Zufikon
Mann stirbt bei Hausbrand – das Feuer brach mitten in der Nacht aus

Bei einem Brand in Zufikon ist in der Nacht auf Freitag ein Mann ums Leben gekommen. Aller Einsatz der rund 90 Retter war somit vergebens. Für die kleine Gemeinde ist es bereits der zweite Feuerschock innert wenigen Monaten.

Marc Ribolla
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Das Löschwasser tropft am Morgen danach von den verkohlten Dachbalken auf den Boden. Überall bilden sich Pfützen im Hausinnern. Alles ist verrusst, die Fassade teilweise bis auf die Bachsteine weggeschmolzen. In der Luft liegt ein unangenehmer Geruch von verbranntem Holz. Bei der kleinen Treppe zur Haustüre hält einzig ein Gartenzwerg inmitten von Ziegelschutt noch halbwegs die Stellung. Auch der stille Zeuge des nächtlichen Brandes hat seine Spuren davongetragen.

In der Nacht auf Freitag geriet ein Reihenhaus in Zufikon in Vollbrand.
8 Bilder
Das Haus brennt lichterloh.
Rund 30 Feuerwehrleute rücken aus, um das Feuer zu bekämpfen.
Leider kam die Hilfe für einen oder eine Bewohnerin des Hauses zu spät. Sie kam beim Brand ums Leben.
Das Haus ist komplett ausgebrannt.
Gegen 10.30 Uhr konnte die Feuerwehr mit ihrer Arbeit aufhören.
Das zerstörte Gebäude.

In der Nacht auf Freitag geriet ein Reihenhaus in Zufikon in Vollbrand.

mzm

Bis wenige Stunden zuvor war die Welt an der Unterdorfstrasse in Zufikon noch in Ordnung. Das tödliche Drama nimmt seinen Lauf kurz nach 3 Uhr in der Nacht auf Freitag. Um 3.18 Uhr geht bei der kantonalen Notrufzentrale die Meldung ein, dass ein Haus brenne.

Kurz darauf wird Zufikons Feuerwehrkommandant Marcel Hottinger aus dem Schlaf gerissen. Mit seiner Equipe stösst er zum Brandplatz, der Anfahrtsweg aus dem Feuerwehrdepot ist mit knapp 200 Metern sehr kurz.

Rund 90 Einsatzkräfte aus der Region im Einsatz

Den Einsatzkräften bietet sich bereits ein schlimmes Bild. Das Feuer hat sich innert weniger Minuten schon durch den Dachstock gefressen. «Das Haus stand bei unserer Ankunft schon in vollen Flammen und war sehr heiss», sagt Kommandant Marcel Hottinger.

Zur Unterstützung der Zufiker rücken auch Teile der Feuerwehren Bremgarten, Arni-Islisberg, Oberwil-Lieli und Mutschellen mit dem Hubretter aus. Aller Einsatz der rund 90 Retter ist aber vergebens. Beim Brand kommt der Bewohner des Hauses ums Leben. «Während der Löscharbeiten haben wir sehr schnell gesehen, dass es leider nur noch um eine Bergung und nicht mehr um eine Rettung geht», sagt Hottinger. Nach gut zwei Stunden ist der Brand so weit unter Kontrolle, dass eine Bergung des Verstorbenen möglich ist. Ein Moment, der immer nahegeht.

Am Morgen danach bot sich ein Bild der Zerstörung bei der Brandruine.

Am Morgen danach bot sich ein Bild der Zerstörung bei der Brandruine.

Marc Ribolla

Für die Feuerwehr Zufikon ist es schon der zweite Einsatz innert nur weniger Monate, bei dem es Todesopfer zu verzeichnen gibt. Erst vergangenen Dezember kam im Dorf eine 97- jährige Frau bei einem Hausbrand ums Leben. «Das ist natürlich kein schönes Gefühl bei einem Einsatz. Wenigstens muss sich die Feuerwehr nichts vorwerfen im Rettungsablauf. Beide Male waren die Personen schon tot, als wir eintrafen», erklärt Marcel Hottinger.

«Er war wie ein Bruder für mich»

Was das Feuer verursacht hatund die entstandene Schadensumme zu ermitteln, ist nun Aufgabe der Kantonspolizei Aargau. Die Spezialisten nehmen am Vormittag die Spurensuche bereits auf. Unterstützt von einem Suchhund, der auf Brandbeschleuniger trainiert ist, wird die Ruine abgesucht.
Gleichzeitig sagt Feuerwehrkommandant Hottinger nach über sieben Stunden ermüdendem Einsatz kurz nach 10.30 Uhr zu seinem Trupp: «Ihr könnt jetzt zusammenräumen.»

Marcel Hottinger, Kdt Feuerwehr Zufikon: «Das Haus war bei unserer Ankunft schon in vollen Flammen und sehr heiss.»

Marcel Hottinger, Kdt Feuerwehr Zufikon: «Das Haus war bei unserer Ankunft schon in vollen Flammen und sehr heiss.»

Marc Ribolla

Rund um das zerstörte Haus werden zusätzlich Absperrgitter aufgestellt. «Am Nachmittag stellen wir aus Sicherheitsgründen noch eine Brandwache», so der Zufiker Feuerwehrchef. Auch in jenen Stunden wird das Löschwasser noch immer langsam von den Balken runtertropfen und der Brandgeruch in der Luft hängen.

Unfassbar ist der tragische Brand auch für die Nachbarn. Einer sagt bei «Blick.ch» über den Verstorbenen: «Er war wie ein Bruder für mich. Sein Tod trifft mich schwer. Ein lieber Mensch. Ich durfte sogar meinen Rasenmäher und anderes Gartenwerkzeug in seine Garage stellen.» Sie hätten oft zusammen gesessen und gemeinsam ein Bier getrunken.

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