Muri
Aus Holz wird Energie: Die Hotel Muri AG erhält den Holzenergiepreis für ihren Anschluss an den Wärmeverbund

Der Entscheid, die neu sanierten Restaurants Ochsen und Adler sowie den Hotelneubau Wolf an den Wärmeverbund Pflegimuri anzuschliessen, wird mit dem Holzenergiepreis 2021 geehrt. Der Preis zeichnet jährlich Projekte aus, die sich in besonderem, klugem und nachahmenswertem Masse für Holzenergie einsetzen.

Alessia Fontana
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Lukas Frei, Geschäftsführer Holzenergie Freiamt (links), und Stefan Staubli, Präsident Holzenergie Freiamt (rechts), übergab den Holzenergiepreis an die Hotel Muri AG: Urs Christen, Josef Gut, Tilla Theus und Thomas Gut (von links).

Lukas Frei, Geschäftsführer Holzenergie Freiamt (links), und Stefan Staubli, Präsident Holzenergie Freiamt (rechts), übergab den Holzenergiepreis an die Hotel Muri AG: Urs Christen, Josef Gut, Tilla Theus und Thomas Gut (von links).

Alessia Fontana

Die Wärme des Feuers im Kamin macht den Abend richtig gemütlich. Das Kaminholz, das verbrannt wird, erzeugt Wärme und somit auch Energie. Wieso dann nicht gleich klimafreundlich mit Holz heizen? Holz, als erneuerbare Ressource, ist das Licht am Ende des Tunnels bei der Umsetzung der Klimastrategie 2050, ist sich Lukas Frei, Geschäftsführer Holzenergie Freiamt, sicher.

Die Hotel Muri AG stand vor einer grossen Herausforderung, da die Gebäude – das Hotel Adler und das Hotel Ochsen nahe dem Kloster – teilweise denkmalgeschützt waren. Mit dem Anschluss an den Holzwärmeverbund der Pflegimuri wurde eine nachhaltige und zielorientierte Lösung gefunden, zeigte sich Frei begeistert.

Nachhaltigkeit war den Preisträgern beim Bau wichtig

Verwaltungsratspräsident Josef Gut, der den Holzenergiepreis im Namen der Hotel Muri AG entgegennahm, erklärte stolz: «Nachhaltigkeit wurde im ganzen Bau speziell gewichtet. Deshalb versuchten wir, möglichst viel der alten Bausubstanz zu erhalten, wie beispielsweise die alten Holzbalken im Restaurant Ochsen.»

Für ihn war erneuerbare Energie schon immer ein wichtiges Thema, so liess er bereits 1977 beim Bau seines Wohnhauses eine Sonnenkollektoranlage anbringen. «Deshalb ist es für mich umso schöner, für ein nachhaltiges Produkt ausgezeichnet zu werden.»

Andreas Rott (stehend), Projektleiter Wärme AEW Energie AG, zeigt mit Hilfe eines Lageplans den Holzwärmeverbund Pflegimuri.

Andreas Rott (stehend), Projektleiter Wärme AEW Energie AG, zeigt mit Hilfe eines Lageplans den Holzwärmeverbund Pflegimuri.

Alessia Fontana

Holz ist eine Ressource, die sich jährlich erneuert. Somit sei Holz ein wertvoller Rohstoff, mit dem nachhaltiges Heizen gewährleistet werden könne, betonte Lukas Frei. Im Freiamt müsse man sich über Holzknappheit keine Sorgen machen. Die Waldfläche des Freiamts produziert jährlich 70’000 Kubikmeter nutzbares Holz.

Davon wird die Hälfte zur Weiterverarbeitung für Bau, Konstruktion und Möbel verwendet. Aus der Verarbeitung des Sägerei-Rundholzes fällt Restholz an, das wiederum für die Energiegewinnung verwendet werden kann. Rund 37'200 Kubikmeter Holz werden jährlich für die Holzenergie eingesetzt. Im Freiamt gebe es noch Luft nach oben bei der Holzenergie, da erst rund 70 Prozent des Energieholzes genutzt werden, hielt Frei weiter fest.

Drei Häuser – dreifach vorbildlich

Und der Geschäftsführer der Holzenergie Freiamt betonte:

«Der Holzwärmeverbund ist nicht nur aus ökologischer Sicht nachhaltig und sinnvoll, sondern auch aus ökonomischer Sicht, da das Geld regional in Holzenergie investiert wird.»

Mit dem Anschluss an einen bestehenden Wärmeverbund, wie es das Drei-Häuser-Hotel Caspar beziehungsweise die Hotel Muri AG getan hat, werde das Netz verdichtet. Dies bringe geringere Verteilverluste mit sich und sei dementsprechend aus technischer Sicht eine elegante Lösung.

Lukas Frei, Geschäftsführer Holzenergie Freiamt, veranschaulicht mit Holzstücken die Holznutzung des Freiamts.

Lukas Frei, Geschäftsführer Holzenergie Freiamt, veranschaulicht mit Holzstücken die Holznutzung des Freiamts.

Alessia Fontana

Somit könne die Hotel Muri AG als Vorbild angeschaut werden. Denn die Energiestrategie 2050 sieht für die Schweizer Gebäude eine Halbierung des Energieverbrauchs vor. «Das Potenzial von Holz ist sehr gross», erklärte Frei. Und er sagte ganz generell: Rund 70% des Gebäudebestandes in der Schweiz wurden vor 1980 gebaut und entsprechen nicht den neusten Energiestandards. Eine umfassende Gebäudesanierung könne den Energieverbrauch halbieren und sei alle 40 bis 50 Jahre fällig.

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