Freiamt

Kapo-Posten: SVP Bremgarten sträubt sich gegen Standortentscheid

Eingang zum Kapo-Posten Muri.es

Eingang zum Kapo-Posten Muri.es

Der Gemeinderat Wohlen und die SVP Bezirk Bremgarten finden den Entscheid des Regierungsrates unverständlich, den einzig verbleibenden Posten der Kapo in Muri anzusiedeln.

Der Regierungsrat hat am Freitag seinen Entscheid publiziert, die Posten der Kantonspolizei in Bremgarten und Wohlen aufzuheben und den einzigen noch verbleibenden Kapo-Posten im Freiamt im Murianer Amtshaus unterzubringen.

«Für diesen Entscheid gibt es nur finanzpolitische Gründe. In der Gemeinde Muri besitzt die Kantonspolizei mit dem Amtshaus ein Gebäude, das nun genutzt wird. Kurzfristig werden weniger Kosten anfallen. Ob dies in der langfristigen Betrachtung auch zutreffen wird, wird sich noch zeigen», hält der Gemeinderat Wohlen fest. Dabei hätten sämtliche sachlichen Gründe für einen Posten in Wohlen gesprochen: «Ereignis- und Einsatzzahlen, Bevölkerungsdichte oder die Verkehrslage. Aus operativer und strategischer Sicht ist es klar, dass der Standort in Wohlen sein muss. Das hat die Kantonspolizei mehrfach so bestätigt», schreibt der Gemeinderat und sagt weiter: «Wenn diese Faktoren bei der Entscheidung keine gewichtigere Rolle mehr spielen und nur die Finanzpolitik zählt, ist dies äusserst bedenklich.»

Kein Verständnis dafür

Der Regierungsrat habe bei seiner Interessensabwägung die operativ richtige Lösung den finanzpolitischen Überlegungen vollkommen untergeordnet. Es dürfe nicht sein, dass alle Entscheide der Finanzpolitik untergeordnet würden und die einzig richtige Lösung aus operativer und strategischer Sicht nicht realisiert werde. Der Standortentscheid lasse sich weder sachlich noch politisch begründen. Dafür habe der Gemeinderat Wohlen kein Verständnis.

Auch die SVP Bezirk Bremgarten akzeptiert den Standortentscheid nicht, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Der Vorstand der SVP Bezirk Bremgarten zeige sich ernsthaft besorgt über die künftige Sicherheitslage im Bezirk Bremgarten, und insbesondere in den Zentren Wohlen und Bremgarten: «Es ist ein Widerspruch in sich, in Muri einen Posten betreiben zu wollen und Schwerpunkte an anderen Orten setzen zu müssen. Die Polizisten gehören an den Ort des Geschehens.»

Die finanziellen Aspekte für die Standortwahl stellt die SVP Bezirk Bremgarten ausdrücklich infrage: «Das Amtshaus in Muri hätte vom Kanton Aargau auch vermietet werden können, mit den Mietzinseinnahmen hätte im Gegenzug die Miete einer Lokalität in Wohlen oder in Bremgarten finanziert werden können. Die finanziellen Aspekte sind unter diesen Voraussetzungen kein Argument für einen Standort in Muri», hält die Partei fest. Im Gegenteil sei zu erwarten, dass die Betriebskosten eines Polizeipostens in einem neuen Gebäude, beispielsweise an idealer Verkehrslage bei den neuen Kreiseln zwischen Bremgarten und Wohlen, niedriger sein würden als im bald 400-jährigen Amtshaus Muri. Die SVP Bezirk Bremgarten werde die öffentliche Sicherheit in den kommenden Jahren genau im Auge behalten und laufend überprüfen, ob die vom Regierungsrat angekündigten, «dauernd im Einsatz stehenden Patrouillen» auch wirklich betrieben würden.

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