Merenschwand

Klarere Regelung für Fahrende

In Merenschwand ist im September 2017 ein eigentliches Wohnwagendorf aufgebaut worden. az/archiv

In Merenschwand ist im September 2017 ein eigentliches Wohnwagendorf aufgebaut worden. az/archiv

Der Gemeinderat hat mit Landbesitzern und Repol Vereinbarung ausgearbeitet.

Im Sommer 2017 gingen die Wogen in Merenschwand zeitweise hoch. Grund dafür waren Fahrende aus Frankreich, die sich über Wochen an zwei Standorten niedergelassen hatten. Ein Landwirt war im wahrsten Sinne des Wortes «überfahren» worden. Er hatte erlaubt, dass für ein geplantes Fest ein paar Wohnwagen mehr auf sein Land fahren dürften, als schon da waren. Schliesslich waren es dann ein paar Dutzend Gefährte zusätzlich und am Schluss standen gegen 70 Wohnwagen auf seinem Land.

Der Gemeinderat Merenschwand hatte sich schon im vergangenen Spätsommer eingeschaltet, aufgrund der rechtlichen Situation kurzfristig aber nicht viel ausrichten können. Inzwischen hat er sich grundsätzlich mit dem Aufenthalt von Fahrenden im Dorf befasst.

Vermittler zugezogen

«Nachdem im letzten Sommer und Herbst zahlreiche Beanstandungen zum Aufenthalt von Fahrenden auf dem Gemeindegebiet Merenschwand eingetroffen sind, wurden die Geschehnisse zusammen mit den Grundeigentümern, welche in der Vergangenheit Fahrenden Gastrecht gewährt haben, der Regionalpolizei Muri und einem interkulturellen Vermittler aufgearbeitet», schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung.

Darauf gestützt ist bezüglich dem Umgang mit Fahrenden eine Vereinbarung getroffen worden, welche die betroffenen Grundeigentümer, die Regionalpolizei Muri sowie der Gemeinderat Merenschwand unterzeichnet haben.

Die Vereinbarung regele insbesondere folgende Punkte, hält der Gemeinderat fest: Aufenthaltsdauer und Anzahl Wohneinheiten, Unterbruch zwischen den Grundstücksvermietungen, Mietvertrag zwischen Grundeigentümer und Fahrenden, Aufgaben von Grundeigentümer und Gemeinde sowie die Unterstützung und Kontrolle durch die Regionalpolizei.

Der Gemeinderat ist überzeugt, mit dieser konsequenten Vereinbarung und vor allem mit dem direkten Dialog zwischen Behörden, Grundeigentümern und Fahrenden gute Voraussetzungen geschaffen zu haben, um künftig unbefriedigende Situationen bei Spontanhalten zu verhindern oder diesen bei Bedarf entgegenwirken zu können.

Erste Gruppe kommt Samstag

Die Bevölkerung wird gebeten, sich bei Problemen direkt bei der Repol zu melden. Eine erste Gruppe von Fahrenden hat sich laut Gemeinderat bereits angemeldet. Am nächsten Samstag, 14. April werden zirka 20 Personen mit 13 Wohnwagen im Gebiet Feld erwartet, für eine Dauer von rund vier Wochen. Der Gemeinderat weist abschliessend darauf hin, dass gemäss Feststellungen des Regierungsrates Möglichkeiten für Spontanhalte eine unabdingbare Ergänzung zu den vorhandenen Durchgangsplätzen darstellen, um dem Diskriminierungsverbot von Minderheiten nachzukommen.

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