Wohlen
Kampfansage: Angliker wehren sich mit einer Petition für ihre Kinder

Der Dorfteil Anglikon kämpft um seine Schule. Am 4. Juni wird der Dorfverein dem Gemeinderat eine Petition übergeben.

Toni Widmer
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Schulhaus Anglikon: Klein, aber wichtig für die Eigenständigkeit des Dorfteils. to

Schulhaus Anglikon: Klein, aber wichtig für die Eigenständigkeit des Dorfteils. to

Toni Widmer

Anglikon ist seit 1914 Teil von Wohlen. Der kleine Ortsteil im Norden der grossen Gemeinde hat sich aber auch 105 Jahre später eine gewisse Eigenständigkeit bewahrt. Wer in Anglikon wohnt, nennt sich nicht Wohlerin oder Wohler, sondern Anglikerin oder Angliker. Der Dorfteil Anglikon stellt im Wohler Einwohnerrat auch stets eine eigene Delegation, die traditionell der FDP-Fraktion angegliedert ist.

Wehe, jemand kratzt am verbliebenen Stückchen Eigenständigkeit der Angliker. Der Gemeinderat Wohlen hat genau das jetzt getan. Ab Schuljahr 2020/21 sollen die Kinder nur bis zur 2. Klasse «daheim» im kleinen Angliker Schulhaus unterrichtet werden und nicht mehr wie bisher bis zur 4. Klasse.

Schon fast 1000 Unterschriften

«Wehret den Anfängen», sagen sich die Angliker und kämpfen für ihre Kinder. Denn, so die Befürchtung: «Wenn wir jetzt den kleinen Finger geben, nimmt man uns bald die ganze Hand», sprich: schliesst mittelfristig die Schule im kleinen Dorfteil ganz.

Unter Führung des Dorfvereins ist eine Petition gestartet worden, die man am 4. Juni Gemeindeammann Arsène Perroud übergeben wird. Schon knapp 1000 Unterschriften sind gesammelt worden, die Tausenderschwelle will man in den nächsten Tagen überschreiten und damit «dem grossen Wohlen» zeigen, dass die Angliker diesen Entscheid nicht hinnehmen wollen.

«Wir fordern, dass unsere Kinder die Primarschule weiterhin bis zur 4. Klasse im Schulhaus Anglikon besuchen können. Ein vorzeitiger Wechsel ins Schulhaus Bünzmatt ist aufgrund zahlreicher Fakten nicht tragbar und verringert – unter anderem – die Attraktivität des Dorfteils Anglikon», lautet der Text der Petition.

Das Argumentarium umfasst zum einen den Schulweg. Über 1,5 Kilometer seien für achtjährige Kinder eindeutig zu lang. Sie würden dafür rund eine halbe Stunde benötigen und das im Winterhalbjahr im Dunkeln. Über Mittag nach Hause zurückzukehren, sei dabei fast unmöglich. Weiter befürchten die Angliker, wie schon im Petitionstext erwähnt, an Attraktivität zu verlieren. Eine gut erreichbare Schule sei für Familien ein entscheidender Faktor bei der Wohnortswahl. Neben der Petition haben die Angliker übrigens auch eine Motion im Einwohnerrat geplant.

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