Hermetschwil-Staffeln
Kleine Artisten im Zirkuszelt

Der Theaterzirkus Wunderplunder sorgt im Kinderheim für Aufregung.

Verena Schmidtke
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Jason, 12, Maicol, 13, und ihr Lehrer Thomas Läubli üben eine waghalsige Figur am Ring. Fotos: Verena Schmidtke

Jason, 12, Maicol, 13, und ihr Lehrer Thomas Läubli üben eine waghalsige Figur am Ring. Fotos: Verena Schmidtke

Verena Schmidtke

Von der Turnhallendecke hängen zwei Seile, daran ein schwarzer Ring. Und in, an auf und durch diesen hindurch hängen gleich drei Leute und vollführen waghalsige Kunststücke. «Ihr könnt auf dem Mattenwagen Platz nehmen», lädt die Trainerin die Zuschauer ein, «dann haben wir Publikum.» Konzentriert nehmen Maicol und Jason ihre Positionen an den Ringen ein, sogar freihändig klappt das ausgezeichnet. Ihr Lehrer Thomas Läubli turnt mit, die drei zeigen, was sie seit Dienstag an Akrobatik gelernt haben. Der Abgang mit Rolle aus den Ringen gelingt sehr gut, und die kleine Zuschauergruppe applaudiert.

«Das habt ihr toll gemacht», lobt die Leiterin der Einrichtung, Pia Iff. «Dieses Training ist eine schöne Gelegenheit für die Kinder, neue Erfahrungen zu sammeln.» Möglich macht das der Mitmach-Zirkus Wunderplunder, der seit dem 3. Juni beim Kinderheim St. Benedikt in Hermetschwil-Staffeln gastiert. Dabei zeigen die Zirkus-Leute nicht nur ihr Programm, sondern erarbeiten mit den Kindern eine eigene Aufführung. Diese wird am Freitag präsentiert, und das gleich zwei Mal.

Zum dritten Mal Wunderplunder

Wie es zur Zusammenarbeit vom Kinderheim St. Benedikt und dem Wunderplunder kam, berichtet die Leiterin: «Ich kannte den Zirkus von meinen eigenen Kindern und fand, er würde sehr gut hierher passen. Er ist zum dritten Mal bei uns. Es ist immer wieder eine spannende Erfahrung für unsere Schüler.» Gerade jene Schüler, die den Wunderplunder schon kannten, hätten sich sehr auf diese Woche gefreut.

Schlagzeuger Leonard, 10, und die beiden Lehrerinnen Rebekka Leuenberger und Rahel Stäger werden von Lea Bucher vom Theaterzirkus Wunderplunder dirigiert.

Schlagzeuger Leonard, 10, und die beiden Lehrerinnen Rebekka Leuenberger und Rahel Stäger werden von Lea Bucher vom Theaterzirkus Wunderplunder dirigiert.

Verena Schmidtke

Mit ein wenig Abstand vom Alltag können die Jugendlichen ausprobieren, was ihnen liegt. Dafür habe das Team zu Beginn einen Parcours aufgebaut. Dabei konnten sie sich mit Zirkusdisziplinen vertraut machen und in Ringen turnen, Bodenakrobatik ausprobieren oder sogar Feuerspucken. Anschliessend konnten sie sich für ihre liebsten drei Disziplinen entscheiden und wurden dann zusammen mit Lehrpersonen und Sonderpädagogen in Gruppen eingeteilt. Danach konnte das Training starten. Pia Iff dazu: «Auf diese Art lernen die Kinder und Jugendlichen ausserhalb des Schulalltags auch, dass Üben zu sichtbaren Erfolgen führt. Und auch wir erleben sie für einmal von einer ganz anderen Seite.»

Neue Talente werden entdeckt

Dabei habe der Zirkus Wunderplunder schon das eine oder andere verborgene Talent zum Vorschein gebracht. Im Zelt probt gerade die Band das Lied «Nothing Else Matters» von Metallica. Am Keyboard sitzt der 10-jährige Leonard und strahlt. «Darf ich auch ans Schlagzeug?», fragt er. Vorher habe er kein Instrument gespielt, erklärt er begeistert. Die Lehrerinnen bestätigen: «Er hat wirklich Talent.»

Draussen machen viele Kinder und Jugendliche eine kleine Pause. Auch Maicol und Jason, die vorhin an den Ringen geturnt haben, sind dabei. Jason erzählt, wie er zum Turngerät kam: «Erst wollte niemand in diese Gruppe. Da dachte ich, ich mache das jetzt einfach.» Maicol habe sich dann angeschlossen. Das Training gefalle ihnen sehr gut. «Es ist auch ein wenig anstrengend», sagen beide, «aber es macht wirklich Spass. Wir freuen uns schon auf die Aufführungen am Freitag.»

Vorführungen 7. Juni, 13.30 und 18.30 Uhr, Kinderheim St. Benedikt, Hermetschwil-Staffeln. Infos zum Theaterzirkus unter www.wunderplunder.ch. Nächste Woche gastiert der Theaterzirkus im Haus Morgenstern, Widen.

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