Niederwil

«Mit der richtigen Einstellung ist viel möglich»: Mäder Landmaschinen AG feiert 100. Geburtstag

Zwei Generationen Mäder Landmaschinen AG: Beatrice und Rolf Mäder mit Mutter Ruth Mäder.

Zwei Generationen Mäder Landmaschinen AG: Beatrice und Rolf Mäder mit Mutter Ruth Mäder.

Die Mäder Landmaschinen AG in Niederwil feiert am 1. September den 100. Geburtstag, seit 19 Jahren ist die dritte Generation am Steuer.

«Es hat sich sehr viel verändert über die Jahre», sagt Ruth Mäder, «Bauern gibt es immer weniger, und die, die es noch gibt, werden immer grösser. Damit sinkt auch die Nachfrage nach Landmaschinen. Es braucht viel weniger, dafür grössere.»

Zum Glück habe man diesen Trend rechtzeitig erkannt, erklärt die 81-Jährige weiter: «Wir haben früh diversifiziert, Rasenmäher, Kleingeräte und Kommunalfahrzeuge ins Sortiment aufgenommen. Hätten wir das nicht gemacht, gäbe es uns heute nicht mehr.»

Der Chef ist stolz auf sein langjähriges Personal

Es gibt sie noch, die Mäder Landmaschinen AG. Heute Abend, am Freitag, 9. August, feiert sie mit einer Jubiläumspräsentation am Firmensitz im Buchgrindel in Niederwil ihren 100. Geburtstag. Mit Kunden, Gästen aus Politik und Wirtschaft und Partnerfirmen.

Und auch mit ihren 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Personalbestand hat sich über Jahrzehnte kaum verändert: «Ich bin stolz auf unsere Angestellten, die zu einem grossen Teil schon sehr lange bei uns tätig sind. Sie ziehen mit, sie zeigen Engagement und sie haben unsere Innovationen stets mitgetragen», sagt Firmenchef Rolf Mäder.

Er leitet das Unternehmen in der dritten Generation. Unterstützt von Schwester Beatrice Mäder, die sich um die Administration und die Finanzen kümmert. Mutter Ruth, die mit ihrem 2007 verstorbenen Mann Ernst die Firma 1962 vom Gründer Hugo Mäder übernommen hat, ist noch täglich im Betrieb anzutreffen: «Das Sagen haben schon lange die Jungen, wir haben Rolf das Geschäft im Jahr 2000 übergeben. Aber ich bin nach wie vor mit der Firma verbunden und froh, wenn ich hier noch etwas gebraucht werde», sagt sie.

Huf- und Wagenschmied Hugo Mäder war Gründer

Gegründet hat das Unternehmen Hugo Mäder am 1. September 1919. Er war Huf- und Wagenschmied und machte sich daneben alsbald einen Namen als Spezialist für Landmaschinen.

Auch Ernst Mäder war diplomierter Schmiedemeister. Er konzentrierte sich nach der Betriebsübernahme noch stärker als sein Vater auf den Bereich Landmaschinen. Es war eine gute Zeit. Die Mechanisierung in der Landwirtschaft boomte und weil er nicht bloss Maschinen und Geräte verkaufte, sondern stets grossen Wert auf seriöse Beratung und guten Service legte, war «der Mäder» in einer weiten Region bald der Inbegriff für Landmaschinen.

Das Inserat, mit dem im Jahr 1962 die Geschäftsübergabe vom Firmengründer Hugo Mäder an die zweite Generation bekannt gegeben worden ist.

Das Inserat, mit dem im Jahr 1962 die Geschäftsübergabe vom Firmengründer Hugo Mäder an die zweite Generation bekannt gegeben worden ist.

Bereits 1966 wurde der heutige Firmensitz im Buchgrindel erstellt. Es war ein mutiges Projekt, bis zu dessen Realisierung einige Hürden zu überwinden waren. Überhaupt ist Ernst und Ruth damals nichts in den Schoss gefallen. Sie haben für ihren Erfolg hart gearbeitet und ein paar unruhige Nächte hat es auch gegeben.

Ruth Mäder erinnert sich an «die wohl verrückteste Sache, die Ernst je gemacht» habe. Er sei vom traditionellen Stierenmarkt in Zug zurückgekommen mit einer Bestellung über zehn Ladewagen im Gepäck. «Bist Du wahnsinnig, wie soll ich das bezahlen?», habe sie ihn gefragt. Doch ihr Mann mit seinem schier unerschütterlichen Optimismus und grossen Verkaufstalent habe die Sache locker genommen: «Als die Ladewagen schliesslich geliefert wurden, hatte er praktisch alle schon verkauft und ich konnte endlich wieder etwas ruhiger schlafen.»

Zuversicht trotz grossem Umbruch in der Branche

Ruhig schlafen können laut ihrem eigenen Bekunden heute auch Rolf Mäder und Schwester Beatrice. Obwohl es in der der Branche keineswegs einfacher geworden ist. Die Herausforderungen in einer sich laufend verändernden Branche seien nicht ohne.

Doch: «Unsere Eltern haben uns ein Unternehmen mit einem gesunden Fundament übergeben. Darauf konnten wir aufbauen. Die Zeiten sind nicht rosig, aber mit dem nötigen Einsatz und der richtigen Einstellung ist nach wie vor vieles möglich», sagt der Firmenchef. Er lebe nach der Devise: «Es gibt für jedes Problem eine Lösung, auch wenn die ganze Welt zusammenbricht.» Bis jetzt, sagt er weiter, sei ihm auch das Glück treu geblieben und dafür sei er dankbar.

«Niederwiler Olma» ist nach wie vor legendär

Beatrice Mäder verweist in diesem Zusammenhang auf die «Niederwiler Olma», die traditionelle Ausstellung zwischen Weihnachten und Neujahr. Vom 26. bis 30. Dezember wird sie zum 50. Mal stattfinden: «Ich bin Jahr für Jahr von neuem vom Grossandrang überrascht. Es kommen längst nicht mehr nur Bauern aus dem Aargau und den angrenzenden Kantonen zu uns. Unsere Ausstellung ist zu einem beliebten Treffpunkt für verschiedenste Leute geworden, die zusammen das Jahr ausklingen lassen wollen.»

Für sie, sagt Beatrice Mäder, sei das auch ein Beleg dafür, dass die Firma Mäder über all die Jahre vieles richtig gemacht und sich einen guten Ruf erworben habe.

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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