Die Kommission öffentlicher Verkehr der drei Regionalplanungsverbände Oberes Freiamt, Unteres Bünztal sowie Mutschellen-Reusstal-Kelleramt hat sie schon länger angekündigt – eine Kampagne für gute Bahnanschlüsse in Richtung Süden. Jetzt ist es konkret so weit: Freiämterinnen und Freiämter werden dazu aufgerufen, fleissig per Bahn in den Süden zu reisen und so zu dokumentieren, wie wichtig für die Region eine gute und schnelle Verbindung in die Zentralschweiz und in den Süden ist. Zu diesem Zweck realisiert die öV-Kommission unter dem Präsidium von Fredy Zobrist zusammen mit den SBB eine entsprechende Werbekampagne.
Ab dem 9. Juni 2019 bis zum 12. Dezember 2020 fahren Reisende ab dem mittleren und südlichen Aargau via Freiamt-Rotkreuz rund eine halbe Stunde schneller, kostengünstiger und umsteigebequemer in die Zentralschweiz, das Tessin und nach Italien. Grund für diese grosse vorläufige Angebotsverbesserung ist die Sanierung der alten, eingleisigen Strecke Zug–Walchwil–Arth-Goldau, während alle Schnellzüge der Linie Zürich–Gotthard–Tessin (und Italien) über den Zentralschweizer Knoten Rotkreuz verkehren und dort sogar am gleichen Perron perfekte Anschlüsse ab/nach der Aargauer Linie S26 (Aarau–Lenzburg–Wohlen–Rotkreuz) herstellen.
«Die Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Aargau, und speziell der Region Freiamt, haben es nun in der Hand, ab dem 9. Juni mit zahlreichen Fahrten Richtung Süden das Bedürfnis nach guten Verbindungen dorthin in der Praxis zu zeigen, was auf Basis von Passagierzählungen direkt auch einen Einfluss auf das Angebot ab 2021 haben wird», hält die öV-Kommission fest.

Umfassende Werbung

Die Werbemassnahmen sind recht umfassend: Auf der Website kann man sich von den besten Verbindungen und zahlreichen attraktiven Ausflugszielen inspirieren lassen. In Zeitungsartikeln und Interviews sollen diese Verbindungen zusätzlich publik gemacht werden. An den Haltestellen des öffentlichen Verkehrs und in den Gemeinden werden Plakate aufgehängt. Es werden spezielle Flyer mit Hinweisen für diese besseren Verbindungen erstellt und unter die Leute gebracht. Auch Vereinen und Schulen werden Reisen in diese Gegenden empfohlen, um so die Frequenzen zusätzlich zu erhöhen. Die Gemeinden werden schliesslich um Unterstützung in den lokalen Informationsschriften sowie um einen Hinweis bei der Reservation der Tageskarten auf der Website gebeten. Es gibt eine Zusammenarbeit mit der Facebook-Gruppe «Freiamt» und eventuell wird eine Leserreise mit einer regionalen Zeitung zu einer Baustellenbesichtigung organisiert, fasst die Kommission zusammen.

Zuerst Bedenken

Da dieses Angebot nur bis Ende 2020 gilt, hatten die SBB Bedenken betreffend der Nachhaltigkeit von Werbemassnahmen, hält Zobrist fest. Für die Einsetzung einer wenigstens teilweisen Anschlusslösung sei aber erfreulicherweise der Kanton Aargau besorgt: «Wenn die Top-Verbindungen ab dem 9. Juni einem Bedürfnis der Reisenden entsprechen, werde er bei den SBB ab 2021 je zwei schnelle Regioexpress-Zugspaare an Wochenenden von Olten/Aarau via Lenzburg–Wohlen nach Arth-Goldau bestellen – mit schlanken Anschlüssen ins Tessin, nach Italien, zur Gotthard-Bergstrecke, Richtung Sattel–Einsiedeln sowie auf die Rigi.» Die SBB planen deshalb, die Werbemassnahmen der Kommission öV Freiamt zu unterstützen: mit Spots und Pop-ups beim Online-Fahrplan, Hinweisen in den Newsletters, Werbebannern an den bedienten Bahnhöfen und einer Verteilaktion am Bahnhof Lenzburg und/oder Aarau.