Wohlen

Landkauf steht auf der Kippe – aber 2018 muss ein neues Schulhaus stehen

Gemeindeammann Walter Dubler besuchte 2014 mit einigen Einwohnerräten die Schulräume am Oberdorfweg – die Schule ist allerdings nur eingemietet, 2018 fallen die Schulräume weg.

Gemeindeammann Walter Dubler besuchte 2014 mit einigen Einwohnerräten die Schulräume am Oberdorfweg – die Schule ist allerdings nur eingemietet, 2018 fallen die Schulräume weg.

Am Montag entscheidet der Einwohnerrat über das Schicksal der Schulraumplanung. Die Zeit ist knapp, fünf Wohler Architekturbüros haben in letzter Minute den geplanten Landkauf an der Pilatusstrasse kritisiert.

Kurz vor den Festtagen erreichte ein offener Brief die Gemeinde Wohlen und die Medien. Darin kritisierten fünf Wohler Architekturbüros die Schulraumplanung. Dies kurz vor der Abstimmung im Einwohnerrat vom kommenden Montag über den Landkauf an der Pilatusstrasse, wo ein neues Bezirksschulhaus gebaut werden soll. Die Architekten finden, das Grundstück an der Pilatusstrasse sei dafür der falsche Standort.

Nun luden Gemeinderat und Schulpflege zur Pressekonferenz. Für Gespräche sei man immer offen, den Zeitpunkt, den die Architekten für ihre Kritik gewählt hätten, sei aber äusserst ungünstig, betonte Vizeammann Paul Huwiler: «Vor einem halben Jahr hätten wir zusammensitzen und unseren Standpunkt erläutern können.» Jetzt sei es «fünf Minuten nach Torschluss».

«Wir haben Angst, dass mit diesem Sand im Getriebe der Zeitplan nicht mehr eingehalten werden kann», betonte auch Schulpflegepräsident Franco Corsiglia. Denn bis 2018 braucht es neue Schulräume – dann fallen die gemieteten Zimmer am Oberdorfweg weg. «Dann brauchen wir ein Schulhaus, Provisorien, oder wir müssen im Wald unterrichten», so Corsiglia. Der Grund, warum die Planung nicht schneller vorangegangen sei, sei nicht das Verschulden der Gemeinde, sondern auf Unsicherheiten in der Schulentwicklung (Bildungskleeblatt und Umstellung auf 6/3) zurückzuführen.

Bis 4,2 Millionen für Provisorien

Was es die Gemeinde kosten würde, wenn man auf Provisorien zurückgreifen müsste, führte Paul Huwiler aus. «In Villmergen haben die sechs Occasions-Provisorien rund 1,4 Millionen Franken gekostet – in Wohlen bräuchten wir 16.» Das würde weitere Ausgaben von rund 3,7 Millionen Franken bedeuten; wenn keine Occasionen zur Verfügung stehen und man neue Provisorien aufstellen muss, sind es gar 4,2 Millionen.

Gemeindeammann Walter Dubler zeigte sich überzeugt, dass der Gemeinderat «seine Hausaufgaben gemacht hat». «Noch nie wurde die Schulraumplanung in Wohlen so ausgiebig durchdacht und geplant. An den Berichten haben ausgewiesene Experten gearbeitet», erklärte Dubler.

Die Architekten haben in ihrem Brief auch darauf hingewiesen, dass es laut einem vorangegangenen Architektur-Wettbewerb möglich und richtig sei, das Haldeareal weiterzuentwickeln – dieses angedachte Bauwerk lief unter dem Namen «Sprungbrett».

Dem widersprach der Gemeinderat nun deutlich und wies auf eine Pressekonferenz aus dem Jahr 1991 hin. Damals hielt der Gemeinderat fest: «Das ‹Sprungbrett› überzeugt nicht in allen Teilen. Es engt den Pausenplatz Halde massiv ein.» Gleichzeitig kam man zur Erkenntnis, dass die Schulraumplanung zu wenig intensiv betrieben worden sei, was zu den vertieften Abklärungen und zu zwei Berichten – zusammen fassen sie über 200 Seiten – geführt hat.

Vorschlag birgt Risiken

Die Anwesenden machten nochmals klar, worauf es ihnen ankommt: Die Bezirksschule soll nur einen Standort haben, gleichzeitig setzt man auf stufendurchmischte Schulzentren, weil dies deeskalierend wirkt. Auf weitere Provisorien möchte man verzichten und die wirtschaftlich günstigste Lösung ist zu bevorzugen.

Mit dem Landkauf an der Pilatusstrasse spare man Geld, weil man keine Provisorien brauche, meinte Huwiler. Der Vorschlag der Architekten, das Haldeareal zusammen mit Gewerbeschule, Hofmatten und Bleichi zu «verdichten», sei zudem nicht ohne weiteres möglich, weil dazu verschiedene Richtlinien geändert werden müssten.

So sind die Kinderspielplätze der Bleichi durch die Freiraumplanung geschützt, auch die Bau- und Nutzungsordnung und der Zonenplan müssten vermutlich revidiert werden. Dazu müssten nebst Gemeinderat auch die kantonale Vorprüfung, das Mitwirkungs- und Einwendungsverfahren sowie der Beschluss des Einwohnerrats positiv ausfallen, der Einwohnerratsbeschluss unterliegt wiederum einem Beschwerdeverfahren und schliesslich müsste der Regierungsrat das Ganze absegnen. Je nach Ausschöpfung der Rechtsmittel käme es zu einer Verzögerung zwischen einem und fünf Jahren.

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