Fischbach-Göslikon

Mit diesen Massnahmen soll die «Stille Reuss» wieder lebendiger werden

Gemeindeammann Hans Peter Flückiger (Fischbach-Göslikon), Raymond Tellenbach (Stadtammann Bremgarten) und Bernhard Koch (Ortsbürger Bremgarten, Präsident Fischereikommission) im Bereich der "Stille Reuss". Links hinten der verlandete Teil, rechts der Teil mit Wasser.

Gemeindeammann Hans Peter Flückiger (Fischbach-Göslikon), Raymond Tellenbach (Stadtammann Bremgarten) und Bernhard Koch (Ortsbürger Bremgarten, Präsident Fischereikommission) im Bereich der "Stille Reuss". Links hinten der verlandete Teil, rechts der Teil mit Wasser.

Die Stimmberechtigten von Fischbach-Göslikon entscheiden am 29. November über einen Beitrag von 50'000 Franken an die Aufwertung und Reaktivierung des Naturschutzgebiets «Stille Reuss». Dies ist ein Projekt der Ortsbürger Bremgartens, die am 1. Dezember ihrerseits über einen Beitrag von 200'000 Franken befinden.

«Das Projekt ist gut für die ganze Natur, nicht nur für die Fische. Es profitieren auch die Pflanzen, Vögel, Amphibien oder die Muscheln», sagt Bernhard Koch, Präsident der Fischereikommission der Ortsbürgergemeinde Bremgarten bei einer Besichtigung. Das angesprochene Projekt ist die Reaktivierung und Aufwertung der «Stillen Reuss» bei Fischbach-Göslikon. Das entsprechende Gebiet ist ein von der Reuss künstlich abgetrennter Altarm.

Die Bremgarter Ortsbürger entscheiden an ihrer Gemeindeversammlung am 1. Dezember über einen Beitrag von 200000 Franken an die Kosten von rund einer Million. Bereits am 29. November befinden die Stimmbürger von Fischbach-Göslikon an der Urne über einen Verpflichtungskredit als Beitrag von maximal 50000 Franken.

Verlandung stellt Problem für laichende Fische dar

Das Projekt wurde vor rund drei Jahren angestossen und ist nun spruchreif. Was ist der Hintergrund? In den letzten Jahren ist die «Stille Reuss» stark verlandet. Die offene Wasserfläche nahm in der Fläche ab und in der Wassertiefe ab. Dies stellt ein Problem für die laichenden Fische dar. Zuletzt wurde an jener Stelle vor 35 Jahren von Menschenhand eingegriffen, damals unter Führung des Kantons.

Die "Stille Reuss" bei Fischbach-Göslikon.

Die "Stille Reuss" bei Fischbach-Göslikon.

Nun ergreift die Bremgarter Ortsbürgergemeinde das Zepter, in deren Fischenz die «Stille Reuss» liegt. «Die Verlandung ist unser Motivator. Wenn wir jetzt nicht pushen, geht in den kommenden Jahren nicht viel. Und das wäre schlecht. Die Reuss hat sich verändert, es gibt immer weniger Hochwasser», sagt Bernhard Koch. Stellenweise beträgt die Wassertiefe im Altarm nur noch 50 Zentimeter.

Wie wichtig jenes Gebiet für die Natur ist, zeigt eine Analyse des Fischbestands, die 21 Fischarten unterschiedlicher Grösse ausweist. Hinzu kommen seltene geschützte Muschelarten wie die Malermuschel.

Mit der Aufwertung werden mehrere Ziele verfolgt. Das Wiederherstellen von bis zu zwei Meter tiefen Wasserflächen, die Vergrösserung der offenen Wasserfläche beim Übergang zur Reuss oder die Vernetzung mit der Reuss.

Die Sandbank bleibt für Badende erhalten

Dazu müssen die Sedimente aus dem Altarm entfernt werden. Zum Einsatz käme ein Saugbagger-Schiff, welcher das Schlamm-Wassergemisch mit einem Schlauch an Land pumpt, wo es entwässert wird. «Im Bereich der Verbindung zur Reuss heben wir neu einen Sandfang aus, der in Zukunft eine Verlandung verhindern soll», sagt Bernhard Koch. Er schätzt, dass am Ende rund 4000 Kubikmeter getrocknetes Material ausgehoben werden.

Ausserdem wird im südlichen Teil des Altarms eine bestehende Erdaufschüttung neben dem Wassergraben abgetragen und so das Terrain leicht abgesenkt. So kann jener Bereich häufiger überflutet werden und die Laichmöglichkeiten der Fische verbessert. Ein Profiteur wäre zum Beispiel der Karpfen.

In diesem Bereich wird der Erdwall abgetragen und der Boden nivelliert.

In diesem Bereich wird der Erdwall abgetragen und der Boden nivelliert.

Wichtig für Badende in der Reuss: Die Fischbach-Gösliker Sandbank vor dem Altarm bleibt auch in Zukunft bestehen. Der Baustart ist in einem Jahr geplant, so dass die Aufwertung im Frühling 2022 beendet ist.

Finanziell beteiligen sich neben den Bremgarter Ortsbürger und Fischbach-Göslikon auch der Kanton Aargau (160000 Fr.), die AEW (50000 Fr.) und der naturemade star-Fonds von ewz (580000 Fr.) an den Kosten.

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