Boswil

Kleine Konzerte im grossen Saal: Wie das «Chillout» der Pandemie trotzt

Im grossen Saal des «Chillout» in Boswil kann der Abstand mit den Vierertischen gut eingehalten werden.

Im grossen Saal des «Chillout» in Boswil kann der Abstand mit den Vierertischen gut eingehalten werden.

Das «Chillout» in Boswil hat sich einiges einfallen lassen, damit kulturelle Events trotz Corona durchführbar sind. Rund 50 Personen haben nun die Möglichkeit, die Konzertabende kombiniert mit einem Nachtessen des Gasthofs Löwen zu geniessen.

Im Augenblick läuft das kulturelle Leben auf Sparflamme. Peter Wyrsch, der Wirt des Boswiler «Chillout», sowie Dani Gsell aus Villmergen wollten sich mit der Situation nicht abfinden, der Coronawinter sollte nicht total trist werden.

«Gleich nachdem bekannt war, dass grosse Veranstaltungen abgesagt werden müssen, haben wir uns überlegt, wie es trotzdem weitergehen kann», erzählt Peter Wyrsch lebhaft dazu, wie das Vorhaben zu Stande kam. Nun hätten 50 Personen – unter Einhaltung aller Vorschriften des BAG – die Möglichkeit, Konzertabende kombiniert mit einem Nachtessen des Gasthofs Löwen zu geniessen.

Mit nur 50 Gästen herrscht eine familiäre Stimmung

Sehr hilfreich für die Anlässe sei der grosse Saal des «Chillout». «Normalerweise finden darin bis zu 600 Leute Platz», führt der Wirt aus, «also haben wir sehr viel Raum, um den Abstand für 50 Gäste an Vierertischen zu gewährleisten.» Zum weiteren Schutzkonzept gehöre das Erfassen der Kontaktdaten sowie eine Maskenpflicht. «Am Tisch werden die natürlich abgenommen.» Um ein Konzert zu besuchen, sei eine vorherige Reservation nötig. Wyrsch erläutert: «So können wir im Voraus planen. Es sitzen auch nur die Personen zusammen am Tisch, wie sie es zuvor gebucht haben.»

Die kleinen Anlässe kommen gut an. «Wir hatten bereits zwei Veranstaltungen im November, die liefen sehr gut. Die Gäste fühlen sich sicher», kann der Wirt erfreut mitteilen. «Da nur 50 Besucher dabei sind, herrscht eine sehr familiäre Stimmung, es ist etwas Besonderes.»

Zu diesem kleinen Konzerterlebnis gehört natürlich auch Musik. Durch zahlreiche Veranstaltungen, die im «Chillout» stattfanden, hat die Location viele Kontakte. «Zunächst haben wir bei den Musikern angefragt, ob sie gern mitwirken möchten. Inzwischen kommen die Anfragen bei uns an.» So ein Anlass sei für die Künstler eine gute Möglichkeit weiterhin aufzutreten, wenn auch in kleinem Rahmen. «Da der Eintritt frei ist, gibt es eine Topfkollekte für die Musiker.» Der Verdienst sei aber derzeit nicht alles. «Solche Abende sind gut, um zu sagen: ‹Hey, wir sind noch da!› – und wir bieten den Leuten etwas Abwechslung in dieser Zeit.»

Programm bis Januar ist bereits provisorisch geplant

Künftige Konzertbesucher können sich heute Freitag auf «Rock’n’Rolf» alias Rolf Brunold aus Bettwil freuen. Als Elvis Tribute Artist vermag er es, die musikalische Stimmung der 1950-er und 60-er gekonnt wiederzugeben. Anfang 2020 trat er sogar in den USA auf. Als weitere Interpretin begrüsst das «Chillout» am Freitag die vielseitige Musicaldarstellerin Rahel Baer.

Eine Woche später wird Dani Gsell die Bühne übernehmen. Peter Wyrsch über die weiteren Pläne: «Die Termine für Dezember sind bereits gut gefüllt, den Januar haben wir schon mal provisorisch geplant. Wir gehen nicht davon aus, dass die Massnahmen bis dahin gelockert werden.» Falls es doch restriktivere Massnahmen geben sollte, dann sei das halt so.

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