Muri

Lehrling wird «getauft»: Die Gautsch-Tradition lebt auch im digitalen Zeitalter weiter

Lehrling Carmen Stöckli wird in den Brunnen spediert.

Lehrling Carmen Stöckli wird in den Brunnen spediert.

Einmal unter Wasser im Klosterbrunnen Muri. So ist es Tradition im Druckergewerbe. Auch heute noch.

Trotz digitalem Zeitalter sollen Traditionen weiterhin bestehen bleiben. So auch, dass im Druckereigewerbe nach bestandener Lehrabschlussprüfung eine Wassertaufe (Gautschen) zu erfolgen hat. Dies ist kürzlich Carmen Stöckli widerfahren. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer vierjährigen Ausbildung zur Drucktechnologin in der Druckerei Schumacher wurde sie mit der Wassertaufe im Klosterhof Muri offiziell in den Berufsstand der Schwarzkünstler aufgenommen.

Die Boswilerin fand den Weg in die Druckerei eher zufällig. In einer Schreinerei aufgewachsen, wäre ihr das Element «Holz» wohl näher gewesen. «Doch während der Berufswahl entdeckte sie die Faszination von Papier, Farbe und Hightech-Maschinen», schreibt die Druckerei Schumacher in Muri in einer Mitteilung. Die Zeit der Lehrabschlussprüfung sei eine besondere Herausforderung gewesen – war doch wegen der Coronapandemie lange nicht klar, wie und in welcher Form die Prüfungen stattfinden würden.

Schliesslich konnten die zweitägigen praktischen Prüfungen dennoch im Lehrbetrieb in gewohntem Rahmen stattfinden, und für die theoretischen Fächer wurde der Notendurchschnitt der ganzen Lehrzeit beigezogen. Carmen Stöckli sei für ihren konstanten Einsatz während der gesamten Lehre mit der Gesamtnote von 5,2 belohnt worden. Nach Ablauf der Lehrzeit wird sie bis auf Weiteres in der Druckerei Schumacher weiterarbeiten und ihre Fachkenntnisse festigen und erweitern können. (az/rib)

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