Eurokrise

Landmaschinen zum alten Kurs eingekauft – «Kunden schauen auf Qualität statt Preis»

Rolf Mäder glaubt nicht, dass er auf seinen Maschinen sitzen bleibt.

Rolf Mäder glaubt nicht, dass er auf seinen Maschinen sitzen bleibt.

Rolf Mäder von der Mäder AG in Niederwil hat Maschinen und Einzelteile zum alten Kurs eingekauft. Nun hat er die Preise auf verschiedenen Landmaschinen bereits merklich senken müssen.

«Was soll ich dazu sagen? Wir verfügen seit je über ein sehr grosses Ersatzteillager, und das hat jetzt mit dem Einbruch des Eurokurses massiv an Wert verloren», sagt Rolf Mäder von der Firma Mäder AG, Landmaschinen, in Niederwil.

Am Lager sind im traditionsreichen Betrieb, der 2014 sein 95-Jahr-Jubiläum gefeiert hat, aber nicht nur Ersatzteile: «Rund 100 Rasenmäher, das Stück zu rund 200 Franken, und 5 Traktoren, jeder 80 000 Franken teuer, stehen hier und sind zum alten Kurs bezahlt. Dazu kommen verschiedene andere Maschinen, die wir im Herbst zu deutlich schlechteren Bedingungen eingekauft haben, als wir sie jetzt kaufen könnten – Ladewagen, Heuerntegeräte, Ackerbaumaschinen.»

Für diese müsse er jetzt massive Preisnachlässe gewähren, erklärt Mäder: «Ich habe gestern ein Mail von einem Importeur mit den neuen Preisen bekommen und heute ein zweites. Beide reden von Preisreduktionen im Umfang von über 10 Prozent. Diese finanzielle Einbusse müssen wir selber tragen. Das beschäftigt mich schon stark.»

Schon von Kursgewinn profitiert

Dennoch: «Wir haben auch schon von Kursgewinnen profitieren und in guten Jahren das Unternehmen auf eine solide Basis stellen können. Das, was jetzt passiert ist, tut uns weh, aber ich denke nicht, dass es für unsere Firma existenzbedrohend sein wird», sagt Mäder weiter.

Und jammern bringe seinen Betrieb ohnehin nicht weiter: «Unsere Kunden sind die Landwirte und auch die Bauern müssen ab und zu mit schlechteren Ernten fertig werden.»

Eine solche hätten auch jene beiden Landwirte eingefahren, die an der traditionellen Niederwiler Olma, der jährlichen grossen Landmaschinen-Ausstellung zwischen Weihnachten und Neujahr, einen Traktor kauften: «Hätten die beiden Bauern ihren Traktor drei Wochen später gekauft, wäre er 10% günstiger gewesen. Das wird meine Kunden ärgern, es ärgert aber auch mich.»

Für die Zukunft ist der Landmaschinenhändler optimistisch: «Die Preise unserer Produkte sind längst an den europäischen Markt angepasst. Dazu kommt, dass unsere Kunden nicht nur auf den Preis schauen, sondern vor allem auf die Qualität und den guten Service. Hier können wir gegenüber den Mitbewerbern im Euroraum unsere grosse Stärke ausspielen.»

So geht ein Freiämter Camping-Händler mit dem neuen Eurokurs um.

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