Hämikon-Berg

«Kooperationsvereinbarung verletzt» – so weibelt der Verein Pro Lindenberg gegen den Windpark

Das ist der neuste Flyer des Vereins Pro Lindenberg. ES

Das ist der neuste Flyer des Vereins Pro Lindenberg. ES

Der Verein Pro Lindenberg fordert Mindestabstände der Windturbinen wie im Ausland.

Der Verein Pro Lindenberg «sieht bis dato keine Argumente oder Fakten, die uns veranlassen könnten, diesen Windpark gutzuheissen». Das wird in der neusten Mitteilung des Vereins festgehalten. «Im Gegenteil, dieser Windpark ist mit allen Mitteln zu verhindern.»

Konkret bemängelt der Verein zum Beispiel, dass den Bürgerinnen und Bürgern der Luzerner Anwohnergemeinden die politische Möglichkeit einer Einflussnahme an der Urne verwehrt bleibt.

Zwar hätten die beiden Regionalplanungsgruppen Idee Seetal und Repla Oberes Freiamt zusammen mit den Gemeinden Hitzkirch, Hohenrain und Beinwil das für den Windpark vorgesehene Gebiet ausgeschieden, aber auf Luzerner Seite bestehe noch kein kantonaler Richtplan.

Die damalige Planungsgruppe habe einen sogenannten Letter of Intent gegenseitig unterzeichnet, in dem festgehalten werde, dass man sich untereinander in der Planung für diesen Windpark abspricht. «Dies ist im Planungsprozess nicht erfolgt.» Mit dem Vorgehen der Initianten, das Projekt auf der Aargauer Seite voranzutreiben, würden diese Kooperationsvereinbarungen verletzt.

Grundwasser gefährdet?

So wären in jedem Fall beim Grundwasser beide Kantonsseiten mit ihren Wasserfassungen betroffen. «Die vom Experten aufgezeigten Grundwassersituationen auf dem Lindenberg zeigen auf, dass zwar Fundamente auf den verfestigten Moränengebieten gebaut werden können, dass aber die genaue Verästelung, die Flussrichtung der Grundwasser und deren Pegelstände nur ungenau und vermutet dokumentiert sind.»

Das heisse, «dass niemand eine Garantie abgeben kann (und auch will), dass die eh schon knappen Grundwasserreserven auf dem Lindenbergrücken nicht gefährdet sind».

Die vorgelegten Windmessdaten und die gezogenen Schlüsse von Meteotest seien zu ungenau, da es sich lediglich um Monatsmittelwerte handle. Nachdem nun die Tageskurven pro Monat zur Verfügung stehen, könnten auf dieser Basis aussagekräftige Zahlen zum Wind abgeleitet werden.

Eine Tatsache bleibe, dass sogenannte Schwachwindkraftanlagen mindestens 5,5 bis 6,5 m/s Wind benötigten, um überhaupt wirtschaftlich ohne Subventionen betrieben werden zu können.

Die Wirtschaftlichkeit des Windparks Lindenberg werde auf der Basis der zu erwartenden Subventionen aufgebaut. Die entsprechenden Unterlagen würden der Öffentlichkeit vorenthalten. «Somit kann die präsentierte Wirtschaftlichkeit von uns nicht nachvollzogen werden, da ja die Basisdaten der Berechnung, nämlich die erteilte Subvention, nicht vorliegen.»

Reduzierte Wohnqualität

Massiv reduziert werde die Wohnqualität der umliegenden Wohnsiedlungen, zudem würden die umliegenden Liegenschaften entwertet. Dadurch würden in den Anrainergemeinden massive Steuerverluste resultieren. Das Naherholungsgebiet Lindenberg werde sehr stark abgewertet. «Fauna und Flora werden mit dieser Anlage bedroht und Tiere wandern ab.»

Schliesslich fordert der Verein Mindestabstände von minimal dem Siebenfachen der Rotordurchmesser oder die im Ausland geführte Regelung vom zehnfachen Abstand zur Anlagehöhe der Windkraftanlage.

Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

Meistgesehen

Artboard 1