In einem Schreiben, welches der Aargauer Zeitung vorliegen, informiert Ingo Malm seine Patienten über die Zukunft seiner Praxis auf dem Mutschellen. Malm, der sich massiven Vorwürfen gegenüber sieht (s. Box), teilt mit, er habe für seine Praxis neue Räume gefunden, einem Weiterbetrieb stehe somit nichts im Weg. Der deutsche Arzt, der laut dem Anwalt seines Vermieters die Miete am bisherigen Standort in Rudolfstetten nicht mehr zahlen konnte, wird mit seiner Praxis an die Alte Bremgartenstrasse 2 nach Berikon umziehen.

Malm sagt dazu: «Der alte Mietvertrag wurde auf jemand Dritten überschrieben und gestattet ausdrücklich den Betrieb der Praxis unter meiner Führung.» Der alte Vertrag sei allerdings bis 31. März 2013 befristet. «Aus diesem Grund ziehen wir in die neue Praxis», erklärt Malm. Er ergänzt: «Der neue Standort ist grösser und wir können dort unsere Dienstleistungen besser und mit grösseren Nutzen für den Patienten anbieten.»

Konkursverfahren läuft noch

Mit dem Umzug soll sich auch die Trägerschaft für Ingo Malms Praxis ändern. Die alte Praxis ist rechtlich als Einzelfirma organisiert, die neue soll eine Aktiengesellschaft werden. Träger der bisherigen Praxis ist Malm selber. Gegen ihn läuft seit dem 19. Juni ein Konkursverfahren, am 23. November wurde der Schuldenruf publiziert. Bis am 23. Dezember müssen Malms Gläubiger nun ihre Forderungen beim Konkursamt anmelden. Auf Anfrage sagt Malm: «Das Konkursverfahren ist im Gang. Mehr Auskünfte gebe ich dazu nicht.»

Malm bestreitet, dass er vorhabe, die bisherige Trägerin seiner Praxis in Konkurs gehen zu lassen und mit der AG als Trägerin der neuen Praxis ohne Schulden neu anzufangen. Er hält fest: «Träger der alten Praxis war ich als Privatperson, Träger der neuen Praxis wird eine AG sein mit einer anderen Eigentümerstruktur.» Malm erläutert, er werde künftig bei dieser AG angestellt sein. «Somit sind dies zwei voneinander völlig unabhängige Rechtsträger.» Malm betont: «Die neue Praxis wird die bisherigen Mitarbeiter weiter beschäftigen und die rund 6000 Patienten weiter betreuen.» Die neue Praxis habe eine sehr wichtige Funktion, sagt er: «Die Arbeitsplätze und die medizinische Grundversorgung auf der Mutschellen bleiben erhalten.»

Investoren für neue AG gesucht

In einem zweiten Brief sucht Ingo Malm Investoren für seine neue Praxis. «Für den Umzug und den Neubetrieb benötigen wir frisches Kapital - leider zu einem Zeitpunkt, in dem die Familienpraxis diesen Teil noch nicht hat erwirtschaften können», schreibt er. Für die neue AG bietet Malm Aktien ab 100 Franken an. Er erhofft sich eine breite Streuung des Kapitals, «im Sinne einer genossenschaftlichen Gemeinschaftseinrichtung für die Bürger des Mutschellen.»