«Letzter Aufruf für Florian Lustenberger vom STV Arth-Goldau», witzelte Speaker Markus Brun am Samstag in Beinwil. Das sei fast wie am Flughafen, irgendwann sei das Gate dann einfach geschlossen. Der Wettkämpfer fand sich dann aber kurze Zeit später im Sägemehl ein, und somit war wieder alles im grünen Bereich.

«Nationalturnen ist eine alte Sportart, ein Mehrkampf mit sehr unterschiedlichen Disziplinen», wie Albi Nietlispach, OK-Präsident des Kantonalen Nationalturntags, erklärte. Das bestätigte auch Corina Brunner, verantwortlich für das Ressort Sponsoring und Werbung: «Es ist eine Mischung aus athletischen und traditionellen Disziplinen. Es ist sehr anspruchsvoll für die Athleten, sie müssen sehr vielseitig trainieren und eine gute Kondition haben.» In den Vornoten-Disziplinen, die am Vormittag ausgetragen wurden, standen Laufen, Turnen am Boden, Hochsprung, Steinstossen und Steinheben auf dem Programm. Nach der Mittagspause wurde dann gerungen und geschwungen, dass das Sägemehl nur so stob. Mit Andi Imhof war sogar ein Kranzschwinger von nationaler Grösse auf dem Platz. Gewiss war es ein Ansporn und eine grosse Ehre für einige Athleten, gegen einen so erfahrenen Schwinger antreten zu dürfen.

Anlass als gute Vorbereitung

Beinwil im Freiamt war bereits mehrmals angefragt worden, den Nationalturntag auszutragen, hatte aber stets abgelehnt. Doch jetzt sagten die Verantwortlichen zu und stellten sich der Herausforderung. «Es ist ein guter Einstieg, eine Art Generalprobe für das Aargauer Kantonalschwingfest 2020, das Beinwil/Freiamt in zwei Jahren als Gastgeber austragen wird», erläuterte Nietlispach. Die Entscheidung für den Nationalturntag fiel relativ spät, so hatte das Organisationskomitee gerade mal acht Monate Zeit, dieses Fest auf die Beine zu stellen.

Ganz zum Gefallen der offensichtlich zufriedenen Festbesucher. Daniela Lang, 48, aus Wiggwil, bestätigte: «Die Atmosphäre hier ist gut, einfach ganz anders als an einem normalen Turnfest. Es ist eher wie ein Schwingfest in Miniaturformat, nur schon die Musik bringt viel volkstümliches Flair aufs Festgelände.»

Auch Margrit und Otto Bucher aus Beinwil/Freiamt gefällt es hier, ihr Sohn und ihre Tochter sind im STV Beinwil dabei, und sie sind sich sicher, dass auch bald die Enkel nachziehen werden. So braucht sich der Turnverein keine Nachwuchssorgen zu machen.

Nach der Mittagspause betrat dann der dreifache eidgenössische Urner Kranzschwinger Andi Imhof den Sägemehlring. Kurze Zeit später hatte der Vorjahressieger des Eidgenössischen Nationalturntags die Partie für sich entschieden.

Holzbrunnen sorgt für Abkühlung

Für eine Erfrischung war ebenso gesorgt. Rolf Schärer, Bauchef vom Fest-OK, hatte in aufwendiger Handarbeit einen Holzbrunnen gezimmert. Die Sportler schätzten es, ihre erhitzten Häupter ins kühle Brunnenwasser zu tauchen oder das Sägemehl abzuwaschen. Der Brunnen konnte sogar ersteigert werden, das letzte Angebot lag bei 200 Franken, was natürlich noch nicht seinem eigentlichen Wert entsprach. Die Stimmung auf dem Festplatz bei der Schulanlage war ausgelassen, vom Siebenjährigen bis zu den 16 aktiven Erwachsenen, die sich angemeldet hatten, alle gaben ihr Bestes.

Am Freitagabend wurde der Aargauer Nationalturntag mit dem Feierabendbier in der Holdriobar eingeläutet, und am Samstag nach den Schlussgängen und dem anschliessenden Rangverlesen fand der Tag noch mit Fest- und Barbetrieb einen gemütlichen Ausklang.