Wohlen
Mit dem Velo nach Südfrankreich – Tag 6: Durch Nebelmeer und Kälte ans warme Meer

Am 22. September starteten 34 Wohler Kantonsschüler und ihre Fahrräder eine Tour nach Dramont in Südfrankreich. Zur abenteuerlichen Reise stellen sie jeden Tag einen Text oder ein Foto in Form eines Blogs online.

Johanna Lippuner
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Mit dem Velo nach Südfrankreich
49 Bilder
Tag 6: Col_de_Luens
Tag 6: Mons
Tag 6: Richtung Frejus
Tag 6: Geschafft
Tag 5: Haute-Provence
Tag 5: Jonas, Tim, Efraim, Jan, Roman, und Jonas
Tag 5: Haute-Provence
Tag 5: Haute-Provence
Tag 4: Anfahrt
Tag 4: Anfahrt
Tag 4: Aufstieg
Tag 4: Aufstieg
Tag 4: Aufstieg
Tag 4: Ausblick
Tag 4: Ausblick
Tag 4: Ausblick
Tag 4: Col de la Croix-Haute
Tag 4: Col de la Croix-Haute
Tag 3: Seyssel.
Tag 3: on the road.
Tag 3: on the road.
Tag 3: on the road.
Tag 3: on the road.
Tag 3: Weinberge.
Tag 3:: on the road.
Tag 3: Hafen am Lac du Bourget.
Tag 3: Pause am Lac du Bourget.
Tag 3: Lac du Bourget.
Tag 2 Feldweg
Tag 2 Lausanne
Tag 2 Lausanne
Tag 2 Lucens
Tag 2 Natur
Tag 2 Steifer Wind
Tag 2 Genfersee
Tag 2 Nicolas, Nils
Tag 1 Briefing
Tag 1 Joel, Nicola, Noel
Tag 1 Philipp, Ronia, Cyril
Tag 1 Velos
Tag 1 Tim
Tag 1 Marietta
Tag 1 Aare
Tag 1 Aarberg
Tag 1 Aarberg
Tag 1 Kuriosität
Tag 1 Zeltstadt
Tag 1 Murtensee

Mit dem Velo nach Südfrankreich

Benedikt Waser

Das Abschlussvideo zur Velowoche:

Der Blog

Tag 1: Wohlen – Langenthal – Avenches

Heute Morgen um sieben Uhr ging es los. Wir gingen los mit viel Respekt vor unserer heutigen Etappe. Das Wetter war sehr angenehm, die Sonne schien und man sah keine einzigen Regenwolken. Die Fahrt war hügellig, aber man konnte sie gut abfahren ohne grosse Schwierigkeiten. Unsere Mittagspause verbrachten wir bei einem kleinen Kiosk in Koppigen. Am Schluss kamen wir alle mit Erschöpfung aber auch mit einer riesen grossen Freude auf dem schönen Campingplatz in Avenches an. Nun heisst es Zelte aufschlagen und Kochen für die Gruppe und den gelungenen Tag ausklingen. (Livia Grau & Angélique La Piana)

Tag 2: Avenches – Lausanne – Genf – Neydens

Der Wecker klingelte um 6.00 Uhr. Nach Anlaufschwierigkeiten haben wir es trotzdem noch aus dem Zelt geschafft. Schon am Morgen war es sehr windig. Als wir endlich aus dem Zelt gekrochen sind, störte uns der Wind kaum. Hingegen auf dem Velo kämpften wir schon nach dem Verlassen des Campingplatzes mit dem starken Gegenwind. Trotzt des Windes war es sonnig und warm. Nach den 130 Kilometern kamen dann doch (fast) alle gut gekennzeichnet am Campingplatz an. Leider musste uns ein Teilnehmer schon in Lausanne wegen Knieproblemen verlassen. Nichts desto trotzt freuen wir uns frisch geduscht und gesättigt auf eine angenehme Nacht. (Jasmin Konrad, Gilian Huber & Nina Millat)

Tag 3: Neydens – Aix-les-Bains- Chambery – La Terrasse

Nach einer kalten, regnerischen Nacht wurden wir von unserem schrillen Wecker um 5.45 Uhr geweckt. Bei gefühlten Minusgraden stiegen wir von unseren Schlafsäcken direkt in unsere Pullover. Das noch nasse Zelt bauten wir im Schein der Taschenlampen ab und verstauten danach alle Materialien im Lastwagen. In zwei grossen Gruppen wurden wir, die ersten Kilometer, bis Viry geführt. Zu unserem Glück hatte sich der Wind in der Nacht gedreht, sodass wir in dieser Etappe von starkem Rückenwind unterstützt wurden. Das kam uns nach dem gestrigen Tag sehr entgegen. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Lac du Bourget und etwas später auch das am Seeende gelegene Aix Les Bains. Unsere Sandwiches assen wir zwischen Aix Les Bains und Chambery an einem idyllisch gelegenen Radweg. Trotz der schlechten Strassenverhältnisse und den vielen Scherben kamen wir ohne weitere Probleme durch Chambery hindurch. Uns ist aufgefallen, dass hier in Frankreich anscheinend nicht die "normalen" Verkehrsregeln gelten. Man fährt bei sowohl bei grün als auch bei rot über die Ampel. Die letzten 30 Kilometer flitzen wir, wieder vom Rückenwind begünstigt, durch die hügelige Landschaft nach La Terrasse, und erreichten um 13.15 Uhr als erste Gruppe, noch vor dem Laster, den Campingplatz. (Jonas Glanz & Jonas Dolder)

Tag 4: La Terrasse – Grenoble – Aspres-sur-Buëch

Start: La Terrasse (30 km vor Grenoble) 10 °C

Ziel: Aspres sur Buëch (45 km vor Sisteron) 27 °C

Distanz: 124 km

Steigung: 1285 Höhenmeter

Morgens gingen wir bereits früh los. Um 7 Uhr starteten wir, um möglichst früh in Grenoble zu sein, damit wir möglichst viele Höhenmeter am Morgen machen konnten. Nachdem wir die Stadt Vif passierten, ging es auch schon los mit dem Sammeln der Höhenmeter. Mit einer Steigung, die 15 km anhielt, ging es den ersten Pass, den Col de Fau, hinauf. Auf über 800 Meter über Meer waren wir aber noch nicht am höchsten Punkt der Etappe angekommen. Auf einer 36 km langen, hügeligen Übergangsstrasse kämpften wir uns zum Col de la Croix-Haute mit leichtem Gegenwind. Einige Hügel und Proteinriegel später standen wir am Fusse des Passes, wo sich auch die Sonne zeigte. Wieder folgte eine 8 km lange Steigung auf 1200 m hinauf. Diese Fahrt auf den Pass zog sich sehr und fühlte sich langwieriger an als der Rest der Fahrt. Schliesslich konnten wir mit etwas Rückenwind an der anderen Seite des Passes bis zum Camping bei Aspres sur Bruëch hinunterfahren. Die Vegetation änderte sich und man merkt nun, dass wir dem Mittelmeer immer näher kommen. (Tim Utzinger & Efraim Nuzzaci)

Tag 5: Aspres – Sisteron – Col de Leques – Castellane

Start: Aspres sur Buëch (45 km vor Sisteron) 6 °C

Ziel: Castellan 26 °C

Distanz: 128 km

Steigung: 1055 Höhenmeter

Am zweitletzten Tag der Velotour klingelten die Wecker wie langsam gewohnt um sechs Uhr. Die Momente nach dem Aufwachen waren die die Erfreulichsten. Die Zelte waren wieder nass. Doch für langes aufregen blieb keine Zeit und somit sassen wir um sieben Uhr zum fünften Mal auf unseren Fahrrädern. Kommentare wie «bei dieser Kälte wird man ja zum neuen Ötzi», hörte man auf den ersten Kilometern, auf denen es hauptsächlich bergab ging, viel. Die Sonne liess sich Zeit, jedoch als sie sich dann zeigte, schien sie umso mehr. Bei wolkenfreiem Himmel ging es von Sisteron nach Baremme. Die bis dahin sehr gut zu fahrende Etappe zeigte dann doch noch ihre schweren Seiten auf den letzten 20 Kilometern. Ein steiler Pass der dem einen oder anderen die gute Stimmung versaute. Oben angekommen wurde man jedoch mit einer phänomenalen Aussicht belohnt. Die wenigen Kilometer zum Schluss konnte man das Fahrrad rollen lassen und kam so auf direktem Weg zum Campingplatz. (Nils Tischer)

Tag 6: Castellane – St.Raphaël – Dramont

Start: Castellan 5.6 °C

Ziel: Dramont 26 °C

Distanz: 103 km

Steigung: 1148 Höhenmeter

Die Nacht vor der letzten Etappe war spürbar die kälteste. Die Kälte und der Nebel machten uns den Aufbruch nicht leicht, wobei der Gedanke ans warme Mittelmeer uns dann doch schnell in Fahrt brachte. Schon nach wenigen Kilometern, auf dem Weg zur ersten Passhöhe, konnten wir einen atemberaubenden Ausblick auf das Nebelmeer geniessen, was uns noch ein bisschen mehr Kraft gab, um die nächsten Höhenmeter zu bewältigen. Die folgenden Kilometer führten uns durch gefrorene Wiesen und über zwei weitere Pässe. Auf dem letzten Pass wurde es dann aber schlagartig sehr warm, was uns endlich das Gefühl gab, dass wir dem Meer näherkommen. Kurz darauf im malerischen Städtchen Mons, erblickten wir zum ersten Mal das Meer. Danach konnten wir lange Abfahrten geniessen, wobei es immer wieder Steigungen zu bewältigen gab. Die Ankunft am Meer hat uns alle Strapazen der letzten sechs Tage vergessen lassen und wir genossen den Anblick in vollen Zügen. Ein Sprung ins kühle Nass durfte nicht fehlen und war der krönende Abschluss. Jetzt freuen sich alle auf das Pizzaessen. (Manuel Sax, Nicola Sorrentino, Silvan Rusch, Stéphanie Bernhard)

Unser Beitrag zur abenteuerlichen Reise: Eine sportliche und psychische Herausforderung

«Stimmt das?» wird gefragt. «Nein, das ist verkehrt herum – oder?» Fünf Schüler der Kantonschule Wohlen stehen mit rätselndem Blick vor einem Velo, das kopfüber auf dem Schulhausplatz steht. Haben sie das Velorad richtig eingebaut? Auf die Frage, ob sie bei einer Radpanne wüssten, was zu tun wäre, antworteten sie alle, nur einige Minuten zuvor, mit einem Kopfnicken. Nun müssen sie lachen. Zusammen finden sie aber schnell heraus, wie das Rad richtig aufs Velo gehört.

Ein letztes Mal üben: Die Kantonsschüler müssen für den Ernstfall wissen, wie man ein Velo flickt.

Ein letztes Mal üben: Die Kantonsschüler müssen für den Ernstfall wissen, wie man ein Velo flickt.

Johanna Lippuner

Das haben die Schüler in den letzten Wochen auch gut geübt, denn bald könnte eine Radpanne für sie nicht mehr nur eine theoretische Angelegenheit sein: Heute starten sie eine sechstägige Velotour nach Dramont in Südfrankreich.

«Die Tour wird bestimmt abenteuerlich und eine neue Herausforderung», freut sich Schülerin Gilian Huber. Nervös ist sie nicht. «Ich habe höchstens Angst, dass wir den Weg nicht finden. Oder, dass das Wetter schlecht wird.» Ihre Schulkollegin Ronia Duhassi stimmt zu: «Es wäre doof, wenn es Tag und Nacht regnen würde.» Man merkt ihr und den anderen Schülern an, dass sie die Woche nicht einfach auf die leichte Schulter nehmen. «Ich habe mega Respekt vor der Tour, es wird bestimmt sehr anstrengend», so Duhassi.

110 bis 135 Kilometer pro Tag

Den Respekt haben die Schülerinnen und Schüler zu Recht, denn es warten einige Herausforderungen auf sie. Tagsüber sind sie in kleinen Gruppen selbstständig unterwegs und legen zwischen 110 und 135 Kilometern auf zwei Rädern zurück. Sie sind also auf sich allein gestellt. Deswegen ist es wichtig, dass die Schüler wissen, wie man navigiert oder einen Reifen flickt. Alle Jugendlichen mussten im Vorfeld ausserdem an zwei längeren Radtouren teilnehmen. Ohne die Erfüllung dieser Bedingungen hätten sie gar nicht erst starten dürfen.

An den Abenden treffen sie sich auf einem Campingplatz. Samstag Abend werden sie ihre Zelte zum ersten Mal in Avenches aufschlagen. Dort warten die vier Begleitpersonen auf sie. Zwei davon sind auch auf dem Velo unterwegs, die anderen beiden werden das sperrige Gepäck mit einem Büssli zu den Zielorten bringen. «Wir sind jeden Abend froh, wenn alle heil zurück sind», erzählt Chemielehrer Benedikt Waser, eine der Begleitpersonen. «Es wird für die Schüler nicht nur eine sportliche, sondern auch eine psychische Herausforderung. Sie müssen im Team zusammenarbeiten.»

Bereits zum zweiten Mal dabei

Zum 16. Mal findet die Velotour dieses Jahr als Wahlthemenwoche statt. Mit dabei sind neun Schülerinnen und 25 Schüler im Alter von 16 bis 19 Jahren. Einige von ihnen machen die Tour sogar schon zum zweiten Mal. So beispielsweise auch Jonas Glanz: «Vergangenes Jahr lief alles gut, und wir werden es auch jetzt wieder schaffen», sagt er optimistisch. «Es wird anstrengend. Ich bin froh, sobald wir den Pass überwunden haben», ergänzt Philipp Bürgi, der auch schon einmal auf der Velotour dabei war. Nach der langen Fahrt das Meer zu sehen, darauf freut sich Gilian Huber besonders: «Dann wissen wir, dass sich die Reise gelohnt hat.»

Die jungen Velofahrer werden bis zum nächsten Freitag täglich Texte und Fotos in Form eines Blogs online stellen. So können die AZ Leser von zu Hause aus mitradeln.

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