Merenschwand

Junge Turnerinnen im Aufschwung: 18 Mädchen auf dem Weg nach oben

Die Merenschwander Barrenturnerinnen proben ihren Auftritt am Turnfest.

Die Merenschwander Barrenturnerinnen proben ihren Auftritt am Turnfest.

Die Stufenbarrenturnerinnen der Geräteriege 1 werden ihr Programm am Samstag am Eidgenössischen Turnfest in Aarau vorführen.

Katy Perry singt «Unconditionally», und so, wie sich die amerikanische Popikone auf der Tonleiter nach oben schraubt, so erklimmen die 18 Mädchen der Geräteriege 1 ihre Schulstufenbarren. Ganz leicht und scheinbar mühelos geht ein Bewegungsablauf in den nächsten über, löst eine Figur die vorherige ab.

Unconditionally heisst auf Deutsch bedingungslos. Der Titel passt zum Programm der jungen Turnerinnen wie Donghua Li aufs Pauschenpferd. Bedingungslos geben sie ihr Bestes, für sich und für ihr Team.Die volle Konzentration spiegelt sich wider in den Blicken der 3.- bis 6.-Klässlerinnen, was sie aber nicht daran hindert, ihren Zuschauern gleichzeitig ein Lächeln zu schenken. Das Programm, das sie gerade üben, hat ihnen an den Aargauer Meisterschaften Vereinsturnen in Gränichen vor zwei Wochen den ersten Platz in der Kategorie B eingebracht. «Mit diesem Resultat waren wir noch besser als die Grossen», freut sich Hauptleiterin Irina Käppeli, die zusammen mit ihren beiden Hilfsleiterinnen, Vivienne Aregger und Nadja Baur, die ambitionierte Truppe aufs Siegertreppchen trainiert hat.

Nur ein ernsthafter Konkurrent

Das Turnen am und mit dem Schulstufenbarren, im Fachjargon einfach SSB geheissen, ist kein leichtes. Es erfordert genau so viel Kraft wie Beweglichkeit, Ausdauer, Rhythmusgefühl und eine permanente Körperspannung. Beim ersten Durchlauf des Programms sind die Trainerinnen noch nicht zufrieden. Ihren Sperberaugen entgeht auch nicht der kleinste Fehler. Kein Wunder, dass diese SSB-Riege im Freiamt mit Abstand zur Spitze in ihrer Kategorie gehört. «Unsere schärfste Konkurrenz ist das Team des Geräteturnens Sins-Oberrüti, die amtierenden Schweizer Meister SSB in unserer Kategorie», erklärt Vivienne Aregger. «Aber wir sind gut unterwegs», trumpft Nadja Baur auf. «Beim Freiämtercup, am 24. Mai, kamen wir mit nur 0,01 Punkten Rückstand hinter Sins-Oberrüti auf den 2. Platz. An der Aargauer Meisterschaft haben wir dann mit 9,58 Punkten gesiegt. Das war sogar die Tageshöchstnote.» Kein Wunder, dass die SSB-Mädchen nun noch mehr wollen.

Das nächste Ziel der munteren Turnerinnen heisst Eidgenössisches Turnfest Aarau. Morgen Samstag, exakt um 11.54 Uhr, wird Katy Perry wieder singen, und die Mädchen der SSB-Riege werden ihre steigende Nervosität mutig niederkämpfen und den Richtern zeigen, was sie draufhaben.

Das grosse Ziel: Bellinzona

«In Aarau geht es nicht um den Sieg», sagt Irina Käppeli, «sondern um die Freude, an einem so grossen Fest mitzumachen und mit möglichst vielen Punkten zu einer guten Gesamtbewertung des Turnvereins Merenschwand beizutragen.» Aber die SSB-Turnerinnen wissen genau, dass nach dem Eidgenössischen schon die nächste grosse Herausforderung auf sie wartet: die Schweizer Meisterschaft Vereinsturnen in Bellinzona. «Wir wünschen uns sehr, dass es klappt», betont Käppeli, «denn das wäre das erste Mal, dass wir mit der SSB-Riege an einer Schweizer Meisterschaft teilnehmen würden.» Um in Bellinzona dabei sein zu können, sind die drei Trainerinnen unbedingt auf alle 18 Teammitglieder angewiesen. Obwohl die Älteren im Sommer in die Geräteriege 2 wechseln, haben sie sich bereit erklärt, noch ein halbes Jahr länger in der Riege 1 mitzumachen. «Da mussten wir nicht zweimal fragen», strahlt Nadja Baur, «denn die Kinder sind wahnsinnig motiviert. So eine Chance lassen sie sich nicht entgehen.» Der Spass an der Freud’ ist wohl das Erfolgsgeheimnis der SSB-Riege von Merenschwand. Jedes Kind findet hier seinen Platz und wird ein Teil des Ganzen.

Autor

Christian Breitschmid

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