Bremgarten

«Märli-Wält» verwandelte Altstadt in Kinderparadies

Früher hat man Kinder mit Märchen erzogen. Heute ziehen Kinder im Fasnachtsumzug mit und feiern mit den Grossen ihr Märchen.

Strahlender Sonnenschein tauchte die Stadt Bremgarten in ein märchenhaftes Licht, als ein lauter Knall gestern Nachmittag, um 13.61 Uhr den Beginn des grossen Fasnachtsumzugs ankündigte. Vom Bahnhof Bremgarten bis hinunter zum Casinoplatz standen die Schaulustigen dicht an dicht, um das Spektakel so nah wie nur möglich mitzuverfolgen.

Die Guggemusig Sädelgeischter Zufikon führte den Zug an. Ihr Motto hiess: «Horror Casino». Noch bevor sie um den Spittelturm in die Marktgasse einbogen, hörte man sie die Beatles verkakophonen. «Let it be» tschäderete übers Kopfsteinpflaster und der geneigte Zuhörer, mit oder ohne Pamir auf dem Kopf, rätselte vielleicht insgeheim, ob der versteckten Botschaft hinter diesem Gassenhauer aus längst vergangenen Tagen.

Hier gab es doch gar nichts, was man hätte bleiben lassen sollen. Das Wetter stimmte, die Stimmung stimmte, das Motto stimmte. «Märli-Wält» hatten die Organisatoren des Umzugs, die Schpitelturm-Clique Bremgarten, als roten Faden entlang der 41 Nummern umfassenden Parade vorgegeben.

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Daran hielten sich vor allem die jüngsten Fasnächtler mit einer Begeisterung, die sich in wunderbar bunten und fantasievollen Kostümen ausdrückte. Das Märchen vom «Froschkönig» hatte sich der Kindergarten als Motto gewählt. Man hätte jeden dieser Frösche küssen wollen, auf dass ein Prinz – oder eine Prinzessin – daraus würde.

Das Schulhaus Promenade zog als «Sterntaler» wie ein grosses Sternenmeer vorbei, während das Schulhaus St. Josef A und B «Fliegenpilz und Kleine Meerjungfrau» sowie «Das Rumpelstilzchen» in den Umzug zauberten. Das Schulhaus Hermetschwil-Staffeln trat mit einer luftig-wolkigen Darstellung von «Frau Holle» auf.

«600 Schulkinder haben am Umzug teilgenommen», verkündete der Ansager und Schatzmeister I der Schpitelturm-Clique Claudio Kronberger nach der Veranstaltung mit unverhaltenem Stolz. «Das ist das Verdienst von Schulleiter Guido Wirth. Dafür sind wir ihm sehr dankbar.»

Dankbar war Kronberger auch für das hervorragende Wetter von gestern. «Wenn es geregnet hätte, dann hätten wir den Umzug natürlich trotzdem durchgezogen. Fasnacht findet nun mal draussen statt. Nur wenn es schneit und der Schnee liegen bleibt, dann, und nur dann, würden wir den Umzug absagen.»

Davon war bei diesem Kaiserwetter keine Rede, im Gegenteil. Nach dem Umzug ging es im Casino weiter, wo die zehn Guggenmusiken nach der Parade noch weiter zum Konzert aufspielten.

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Autor

Christian Breitschmid

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