Wohlen

Jugendsession tagt nun in jedem Jahr

Die erste Wohler Jugendsession (Bild) fand im November 2000 im Chappelehof-Saal statt. Archiv/Fränzi Zulauf

Die erste Wohler Jugendsession (Bild) fand im November 2000 im Chappelehof-Saal statt. Archiv/Fränzi Zulauf

Der Einwohnerrat stimmt der Vorlage zur politischen Bildung bei Jugendlichen mit 22:13 Stimmen zu. Die Jugendsession wird neu jährlich abgehalten und nicht wie bis anhin alle zwei Jahre.

Die Ausgangslage: Seit 2004 wird im Zweijahresrhythmus regelmässig eine Jugendsession in Wohlen durchgeführt, an der die 8.- und 9.-Klässler teilnehmen. Durch diesen Turnus kann jeder Schüler nur einmal bei der Jugendsession mitmachen, sodass das Know-how immer wieder von Neuem aufgebaut werden muss.

Mehrkosten: 9 700 Franken jährlich

Daher wurde an der Einwohnerratssitzung der Antrag gestellt, die Jugendsession künftig jährlich abzuhalten, was Mehrkosten von 9 700 Franken im Jahr verursacht. Dazu gehört neu auch ein Staatskundetag, der ebenfalls einmal im Jahr stattfindet. Die Gesamtkosten für Session, Staatskundetag und Jugendrat betragen somit jährlich 17 200 Franken.

«Die SVP erachtet die politische Bildung der Jugendlichen als wichtig. Aber gehört sie zum Auftrag der Gemeinde? Sicher nicht», gab Roland Vogt die Meinung seiner Fraktion bekannt. Er vertrat die Ansicht, dass die Schule und vor allem das Elternhaus für die Bildung in Politikfragen verantwortlich sind. «Schon zuvor war der Bogen finanziell überspannt. Dieser Preis jetzt ist unverschämt», so Vogt. Alle anderen Fraktionen standen hinter dem Antrag, einmal im Jahr eine Jugendsession abzuhalten. Beat Wüthrich (Grüne) meinte: «Eine jährliche Durchführung ist sinnvoll und gut begründet. Mehr Sessionen kosten mehr, das ist klar.»

«Finanzen interessieren keinen»

Auch Jean-Pierre Gallati (SVP) fand, die Jugendsession sei grundsätzlich eine gute Sache, aber: «Die Finanzen scheinen niemanden zu interessieren. Wenn jemand noch nicht begriffen hat, dass wir sparen müssen, ist er am falschen Ort.» Daraufhin richtete er das Wort an Finanzkommissionspräsident Daniel Angst (FDP) und fragte, was dieser von einer solchen Investition halte. «Ich kann die Mehrkosten von knapp 10 000 Franken vertreten», antwortete Angst. Zum Thema Finanzen äusserte sich auch Armin Geissmann (FDP): «Den Jugendlichen die Demokratie beizubringen, kommt uns günstiger als kaputte Scheiben durch jugendliche Steinwerfer.» Ariane Gregor (CVP) zählte weitere Vorteile einer jährlichen Durchführung der Jugendsession auf: «Es ist wichtig, dass die Jugendlichen die Demokratie lernen und verstehen. Die Jugendsession hat auch schon greifbare Resultate hervorgebracht: Der Jugendrat und der Dirtpark.» Nach einigen weiteren Wortmeldungen aus allen Fraktionen wurde der Antrag mit 22 Ja- gegen 13 Nein-Stimmen angenommen.

Weitere Beschlüsse

Im Weiteren wurden an der Einwohnerratssitzung der Bericht und Antrag zur Genehmigung und Inkraftsetzung des kommunalen Reglements betreffend Ersatzabgaben für die Befreiung von der Parkplatzerstellungspflicht verabschiedet. Auch der Bericht der Grünen betreffend «Attraktiver ÖV für Wohlen: direkte S-Bahnlinie Freiamt-Limmattal-Zürich» wurde zur Kenntnis genommen.

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