag geben sie in Arni die erste Vorstellung samt Übersetzung in Gebärdensprache.

Melanie Burgener
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Während einer Woche feilten die Kinder und Jugendlichen des Circus Biber täglich in der Manege an ihren Nummern.

Während einer Woche feilten die Kinder und Jugendlichen des Circus Biber täglich in der Manege an ihren Nummern.

Melanie Burgener

In Windeseile entfernen flinke Hände die zahlreichen Federn, das Netz wird abmontiert, die schweren Stangen auseinandergenommen und weggetragen. Wo soeben noch ein grosses Trampolin thronte, hängen nur wenige Minuten später drei lange Tücher von der Decke, der Boden ist mit dicken Matten gepolstert. In dieser Manege sitzt jeder Handgriff.

Damit am Samstagabend aber nicht nur das Aufbauen der Geräte, sondern auch die Kunststücke und das Drehbuch sitzen, haben die 47 Kinder und Jugendlichen des Jugend Circus Biber in den vergangenen Tagen hart trainiert. Seit Montag leben viele von ihnen im Zeltlager hinter dem Schulhaus in Arni. Täglich standen sie mit ihren Trainern im grossen Zelt, haben an Körperspannung und Koordination gefeilt und zum letzten Mal ihre Texte durchgesprochen. Und wer nicht gerade in der Manege stand, hat hinter den Kulissen die Dekorationen fertiggebastelt und ist für Frisur und Make-up stillgesessen.

Bis zur Premiere müssen nicht nur die Kunststücke, sondern auch die Kostüme, Frisuren und das Make-up passen.

Bis zur Premiere müssen nicht nur die Kunststücke, sondern auch die Kostüme, Frisuren und das Make-up passen.

Melanie Burgener

Nach einem Jahr schaffen es ihre Nummern in die Manege

Die Freude, die in diesen Tagen im bunten Treiben in Arni herrschte, war auch für Aussenstehende deutlich spür- und ansteckbar. Die Kinder, aber auch die Erwachsenen können es kaum erwarten, nach einer so langen Pause endlich präsentieren zu dürfen, was sie längst eingeübt haben, was es aber wegen Corona nie in die Manege geschafft hat. «Die Kids haben bereits Anfang des letzten Jahres mit den Proben begonnen. Doch als die Situation im Frühling immer noch unsicher war, mussten wir die Reissleine ziehen. Sonst wären bereits Investitionskosten angefallen», erklärt Daniel Walter, stellvertretender Präsident und Aktuar des «Bibers».

Die Mühe aus dem vergangenen Jahr sei aber nicht umsonst gewesen. Walter erzählt:

«Wir haben die Geschichte eins zu eins übernommen. Denn sie führt durch das ganze Programm und es war viel Arbeit, das zu koordinieren.»

Lachend ergänzt er: «Einzig die Kostüme mussten wir anpassen. Die Kids sind in dieser Zeit stark gewachsen.»

Die Kinder und Jugendlichen trainieren in allen Nummern altersdurchmischt. Auf dem Trampolin treten Achtjährige mit 16-Jährigen auf.

Die Kinder und Jugendlichen trainieren in allen Nummern altersdurchmischt. Auf dem Trampolin treten Achtjährige mit 16-Jährigen auf.

Melanie Burgener

Im Circus Biber sind die Artisten in allen Nummern altersdurchmischt

Der Circus Biber entführt sein Publikum in diesem Jahr in ein «Märli Festival». Jede der gezeigten Nummern haben die Kinder und Jugendlichen mit ihren Trainern zusammen kreiert und charakteristisch in eine Geschichte eingebaut – und dabei nicht nur auf altbekannte Grimm-Märchen zurückgegriffen. Nina Schennach vom Kreativteam erzählt:

«Sie präsentieren auch moderne Varianten wie die Tuchnummer ‹Rapunzel neu verföhnt› oder den Disneyfilm ‹Drachenzähmen leicht gemacht› auf dem Trampolin.»

Was die Trainerin besonders freut, ist der Altersgap, der im Circus Biber geschlossen werden könne: «Alle Nummern sind bei uns altersdurchmischt. Hier trainieren 8-Jährige mit 16-Jährigen.»

Während den Proben wird das rasche Aufstellen der Geräte trainiert und die letzten Feinschliffe an den Nummern angebracht.

Melanie Burgener

Das kommt auch bei den Artisten gut an. «Hier ist es wie in einer grossen Familie», sagt die 14-jährige Simone, die bereits seit acht Jahren beim «Biber» dabei ist. Ihre Kollegin Léonie nickt bestätigend und ergänzt: «Und man lernt in jedem Jahr etwas Neues.» Auch Yannick findet: «Hier helfen sich alle gegenseitig.» Nervös sei er nicht, er freue sich auf die Premiere. «Ich trete in diesem Jahr mit Seilspringen und mit Buugeng und Poi auf, also ich drehe und jongliere mit Leuchtelementen», zählt der 14-Jährige auf. Diese Aussagen freuen Daniel Walter: «Wir hoffen natürlich, dass, wenn die Kids mit 16 ihr Pensionsalter als Artisten erreicht haben, sie als Trainer bei uns bleiben.»

Trainerin Nina Schennach gibt den jungen Artisten letzte Inputs zu ihren Nummern.

Trainerin Nina Schennach gibt den jungen Artisten letzte Inputs zu ihren Nummern.

Melanie Burgener

Anforderungen an Leistungen gibt es beim «Biber» keine. Walter betont:

«Bei uns darf jedes Kind in die Manege.»

Ihm ist es auch ein Anliegen, dass die Vorstellung selbst für alle Zuschauer ein schönes Erlebnis wird. Deshalb wird die Premiere am Samstag, 7. August, in Gebärdensprache übersetzt. «Das ist 2019 bereits sehr gut angekommen. Unser Ziel ist es, dass sich das streut und vielleicht auch in anderen Zirkussen eingebaut wird. Hoffentlich können wir einmal unser Zelt für eine Vorstellung nur mit Gehörlosen füllen», hofft Walter.

Tickets und weitere Infos unter www.jugend-circus-biber.ch

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