Muri

Martinimarkt-Chefin hört nach 16 Jahren auf

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Der Martinimarkt in Muri am 11. November wird für die Marktchefin Patricia Küng der letzte sein. Sie hat Ordnung in den Traditionsmarkt gebracht.

Vor 16 Jahren, als Patricia Küng als Marktchefin eingesetzt wurde, fehlte ein Marktreglement. Manche Marktfahrer meldeten sich bei schlechtem Wetter mit fadenscheinigen Ausreden kurzfristig ab. «Löcher in einem Markt schaden seinem Ruf, mit der Zeit gehen die Besucherzahlen zurück», weiss Küng. Und schob einen Riegel – mit einem Marktreglement: Wer mit seinem Stand nicht kommt, erhält trotzdem eine Rechnung für die Platzmiete. Löcher gibt es an den traditionellen Murianer Märkten im Mai und im November seither kaum mehr. Dafür mehr Stände: «Seit ich das Amt übernommen habe, ist der Maimarkt um etwa 20 Prozent auf rund 140 Stände, der Martinimarkt um 10 Prozent auf gegen 150 Stände gewachsen», zieht die Marktchefin eine positive Bilanz ihres langjährigen Engagements. Mit einer neuen Führung der Besucher wurde auch der Chäsiplatz für Marktfahrer wieder attraktiv. Mehr Anbieter können die Murianer Märkte kaum mehr aufnehmen.

Die Marktchefin hat in ihrer Amtszeit viel erlebt. «Die professionellen Marktfahrer sind eben ein Völklein für sich», meint Küng schmunzelnd. Die meisten wollen immer ihren angestammten Standplatz und reagieren empfindlich schon auf ein paar Meter Verschiebung. Umgekehrt erwarten die Marktbesucherinnen und -besucher «ihren» Marktfahrer ebenfalls immer am gleichen Ort. Sie hat versucht, diese Bedürfnisse stets zu befriedigen und sonst mit einer frühzeitigen, offenen Kommunikation Konflikten zuvorzukommen. Zu manchen Marktfahrern hat sich ein persönliches Verhältnis entwickelt, anderen musste sie auch mal den Tarif durchgeben. «Man muss sich dann meistens bei grossen, kräftigen Männern durchsetzen», lacht die zierliche Frau. Für die Marktchefin ist der Markttag jeweils ein langer Arbeitstag mit vielen Gesprächen und dem Einkassieren der Standgebühren. Wertvoll findet sie die Begleitung durch die Regionalpolizei. «Die Präsenz der Polizei hat präventive Wirkung gegen Diebstähle oder andere Unannehmlichkeiten.»

Märkte werden trotz Online-Handel überleben, davon ist Küng überzeugt. «Dieses Erlebnis, die Atmosphäre kann das Internet nicht bieten.» Die Besucherzahlen würden das bestätigen. «Die Frage ist eher, ob sich der Internet-Handel auf die Umsätze der Marktfahrer auswirkt.» Ab nächstem Jahr übernimmt Annette Gerber die Aufgabe als Marktchefin von Muri. Patricia Küng wird dann als Besucherin zwischen den Marktständen schlendern und sicher mehr Zeit brauchen als andere – für den einen oder anderen Schwatz mit den ihr lieb gewordenen Marktfahrern.

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